Vereinigung Cockpit
Vor 2 Tagen

Piloten stimmen Lufthansa auf Gegenwind zu "Ocean" ein

Lufthansa Airbus A320neo
Lufthansa Airbus A320neo, © Lufthansa

Verwandte Themen

FRANKFURT -  Die Vereinigung Cockpit (VC) wehrt sich weiterhin gegen eine teilweise Umorganisation des Lufthansa-Flugbetriebs. Der Konzern will künftig ein dezidiert touristisches Programm auf der neuen Plattform "Ocean" organisieren, bei der nicht die Bedingungen des Konzerntarifvertrags gelten sollen.

Starten sollen die Ferienflieger frühestens ab 2021 auf der Lang- und Kurzstrecke von den Drehkreuzen München und Frankfurt, die bislang weitgehend der Stammgesellschaft Lufthansa vorbehalten sind.

VC-Präsident Markus Wahl kritisierte das aus seiner Sicht "unglückliche und fragwürdige Timing" des Projekts in der Corona-Krise. "Die Frage stellt sich schon, ob die Lufthansa mitten in der größten Krise seit dem 11. September so viel Geld in die Hand nehmen muss, um den ohnehin schon angeschlagenen Carriern Condor und Tui Konkurrenz im Touristikgeschäft zu machen. Wir gehen von jahrelangen Anlaufverlusten aus", sagte Wahl.

Die VC kritisierte zudem, dass die Arbeitsplätze neu ausgeschrieben werden sollten. Bislang werden ähnliche Flüge unter der Marke Eurowings von Besatzungen der Fluggesellschaften SunExpress und Lufthansa Cityline geflogen. Auch für sie galten die Bestimmungen des Konzerntarifvertrags nicht.

"Ocean" gilt als Haupthindernis für ein langfristiges Sanierungsabkommen zwischen Lufthansa und VC in der Corona-Krise. Die Gewerkschaft fürchtet einen Ausbau der günstigeren Plattform zu Lasten der etablierten Lufthansa-Piloten. Lufthansa bereedert derzeit drei Airbus A330, die ab Sommer 2020 für Ocean fliegen sollen.

Tarifvorstand Marcel Gröls forderte das Unternehmen auf, mit der VC einen Tarifvertrag für Ocean abzuschließen. Wenn das Projekt nur zu untarifierten Bedingungen möglich sei, werde es nicht nachhaltig erfolgreich sein. Die VC werde "beizeiten" für eine Tarifierung sorgen.
© dpa | Abb.: Lufthansa | 17.09.2020 09:49

Um einen Kommentar schreiben zu können, müssen Sie sich bei aero.de registrieren oder einloggen.

Beitrag vom 19.09.2020 - 07:37 Uhr
Grundsätzlich sehe ich das Problem, aber ob die Lösung die Touristik ist?

Natürlich ist Touristik nicht die Lösung für die LH Group! Das hat auch niemand behauptet. Aber wenn es ein Wachstumsmarkt ist, dann wäre es doch verwerflich nicht daran zu partizipieren. Und man hat schon vor einem Jahr beschlossen, das unter einem neuen Brand mit eigener Ergebnisverantwortung zu machen.

Die Lösung für die Group heißt Gesundschrumpfen.

Und natürlich ist der Feed für die Ocean Langstrecke mit Mainline Flugzeugen geplant, wie man das früher (heffentlich nicht mehr heute) mit Condor gemacht hat. Ocean A320 sind dafür nicht vorgesehen.

Nur warum kriegt Ocean dann überhaupt A320? Um dann damit FRA - PMI und Co. zu fliegen?

Genau!

Ja aber damit hat man doch genau das selbe Problem wie bei EW - ein Geschäftsmodell das sehr einfache Strukturen erfordert:
A320:Pax kauft ticket, kommt zum Flughafen steigt ein und fliegt nach Mallorca.

Und eines mit A330 das ganz andere Komplexität aufweist. Das ist doch genau der Grund warum Condor sich eine lächerliche Rendite von 4% in der Bilanz reinschreibt (jeder Dax / Dow Index Fond bietet mehr!) und die noch auf Kosten der Nachhaltigkeit geht.
Und eben das war doch auch einer der Gründe das EW nicht funktioniert hat.
SA muss heute einfach aufgrund des Wettbewerbs über eine extrem schlanke LCC Struktur laufen.
Wie Ocean das darstellen will, bleibt eine Frage.
Und warum EW nicht FRA/MUC - PMI fliegen kann, ebenso.


Dafür hat man doch EW.

EW soll aber nicht in den Hubs FRA und MUC fliegen.

Eigentlich dachte ich das EW der generelle SA Betreiber sein soll, für alles was nicht Feeder ist. Also genau für solche Routen, auf denen eine LH nicht operieren kann weil der Kostendruck zu gross ist.

Damit macht man die selbe Story von EW nochmal, oder? Wieder A320 und A330 in eine Brand packen.

Ja, touristische Kurz- und Langstrecke, wie Condor und TuiFly. Nur beschränkt auf FRA und MUC wegen des Feeds.

Das macht ja sogar Sinn, letztendlich ist das der Vollangriff auf die Condor.
Aber diese A320 verstehe ich nicht, die Erwartung war das man das eben auf eine Plattform aufsetzt.

Ich bin gespannt, wo das hinführt.
Beitrag vom 18.09.2020 - 23:39 Uhr
Einer der ersten Streiks (oder sogar der erste) bei Ryanair kam in Deutschland zustande.
Wenn man sich die ganzen Kommentare hier mal ansieht kommt man nicht zur Erkenntnis dass die Streiks viel gebracht haben. Angeblich haben alle die mit FR fliegen Blut an den Fingern. So schrieb es @Meeeee.
Mir war z.b nicht bewusst, dass die VC wohl auch ihren Fuß bei Malta Air in der Tür hat.
Und mit welchem Erfolg?
Es ist doch wohl logisch, dass es einfacher ist, um den Erhalt bestehender Konditionen zu kämpfen (LH) als um die Errichtung neuer, besserer Konditionen (FR).
So hat es bei LH doch auch mal angefangen, oder nicht?
Das kostet Zeit und man kassiert hin und wieder Rückschläge. Aber es wird.
Sorry, das einzige was ich wahrnehmen kann ist die VC die bei LH hunderte Millionen anbietet um nicht im großen Stil auf die Straße gesetzt zu werden.
Was passiert, wenn eine GW sehr viel Widerstand leistet, hat man in Österreich gesehen. Und auch in Deutschland lief es mit dem Ryanair-Konzern nicht reibungslos in den letzten Wochen.
Also viel heiße Luft um wenig Konkretes.
Beitrag vom 18.09.2020 - 22:17 Uhr
Eine Reißerische Frage, damit wieder Leben in den Thread kommt: warum will denn VC nicht Ryanair mit KTv Konditionen tarifieren? Immerhin geht es doch um gleich qualifizierte Kollegen oder etwa nicht? Wahrscheinlich weil klar ist, was dann mit den Kollegen passiert.

Man tut immer so, als wäre die VC nur bei Hansens und co. am Werk und bei den anderen nicht. Das ist aber nicht richtig. Einer der ersten Streiks (oder sogar der erste) bei Ryanair kam in Deutschland zustande. Mir war z.b nicht bewusst, dass die VC wohl auch ihren Fuß bei Malta Air in der Tür hat. Es ist doch wohl logisch, dass es einfacher ist, um den Erhalt bestehender Konditionen zu kämpfen (LH) als um die Errichtung neuer, besserer Konditionen (FR). Das kostet Zeit und man kassiert hin und wieder Rückschläge. Aber es wird. Was passiert, wenn eine GW sehr viel Widerstand leistet, hat man in Österreich gesehen. Und auch in Deutschland lief es mit dem Ryanair-Konzern nicht reibungslos in den letzten Wochen.

Dieser Beitrag wurde am 18.09.2020 22:21 Uhr bearbeitet.


Stellenmarkt

Schlagzeilen

aero.uk

Meistgelesene Artikel

Community

Thema: Pilotenausbildung

PaxEx.de Passenger Experience

FLUGREVUE 09/2020

Shop

Es gibt neue
Nachrichten bei aero.de

Startseite neu laden