Deutsche Industrie besorgt
Älter als 7 Tage

China verschärft Einreiseregeln

Peking Daxing Airport
Peking Daxing Airport, © Osram

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BERLIN - Die deutsche Industrie befürchtet wegen verschärfter Einreise-Regelungen in China negative Folgen für ihre Geschäfte.

Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Joachim Lang, sagte am Dienstag in Berlin: "Es besteht das Risiko, dass die neue Verpflichtung, mehrfach, vor allem auch bei Flügen mit Transit-Stationen, zu testen, wichtige Geschäftsreisen gänzlich unmöglich macht."

In der Praxis bedeuteten die Einschränkungen für viele Unternehmen einen faktischen Einreisestopp. China ist einer der wichtigsten Handelspartner Deutschlands.

Angesichts steigender Corona-Infektionen in vielen Ländern hat China seine Einreisebestimmungen auch für Deutschland verschärft. Das chinesische Außenministerium sprach von einer vorübergehenden Maßnahme.

Seit Freitag müssen Reisende aus Deutschland und aus weiteren, von der Pandemie besonders betroffenen Ländern vor einem Flugantritt nach China einen negativen Corona- sowie Antikörper-Test vorweisen, die nicht älter als 48 Stunden sein dürfen.

Die Testergebnisse müssen vor dem Abflug zusätzlich von chinesischen Botschaften oder Konsulaten verifiziert werden. Und wird ein Zwischenstopp in einem anderen Land eingelegt, können Reisende nicht einfach umsteigen, sondern müssen das Prozedere dort wiederholen. Ohnehin müssen sich alle Einreisenden nach der Ankunft in China erneut testen lassen und 14 Tage in ein Quarantäne-Hotel.

Lang sagte, die neuen Bestimmungen belasteten die Geschäftstätigkeit der deutschen Industrie in dem wichtigen chinesischen Markt sehr. "Ingenieure können Anlagen nicht in Betrieb nehmen, Service-Techniker nicht deren reibungslose Funktion gewährleisten, Vertriebsmitarbeiter nicht ihre chinesischen Kunden vor Ort beraten und bedienen", sagte der BDI-Hauptgeschäftsführer. "Die Folgen der mittel- und langfristigen Einschränkungen gehen zulasten unserer Unternehmen."

Europäische Handelskammer kritisiert Regelungen

Regierungen müssten sich dafür einsetzen, die rasante Ausbreitung des Coronavirus zu stoppen, forderte Lang. "Unsere globalisierte und integrierte Welt ist allerdings auch in Pandemiezeiten auf einen möglichst uneingeschränkten Personenverkehr angewiesen."

Auch die europäische Handelskammer in China kritisierte die verschärften Regeln. "Während technisch die Tür offenbleibt, bedeuten diese Veränderungen unglücklicherweise ein de-facto-Einreiseverbot für jeden, der versucht, zu seinem Leben, seiner Arbeit und seinen Familien in China zurückzukehren", hieß es in einer Erklärung.

In vielen Ländern könnten Testergebnisse nicht innerhalb von 48 Stunden vorliegen, und Antikörpertests seien nicht weit verbreitet. Dass die Ergebnisse in der Frist von Botschaftspersonal verifiziert werden müssen, "verstärkt noch die Ungewissheit", so die EU-Kammer.

Erschwerend komme hinzu, dass wegen der Beschränkungen beim Umsteigen jetzt ein direkter Flug gebucht werden müsse, während die Airlines aber die meisten Strecken gestrichen hätten.

China hatte mit strengen Maßnahmen wie Massentests, strikter Quarantäne, genauer Nachverfolgung von Kontaktpersonen und Einreisebeschränkungen das Virus weitgehend unter Kontrolle gebracht.

Seit Monaten verzeichnet das bevölkerungsreichste Land der Erde, wo die ersten Infektionen mit dem Coronavirus im Dezember vergangenen Jahres bekannt wurden, nur noch wenige, lokale Ausbrüche.
© dpa | 10.11.2020 11:23

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Beitrag vom 10.11.2020 - 19:24 Uhr

Ihre Aussage, dass hier in Deutschland blind der Regierung gefolgt wird, lassen auch ihre Daten nicht zu. Dieses hier als Fakt zu präsentieren ist halt Stimmungsmache in meinen Augen.


Ja wenn es für sie Ok ist, dass Grundrechtseinschränkungen und wirtschaftliche Entscheidungen in irgendeinem Hinterzimmer von einem in der Verfassung nicht genannten Gremium ohne Debatte im Bundestag usw entschieden werden, dann ist das genau dieses blinde Hinterherlaufen, was wir geschichtlich bedingt, besser vermeiden sollten.

Also konsistent ist Ihre Kritik nicht.
Auf der einen Seite stellen sie die Chinesische Regierung als effizient dar, wohl wissend dass dort für europäische Verhältnisse recht drakonische, undemokratische und die Privatsphäre massiv verletztende Maßnahmen erlassen wurden und werden, gegen die sich Bürger nicht auflehnen können ohne ruck-zuck im Knast zu landen.
Da ist an Corona-Absperrungen zB in Wuhan auch auf Menschen geschossen worden.

Auf der anderen Seite kritisieren sie ein paar Posts weiter unten die deutsche Regierung für angeblich undemokratische Maßnahmen, fehlende Debatten und angebliche Grundrechtseinschränkungen. In ihrem gelobten Honkong gibt es diese Grundrechte nicht mal, die man einschränken müsste.
Die Maßstäbe, die Sie da an die beiden genannten Regierungen anlegen, wirken willkürlich gewählt.

Was aber in Hongkong und in vielen anderen Ländern, denen es objektiv schlechter geht als uns, wirklich anders ist als in Deutschland, ist die geringere Neigung der Einwohner, das eigene Land schlechtzureden.

Und um mal auf das Thema des Artikels zurückzukommen:
Dass China/Honkong Deutschland bei den aktuellen Fallzahlen als Risikogebiet einstuft, ist klar nachvollziehbar.
Genauso machen wir das mit anderen Weltgegenden die wiederum höhere Fallzahlen haben als wir.

P.S: Kommt zum Thema der von Ihnen so positiv umschriebenen aber leider undefinierten Massnahmen noch was?

Dieser Beitrag wurde am 10.11.2020 19:31 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 10.11.2020 - 18:17 Uhr

Ihre Aussage, dass hier in Deutschland blind der Regierung gefolgt wird, lassen auch ihre Daten nicht zu. Dieses hier als Fakt zu präsentieren ist halt Stimmungsmache in meinen Augen.


Ja wenn es für sie Ok ist, dass Grundrechtseinschränkungen und wirtschaftliche Entscheidungen in irgendeinem Hinterzimmer von einem in der Verfassung nicht genannten Gremium ohne Debatte im Bundestag usw entschieden werden, dann ist das genau dieses blinde Hinterherlaufen, was wir geschichtlich bedingt, besser vermeiden sollten. Das Infektionsschutzgesetz dient nur der akuten Abwehr und das ist nach 8 Monaten wohl kaum noch gegeben.

Dazu empfehle ich gern die Urteilsbegründungen zur Aufhebung des ersten Beherbungsverbot diverser Gerichte. Aber auch diese ändern nicht das Vorgehen.

Beitrag vom 10.11.2020 - 18:05 Uhr
Statt die Menschen mit zu nehmen oder wenigstens etwas wirkungsvolles gegen das Virus zu unternehmen

Und was wäre das genau gewesen, das wirkungsvoll gegen das Virus wäre, "Menschen mitgenommen" und die Wirtschaft nicht gestört hätte?
Klingt ja nicht schlecht, genauer gesagt zu gut um wahr zu sein.
Welche konkret umsetzbaren Maßnahmen erfüllen denn diese Anforderung?


Dieser Beitrag wurde am 10.11.2020 18:49 Uhr bearbeitet.


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