Antonow An-225
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Die "Mrija" greift wieder ins Geschehen ein

Antonow An-225
Antonow An-225 beim Start in München, © Flughafen München / Friedel

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KIEW - Nachdem die russische Volga-Dnepr Airlines all ihre An-124-Frachter groundete, trifft die hohe Nachfrage im Schwerlastsektor auf ein stark gestutztes Angebot an Flugzeugen. Antonov Airlines reagiert - und bringt die riesige An-225 "Mrija" wieder zurück ins Spiel.

Sie ist gigantisch, sie ist weltberühmt - und sie wird dringend gebraucht: Auf dem Antonow-Werksflugplatz Gostomel bei Kiew laufend derzeit die letzten Vorbereitungen, um die An-225 "Mrija" nach viermonatiger Flugpause wieder in die Luft zu bringen.

Seinen bislang letzten Einsatz absolvierte das sechsstrahlige Unikat am 3. August. An diesem Tag kehrte sie aus Tel Aviv nach Gostomel zurück - und verschwand anschließend im Wartungshangar. Zuvor war die "Mrija" zwischen April und August im Dauereinsatz gewesen, um Schutzmasken und andere Hilfsgüter gegen das Coronavirus in der ganzen Welt zu verteilen. Unter anderem landete sie dabei auch in Leipzig.

Lücke durch Volga-Dnepr-Grounding

"Mrija" bedeutet auf Deutsch "Traum", und für viele Kunden in der Logistikbranche sind die Nachrichten aus Kiew tatsächlich ziemlich traumhaft: Schon nächste Woche will Antonov Airlines die An-225 wieder in den Einsatz schicken und ab dann verstärkt für kommerzielle Aufträge bereitstellen.

Auf diese Weise wollen die Ukrainer dabei helfen, die Lücke zu füllen, die durch das eigenverantwortliche Grounding der An-124-Flotte von Volga-Dnepr Airlines entstand. Der russische Cargo Carrier hatte nach dem Unfall einer seiner An-124 in Nowosibirsk Ende November entschieden, bis auf Weiteres alle Flugzeuge dieses Typs am Boden zu lassen.

Volga-Dnepr selbst brachte in dem Zusammenhang Antonov Airlines als mögliche Alternative für ihre Kunden ins Spiel, die durch das Grounding nun in die Röhre blicken.

Tatsächlich kann man sich seither in Kiew vor Anfragen kaum retten. Die An-124 von Antonov Airlines sind ausgebucht. Sieben Stück haben die Ukrainer in der Flotte, sechs davon sind einsatzfähig. "Die Nachfrage nach der An-124 steigt zur Zeit stark an", konstatiert der kaufmännische Leiter des Frachtspezialisten, Andrij Blagowisnij, gegenüber dem Portal Air Cargo News.

Man bemühe sich sehr, den Kunden in dieser schwierigen Situation zu helfen und sie weltweit zu unterstützen. Angesichts der derzeit sehr begrenzten Verfügbarkeit von An-124-Flugzeugen auf dem Markt lege man dabei besonderen Wert auf zeitkritische Fracht. Das Comeback der An-225 kommt für Blagowisnij gerade richtig.

Wohin es für die "Mrija" als erstes geht, sagte Antonov Airlines nicht. Vermutlich steht zunächst ohnehin der eine oder andere Testflug auf dem Plan.
© FLUG REVUE - Patrick Zwerger | Abb.: Antonov Airlines | 09.12.2020 07:46


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