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Holt Indien die A350 aus der Krise?

Christian Scherer
Christian Scherer, © Airbus

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NEU DELHI - Airbus sieht in Flotten indischer Airlines Luft für neue Langstreckenjets. Der Zeitpunkt für eine Marketing- und Charmoffensive ist günstig - Indien will heimischen Airlines nach der Krise den Einstieg in den Interkontmarkt erleichtern und Leasingfirmen mit Steuervorteilen ins Land locken.

Kein Segment hat so sehr unter der Krise gelitten wie Großraumflugzeuge. Er rechne hier "erst 2024 oder 2025" mit einer vollständigen Erholung, sagte Airbus-Chef Guillaume Faury kürzlich in einem Gespräch mit Eurocontrol. "Aber ehrlich gesagt - wir wissen das selbst nicht genau."

Nach dem coronabedingt härtesten Jahr der Firmengeschichte will Airbus zumindest nichts unversucht lassen, die kollabierte Nachfrage nach Großraumjets wieder anzukurbeln. Im März hat der Hersteller seinen Marketingvorstand Christian Scherer auf Geschäftsreise nach Indien geschickt.

"Es gibt derzeit nur wenige Flugzeuge mit Doppelgang bei indischen Airlines", wies der Manager im Interview mit der "Economic Times" auf Lücken in der indischen Zivilflotte hin. Die Krise birgt laut Scherer eine "historische Chance" für Indien, die eigene Luftfahrt neu im internationalen Wettbewerb zu positionieren. "Indische Fluggesellschaften sollten diese Gelegenheit ergreifen."

Neben Air India testet die Singapore-Airlines-Beteiligung Vistara mit eigenen Boeing 787 den Interkontmarkt nach der Krise. Indigo - mit Abstand größter Fluganbieter in Indien - hatte fortgeschrittene Planungen für Langstrecken nach London hingegen bereits vor der Krise wieder verworfen.

Nach dem Zusammenbruch von Jet Airways wichen indische Passagiere auf Flügen nach Europa und Nordamerika notgedrungen noch stärker auf ausländische Airlines aus als zuvor. Indiens Regierung pocht auf eine fairere Verteilung von Marktanteilen im Interkontmarkt nach der Krise und will mehrere bilatere Luftfahrtabkommen neu verhandeln.

Indien will zurück in die erste Airlineliga

Neu Delhi weiß seine Luftfahrtinteressen zunehmend durchzusetzen. Die indische Luftfahrtbehörde DGCA hatte Lufthansa im Spätsommer 2020 für mehrere Wochen gesperrt - die Airline hatte nach Ansicht der indischen Regierung zum Nachteil von Air India gegen Transitverbote im Reisekorridor zwischen Indien und Deutschland verstoßen.

Am Ende rang Indien der Bundesregierung Flugquoten im Korridor ab - Air India konnte die Flugfrequenz nach Frankfurt daraufhin ausbauen.

Indische Airlines erhalten auch auf anderer Ebene Rückenwind von der Politik für eine Expansion auf die Langstrecke: Indien will Flugzeug-Leasingfirmen mit Deregulierung und Steuervorteilen ins Land locken - und Airlines auf diesem Wege Investitionen in neue Flugzeuge erleichtern. "Das ist großartiger Ansatz", lobte Scherer - und dürfte auf einen Impulseffekt für Großraumflugzeuge hoffen.

Der letzte neue Eintrag in der A350-Zeile der Airbus-Auftragsliste liegt mittlerweile über ein Jahr zurück. Eine ungenannter Kunde hatte am 31. März 2020 zehn A350-900 bestellt. Airbus hat in der Produktion bereits die Notbremse gezogen - das A350-Programm wird noch auf unbestimmte Zeit die auf fünf Flugzeuge pro Monat halbierte Krisenrate beibehalten.
© aero.de | Abb.: Airbus | 12.04.2021 16:03

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Beitrag vom 12.04.2021 - 19:09 Uhr
Indigo - mit Abstand größter Fluganbieter in Indien - hatte fortgeschrittene Planungen für Langstrecken nach London hingegen bereits vor der Krise wieder verworfen.

Haben sie das wirklich? Wimre haben sie nur die Wide-Body-Bestellungen gestrichen, weil Airbus den 321XLR aus der Wundertüte holte und der perfekt zu der riesigen A32x-Flotte passt.

Die haben insgesamt 300(!) A32x bestellt, einige davon XLRs und mit dem käme man dann auch bequem nach London. DEL-LHR sind gerade mal 3600nm, nach Bagalore sinds 4300nm, weiter südlich dürfte dann aber schon zu viel sein.

Der Großteil (~90%) Indiens wären aber direkt erreichbar, nur die Südspitze und Sri Lanka lägen außerhalb.

Dieser Beitrag wurde am 12.04.2021 19:15 Uhr bearbeitet.


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