Frist verstrichen
Vor 4 Tagen

Nervenkrieg um neuen Kampfjet FCAS

FCAS-Modell auf der Paris Air Show 2019
FCAS-Modell auf der Paris Air Show 2019, © Airbus

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BERLIN - Im Streit über das europäische Kampfjet-Projekt FCAS verzögert sich eine Einigung zwischen Deutschland, Frankreich und Spanien weiter. Deutschland und Frankreich hatten eine Übereinkunft bis Ende April gefordert - doch die Frist verstrich ohne Ergebnis. Eine Nuss ist noch zu knacken.

Eine Sprecherin des Bundesverteidigungsministeriums sagte am Samstag, man strebe eine Verständigung in der kommenden Woche an.

Knackpunkt bleibt die Frage, wer am Ende das geistige Eigentum an den Entwicklungen nutzen darf. "Für Deutschland ist der uneingeschränkte Zugriff auf die gemeinsam finanzierten Forschungsergebnisse von herausragender Bedeutung", betonte die Sprecherin.

Das Future Combat Air System (FCAS) soll ab 2040 nach und nach den von Deutschland und Spanien genutzten Eurofighter und die französische Rafale ablösen. An der mehr als 100 Milliarden Euro schweren Entwicklung sind die französische Dassault Aviation, Airbus und die spanische Indra beteiligt.

Die Aufgabenverteilung war lange umstritten, soll aber inzwischen weitgehend geklärt sein. Die drei Zulieferer, die die Triebwerke für das Kampfflugzeug der nächsten Generation liefern sollen, hatten sich in der Nacht zum Freitag geeinigt.

In Deutschland drängt auch deswegen die Zeit, weil die Bundesregierung die Pläne im Juni dem Haushaltsausschuss des Bundestags vorlegen will - rechzeitig vor der Bundestagswahl.

Dieses Ziel stehe unverändert, sagte die Ministeriumssprecherin. Die Nachrichtenagentur "Reuters" hatte von einem Insider erfahren, dass das Ministerium den Haushaltsentwurf am 19. Mai - also in knapp drei Wochen - an das Finanzministerium übermitteln muss.

MTU rechnet mit Einigung

Der Vorstandschef der Münchner MTU Aero Engines, einem der drei Triebwerks-Lieferanten bei dem Projekt, hatte sich zuversichtlich gezeigt, dass man sich rechtzeitig einigen werde.

Die Frage, wem das geistige Eigentum zustehe, werde wohl auf politischer Ebene gelöst werden müssen, hatte Reiner Winkler am Freitag gesagt. Der Antrieb für das Kampfflugzeug soll zu je einem Drittel aus Frankreich, Deutschland und Spanien kommen.

MTU und die französische Safran halten jeweils 50 Prozent an der Gemeinschaftsfirma mit dem Namen Eumet, die für das Triebwerk verantwortlich ist. Safran werde für die Auslegung und die Integration zuständig sein, MTU für Instandsetzungs- und Service-Aktivitäten. Operativ ist die spanische Rolls-Royce-Tochter ITP Aero mit von der Partie.

Die Entwicklung des Flugzeugs soll 2025 beginnen, 2030 soll es erste Prototypen geben. MTU winkt in der ersten Projektphase ein dreistelliger Millionenbetrag, mehrere hundert Entwickler in München sollen an dem Projekt arbeiten.
© aero.de, Reuters | Abb.: Airbus | 03.05.2021 07:43


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