Checkmate
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Das ist Russlands neuer Stealth-Fighter

Suchoi Checkmate
Suchoi Checkmate, © Suchoi

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SCHUKOWSKI - Die United Aircraft Corporation hat am 20. Juli, dem Eröffungstag des Aviasalons MAKS in Schukowski, das Tuch gelüftet und erstmals den Blick freigegeben auf den neuen russischen Kampfjet "The Checkmate". Schon in zwei Jahren soll er abheben. Was weiß man noch?

Einstrahlig, mit Stealth-Eigenschaften und KI im Cockpit, dafür ohne Höhenleitwerk: So zeigt sich Russlands neueste Kampfjet-Entwicklung "The Checkmate" seit heute auf dem MAKS-Gelände in Schukowski dem Publikum – wenn auch nur als (mutmaßlich) funktionsloses Mockup.

Im Vorfeld hatte Rostec, der Überbau aller staatlicher Rüstungsfirmen in Russland, mit einer gewitzten Kampagne weltweit die Neugierde auf das Projekt angeheizt. Russlands Präsident Wladimir Putin war heute Mittag der Erste, für den sich vor Ort in der speziell gebrandeten Messehalle der Schleier lüftete. Die restlichen Messebesucher können einen Tag später einen Blick auf "The Checkmate" werfen.

Für die ersten technischen Details sorgte Juri Sljusar, Präsident der Flugzeugbau-Holding UAC (United Aircraft Corporation), zu der Suchoi gehört. Gegenüber Präsident Putin gab Sljusar zu Protokoll, "The Checkmate" werde im Flug Mach 1,8 bis Mach 2 erreichen, etwa 3.000 Kilometer weit fliegen und 7.400 Kilogramm Waffen tragen können.

Seinen Worten nach umfasst das mögliche Auftragsportfolio rund 300 Flugzeuge – was zugleich den Eindruck unterstreicht, dass die Russen "The Checkmate" verstärkt im Ausland an den Mann bringen möchten. Darauf hatte bereits die betont international gehaltene PR-Kampagne im Vorfeld der Präsentation hingedeutet.

UAC nennt den Fighter auch LTS (Leichtes Taktisches Kampfflugzeug) und spricht von einem "leichten einmotorigen Jagdflugzeug der fünften Generation, das in Russland noch keine Entsprechung hat."

Letzteres trifft allein schon wegen der Zahl der Triebwerke zu: Die letzten Kampfjets der Russen, die einmotorig an den Start gingen, waren die MiG-23, deren Derivat MiG-27 sowie die Suchoi Su-22. Moderne russische Fighter besitzen allesamt zwei Triebwerke.

Nichtsdestotrotz attestiert UAC dem neuen Jet "eine hohe Flugleistung". Als Antrieb für "The Checkmate" dürften die Russen deshalb das Produkt 30 vorsehen – jenen Turbofan von NPO Saturn, der möglichst bald auch in den Top-Fighter Su-57 Einzug halten soll und der mit Nachbrenner 168 kN leistet.

Luft zum Atmen erhält das Produkt 30 beim LTS durch einen großen, nach vorn gepfeilten Lufteinlauf unterm Kinn des Flugzeugs, der sich bis auf halbe Höhe über die Rumpfseiten weiterzieht. Seine Waffen führt "The Checkmate" intern mit.

Das gesamte Design zielt auf eine geringe Radarsichtbarkeit ab. Im Cockpit sollen "Supercomputer-Technologien", gepaart mit "bewährten Lösungen" dem Piloten die Arbeit erleichtern, erklärt UAC weiter.

Auch als Drohne nutzbar

Gegenüber Präsident Putin sprach UAC-Chef Sljusar ferner davon, dass "The Checkmate" als "multifunktionale Plattform einer neuen Generation" gedacht sei, die sich besonders durch "niedrige Betriebskosten und breite Kampffähigkeiten" auszeichne.

Michail Strelets, Chefentwickler bei Suchoi, wies bei der Präsentation in Schukowski auf die "offene Architektur" des Flugzeuges hin. Diese ermögliche es, ihn bei Bedarf in einen Zweisitzer oder in eine unbemannte Drohne umzuwandeln.

Den Jungfernflug des ersten, einsitzigen Prototypen plant UAC offenbar schon für 2023. In den beiden folgenden Jahren sollen weitere Testflugzeuge entstehen. 2026, so hieß es, sei mit den ersten (Vor-)Serienflugzeugen zu rechnen.

Das ist, wenn man das Tempo der russischen Luftfahrtindustrie bei anderen Projekten der jüngeren Vergangenheit und Gegenwart betrachtet, recht ambitioniert. Es könnte allerdings auch heißen, dass das Projekt hinter verschlossenen Toren schon weiter vorangeschritten ist, als bislang erwartet.
© FLUGREVUE - Patrick Zwerger | Abb.: Suchoi | 21.07.2021 09:21


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