Warnung vor Anschlägen
Älter als 7 Tage

Flüge aus Kabul sollen rasch beendet werden

Luftwaffe fliegt 229 Menschen mit A400M aus
Luftwaffe fliegt 229 Menschen mit A400M aus, © BMVg

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KABUL - In Afghanistan wollen Verbündete der USA wegen der wachsenden Anschlagsgefahr die Evakuierungen rasch beenden. Medienberichten zufolge fliegt die Bundeswehr am Donnerstag zum vorerst letzten Mal Schutzsuchende aus Kabul aus, die französische Armee am Freitag.

"Wir werden bis morgen Nachmittag weitermachen", sagte Ministerpräsident Jean Castex im Sender RTL Radio.

Das US-Verteidigungsministerium ist unterdessen Befürchtungen entgegengetreten, die Evakuierungsflüge der USA am Flughafen in Kabul könnten bereits mehrere Tage vor dem geplanten Abzug der amerikanischen Truppen enden.

"Die Evakuierungsoperationen in Kabul werden nicht in 36 Stunden abgeschlossen sein", schrieb Pentagon-Sprecher John Kirby am Donnerstag auf Twitter. Die USA wollten bis zum Ende der Mission weiter "so viele Menschen wie möglich evakuieren". Bis zum Monatsende am kommenden Dienstag wollen die USA ihre Truppen aus Kabul abziehen.

Insgesamt sind binnen 24 Stunden erneut mehr als 13.000 Menschen aus Kabul ausgeflogen worden. Das Weiße Haus teilte am Donnerstag mit, zwischen dem frühen Mittwochmorgen und dem frühen Donnerstagmorgen habe das US-Militär rund 5.100 Menschen außer Landes gebracht, Flugzeuge von Verbündeten wiederum hätten im gleichen Zeitraum rund 8.300 Menschen evakuiert.

Seit dem Start des Evakuierungseinsatzes Mitte August hätten die Vereinigten Staaten und ihre Partner insgesamt mehr als 95.000 Menschen ausgeflogen.

Gegen 08.35 Uhr MESZ am 26. August landete in Kabul ein aus der usbekischen Hauptstadt Taschkent kommendes Transportflugzeug A400M der Bundeswehr, wie das Einsatzführungskommando auf Twitter mitteilte. Es soll dort weitere Schutzsuchende aufnehmen.

Am Vorabend hatte die Bundeswehr mit dem letzten von mehreren Flügen am Mittwoch 167 Menschen aus der afghanischen Hauptstadt ausgeflogen. "Insgesamt 5.193 Personen konnten seit Beginn der Evakuierungsmission durch die Bundeswehr in Sicherheit gebracht werden - allein gestern waren es 539 zu Schützende", schrieb das Verteidigungsministerium am Donnerstag auf Twitter. "Wir evakuieren bis zur letzten Sekunde."

Der Staatssekretär im britischen Verteidigungsministerium, James Heappey, warnte in der BBC, es gebe "sehr, sehr glaubhafte" Hinweise von Geheimdiensten, dass ein Anschlag auf die vor dem Flughafen wartende Menschenmenge unmittelbar bevorstehe.

Bundeswehr Airbus A400M startet von Taschkent aus in Richtung Kabul, © Bw_Einsatz


Die USA und ihre Verbündeten riefen die vor dem Flughafen ausharrenden Menschen auf, wegen der Gefahr durch drohende Anschläge der Gruppierung Islamischer Staat das Gelände zu verlassen.

Der Mitarbeiter der afghanischen zivilen Luftfahrtaufsicht, Ahmedullah Rafiksai, sagte Reuters: "Es ist sehr einfach für Selbstmord-Attentäter, die Korridore voller Menschen anzugreifen." Aber die Flüchtlinge wollten trotz der Warnungen nicht weggehen. "Sie wollen das Land verlassen und haben keine Angst, ihr Leben zu verlieren."

Dänemark hat die Evakuierung der Botschaftsmitarbeiter und ihrer Familien aus der afghanischen Hauptstadt Kabul bereits abgeschlossen. "Es ist nicht mehr sicher, vom Flughafen Kabul zu fliegen", sagte Verteidigungsministerin Trine Bramsen am Mittwochabend der dänischen Nachrichtenagentur Ritzau.

Die letzte Maschine sei in Islamabad gelandet. An Bord waren 90 Evakuierte, die letzten dänischen Angestellten, Soldaten und Diplomaten aus Kabul, so die Ministerin. Dänemark hat in den letzten Tagen rund 1.000 Menschen aus Afghanistan evakuiert.

Auch Belgien hat seine Evakuierungsflüge eingestellt, sagte Ministerpräsident Alexander De Croo. Vergangene Nacht sei der letzte Flug in Islamabad angekommen. Grund für den Abbruch der Transporte seien Warnungen vor drohenden Anschlägen. Man habe rund 1400 Menschen evakuieren können, sagt De Croo. Auch die kanadische Regierung hat die Evakuierungsmission inzwischen beendet (Stand 26. August).
© Reuters, dpa | Abb.: Bundeswehr | 26.08.2021 09:58


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