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Antonov Airlines: Mit 200 Tonnen Fracht nach Afrika

Antonov Airlines An-124
Antonov Airlines An-124, © Antonov Airlines

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KIEW - Die Basis ist zerstört, die Flotte dezimiert, doch Antonov Airlines fliegt trotzdem weiter. Dass die Spezialfracht-Profis aus der Ukraine dabei nicht nur Hilfsflüge für ihr Heimatland und NATO-Aufträge im Blick haben, zeigt ihr jüngster Coup. Der führte die Airline nach Nigeria. Dreimal.

Die neue Zentrale von Antonov Airlines liegt in Sachsen. Dort, am Flughafen Leipzig/Halle, hat die ukrainische Frachtfluglinie nach der Verwüstung ihrer Heimatbasis Kiew-Hostomel ihre Zelte aufgeschlagen. Fünf ihrer Antonow An-124 sind seither in Leipzig stationiert - samt Personal, Ersatzteilen und allem, was man zum Arbeiten sonst noch so braucht.

Und Arbeit, die gibt es für Antonov Airlines tatsächlich genug. Erklärtermaßen haben Flüge im Auftrag der ukrainischen Regierung dabei Priorität, und auch die Verpflichtungen aus dem SALIS-Vertrag mit NATO- und EU-Staaten müssen erfüllt werden. Dennoch bieten die Ukrainer ihre Dienste weiter auf dem zivilen Chartermarkt an - und arbeiten auch ältere Aufträge ab.

Einer dieser Aufträge führte Antonov Airlines jüngst gleich dreimal nach Kano in Nigeria. In Zusammenarbeit mit dem deutschen Charter-Unternehmen Chapman Freeborn galt es, einen neuen mobilen Gaskraftwerk-Generator samt zugehöriger Ausrüstung aus der slowenischen Hauptstadt Ljubljana in das afrikanische Land zu fliegen.

Die Gesamtmasse der gelieferten Ladung, einschließlich Generator, Turbine und Ausrüstung, betrug nach Angaben von Antonov Airlines etwa 200 Tonnen. Mehr als ein Jahr Planung, die selbst der Krieg nicht über den Haufen werfen konnte, war für die Mission notwendig. Die "lebenswichtige Ladung" sei dank professioneller Arbeit aller Beteiligten "sicher und pünktlich" am Zielort angekommen, konstatierte die Fluggesellschaft im Nachgang zufrieden.

Flüge nicht mehr einsehbar

Ob für alle drei Flüge immer dieselbe An-124 zum Einsatz kam oder ob mehrere Flugzeuge an dem Auftrag mitwirkten, dazu gibt es seitens Antonov Airlines keine Informationen. Seit Anfang März lassen sich die Flüge der fünf aktiven Großfrachter nicht mehr über Tracking-Apps verfolgen - eben weil statt des vormaligen Charter-Tagesgeschäfts nun häufig sicherheitskritische Missionen zum Alltag der Crews gehören.

Auf einem von Antonov Airlines veröffentlichten Foto aus Ljubljana ist jedoch die An-124-100 mit der Kennung UR-82008 beim Beladen auf dem Vorfeld zu sehen. Dieses Exemplar ist mit 35,5 Jahren das zweitälteste Mitglied der aktiven An-124-Flotte, deren Durchschnittsalter etwas mehr als 32 Jahre beträgt.
© FLUG REVUE - Patrick Zwerger | Abb.: Antonov Airlines | 06.06.2022 05:34


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