"Nicht schwer vorherzusehen"
Älter als 7 Tage

Bund wirft Luftfahrt Versagen vor

Streiks der Luftsicherheitskräfte
Abflugtafel, © Verdi

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BERLIN - Die Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Claudia Müller, wirft der Luftverkehrsbranche angesichts chaotischer Zustände an deutschen Flughäfen Fehler bei der Personalplanung vor.

"Wir mussten alle lange pandemiebedingt aufs Reisen verzichten. Also wollen viele Menschen nun endlich wieder raus und ihre Ferien genießen. (...) Dass so ein Zeitpunkt kommen würde, war auch nicht schwer vorherzusehen", sagte die Grünen-Politikerin der "Bild" (Mittwoch).

Es sei "umso frustrierender", wenn "nach den enorm schwierigen Corona-Jahren" nun die "hohen Passagierzahlen gerade auf personelle Engpässe im Luftverkehr" stießen. Es sei "in der gesamten Flugbranche anscheinend zu erheblichen Fehlplanungen" gekommen.

Die Bundesregierung habe "schnell gemeinsam reagiert", um die Situation zu entschärfen, sagte Müller. "Vor allem sollen die Sicherheitskontrolle und die Abfertigung an Flughäfen wieder schneller und reibungsloser funktionieren. Deshalb ist geplant, kurzfristig Bodendienstleister und Fachkräfte aus dem Ausland einzustellen, ohne dabei die Sicherheits-, Sozial- und Arbeitsstandards zu vernachlässigen."

Die drei zuständigen Bundesminister für Verkehr, Inneres und Arbeit, Volker Wissing (FDP), Nancy Faeser (SPD) und Hubertus Heil (SPD) wollen am Mittwoch Maßnahmen zur kurzfristigen Abhilfe der Situation vorstellen. Daran hatte eine Koordinierungsgruppe auf Ebene der Staatssekretäre seit Mitte des Monats gearbeitet.
© dpa-AFX | 29.06.2022 06:57

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Beitrag vom 29.06.2022 - 13:53 Uhr
Es ist gelebte Tradition, daß eine von der SPD "geführte" Bundesregierung

mit "Bauchschmerzen", aber zuverlässig umfällt.
Auch diesmal wieder ...

Wobei ja die FDP genauso vorhersagbar umfällt. Wenn es darum geht, Gewinne zu privatisieren und Sozialausgaben einzusparen, wird immer der "freie Markt" hochgehalten, der sich angeblich selbst regulieren soll.
Sobald ein funktionierender Markt aleine aufgrund von sinkendem Angebot und höherer Nachfrage aber mal in Richtung höhere Löhne Druck aufbaut, da kommt sie gar nicht schnell genug an die Schalthebel der Regulierung.
Blöderweise verlängert diese Entscheidung ja sogar das ELend mit dem miesen Service an Flughäfen. Denn wenn die neuen "Gastarbeiter" wieder zuhause sind, stehen wir wieder exakt dort, wo wir jetzt stehen...
Und noch mehr Arbeitnehmer werden diesem Bereich den Rücken zuwenden.


Dieser Beitrag wurde am 29.06.2022 14:24 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 29.06.2022 - 09:16 Uhr
Nun bleiben wir mal auf dem Boden der Tatsachen, bevor wir Regierungs- oder Parteienbashing betreiben.
Natürlich ist was an der Argumentation dran, dass höhere Löhne eventuell zu einer höheren Bereitschaft führen, die harten Jobs anzunehmen. Aber das ist ja nicht einmal das Kernproblem, sondern die notwendigen langwierigen Sicherheitsüberprüfungen, die sich bis zu drei Monaten hinziehen können. Und das wird bei Personal aus dem Ausland nicht sehr viel besser sein, eher noch aufwändiger. Daher ist die Hoffnung, dadurch den Engpass zu mildern, eher Wunschdenken. Bleiben aber noch andere Dinge, die einfach schwer zu verstehen sind, wie der überbordende Personalabbau in der Luft und am Boden, den kurzfristig denkendes Management durchgezogen hat. Aber wie so oft hätte man die Zeit schwacher Nachfrage ja nutzen können, um Arbeitsabläufe zu überdenken und eventuell besser zu gestalten. Beispielsweise würden CT-Scanner die Kontrollen deutlich beschleunigen (was nur in MUC der Fall ist). Warum hat man diese in den letzten beiden Jahren nicht auch in anderen Airports aufgestellt und das Personal geschult - da wäre Zeit gewesen? Wer nach Dubai blickt, sieht dort innovative Lösungen (Smart-Tunnel), die weniger personalintensiv sind und schneller ablaufen. In D: Fehlanzeige!
Jetzt ist aber gerade schick, auf "die" Politik einzuprügeln, die mit sicher mehr oder weniger sinnvollen Vorschlägen das durch Fluggesellschaften (allen voran die LH-Gruppe)und Airportbetreibern verursachte Chaos zu mildern versuchen.
Beitrag vom 29.06.2022 - 08:54 Uhr
Es ist gelebte Tradition, daß eine von der SPD "geführte" Bundesregierung sich in erster Linie als "Genosse der Bosse" definiert ... mit Hilfe eines Koalitionspartners FDP erst recht. Ich schlage Peter Hartz als denjenigen vor, der die Beschaffung von Personal aus Drittstaaten organisiert. Nicht, dass die Kosten am Ende noch aus dem Ruder laufen.

Dass darüberhinaus nun ausgerechnet eine Politikerin der Grünen dafür Sorge trägt, dass wieder so schnell und viel wie möglich geflogen werden kann, ist an Realsatire kaum noch zu toppen.


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