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Klimaneutrale Privatflüge in Reichweite?

Elektra Trainer
Elektra Trainer, © Elektra Solar

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HANNOVER - Geschäfts- und Freizeitflüge könnten nach Ansicht von Experten schon in wenigen Jahren klimaneutral möglich sein.

"Die E-Fliegerei ist heute da, wo wir vor zehn Jahren bei den E-Autos waren", sagte der Zukunftsforscher Morell Westermann, der den Flug eines vollelektrischen Kleinflugzeugs quer durch Deutschland organisiert hat, am Donnerstag am Flughafen Hannover.

Das Ultraleichtflugzeug "Elektra Trainer" war am Mittwochabend als erster E-Flieger an Niedersachsens größtem Airport gelandet.

Noch stehe die Entwicklung der E-Flieger am Anfang, sagte Westermann, der selbst Pilot ist. Die Technologie habe zuletzt aber einen großen Sprung gemacht. Für einen Flug von Hessen auf die Nordseeinsel Norderney etwa habe die "Elektra Trainer" am Dienstag nur einen Zwischenstopp benötigt. Bis Ende der 2020er Jahre seien kürzere Geschäfts- und Privatflüge mit E-Antrieb möglich.

Björn Nagel vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) erklärte, die "Elektra Trainer" zeige, wie die Leistungsfähigkeit elektrischer Flugzeuge in den vergangenen Jahren gesteigert werden konnte.

"Viele der typischen Strecken von solchen Sportflugzeugen lassen sich also klimaneutral fliegen, wenn die Akkus mit regenerativ erzeugtem Strom geladen werden", sagte Nagel. Flugzeuge mit E- oder Hybrid-Antrieb seien auch besonders leise. "Auf große Transportflugzeuge, die weite Strecken mit hoher Geschwindigkeit überwinden, lässt sich dieses Antriebssystem aber nicht übertragen." Dafür seien die benötigten Batterien absehbar zu schwer.
© dpa | 31.08.2023 14:54

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Beitrag vom 03.09.2023 - 18:03 Uhr
@EricM,
da bin ich nicht so optimistisch: Bei den AKWs wurde die Entsorgung der Abfälle in die Zukungt verschoben. Eine akzeptable Lösung gibt es nicht. Ähnliches gilt für den Fluglärm und die Abgase...
Der Leichtbau bzw. die Volumenverkleinerung sind nicht unbedingt die wichtigsten Forschungsziele bei der Batterieentwicklung. Beides wäre aber für die Nutzung in Kleinflugzeugen und für Lillium und Co. enorm wichtig.

Dieser Beitrag wurde am 03.09.2023 18:04 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 03.09.2023 - 11:29 Uhr
So dogmatisch sollte man denke ich nicht argumentieren.
-Nichts- aber auch wirklich gar nichts, was wir herstellen, ist vollständig klimaneutral.

Die Produktion der Akkus erfordert gewaltige Mengen Strom, wenn der nicht "grün" ist, werden gewaltige CO2 Mengen bei der Herstellung in die Luft geblasen, die später in Deutschland kaum eingespart werden können, weil auch der Ladestrom oft zu über 50% aus fossilem Strom besteht, es landet also wieder "Kohlestrom" im Akku.

Das vermischt Herstellung und Betrieb des Akkkus. Beide sind von einander unabhängig.
Der Strommix zum Laden ändert sich, Verkehrslandeplätze könnten sogar eigene PV Infrastruktur fürs Laden aufbauen, Platz gibts da idR genug. Und Avgas ist auch nicht billig, das würde sich vermutlich recht schnell rentieren.

Und ein mit Kohlestrom hergestellter Akku und emissionsfreier Betrieb ist selbst bei geringer Nutzung besser als fossiler Betrieb.

Wenn die Akkus für die Flugzeuge ebenfalls von LG aus Polen kommen, sollte man das Projekt gleich beenden.

Das ist so der Ansatz, den ich oft den Grünen vorwerfe. "Wenn es nicht 100,0% Öko ist, sollte man es gar nicht machen."

So funtioniert Fortschritt nicht.
Man muss zwar das 100% Ziel im Blick behalten. Auf dem Weg dahin sind aber suboptimale Zwischenschritte unvermeidbar.
Beitrag vom 03.09.2023 - 09:24 Uhr
Zitat:“"Viele der typischen Strecken von solchen Sportflugzeugen lassen sich also klimaneutral fliegen, wenn die Akkus mit regenerativ erzeugtem Strom geladen werden", sagte Nagel. „

Es fehlt die wichtigste Voraussetzung für klimaneutrales fliegen, auch die Akkus müssten mit grünem Strom hergestellt werden.

Die Produktion der Akkus erfordert gewaltige Mengen Strom, wenn der nicht „grün“ ist, werden gewaltige CO2 Mengen bei der Herstellung in die Luft geblasen, die später in Deutschland kaum eingespart werden können, weil auch der Ladestrom oft zu über 50% aus fossilem Strom besteht, es landet also wieder „Kohlestrom“ im Akku.

Das größte Werk für Akkuzellen steht in Polen bei Breslau, nagelneu von der Firma LGEnergySolution. Alle europäischen Autohersteller werden damit beliefert, nur BMW kauft die Akkus bei CATL.
Polen hat einen Kohlestromanteil von 80%, alle PKWs mit einem Akku von LGEnergySolution sind in der CO2 Bilanz in Deutschland auf Dauer schlechter als moderne Verbrenner.

Wenn die Akkus für die Flugzeuge ebenfalls von LG aus Polen kommen, sollte man das Projekt gleich beenden.



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