ZÜRICH - Der deutsche Lufthansa-Konzern erwägt den Erwerb neuer Boeing <US0970231058>-Flugzeuge aus den USA über die Schweiz. Damit sollen das US-Handelsbilanzdefizit mit der Schweiz verringert und drohende Strafzölle abgewendet werden, wie der "Tages-Anzeiger" am Mittwoch berichtete.
Swiss-Chef Jens Fehlinger traf sich vergangene Woche in Washington mit Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter und Wirtschaftsminister Guy Parmelin, um mit US-Regierungsvertretern wie Außenminister Marco Rubio über mögliche Lösungen zu sprechen. Die Swiss bestätigte der Nachrichtenagentur AWP entsprechende Informationen.
"Die Gespräche betrafen insbesondere die Rahmenbedingungen für die Einfuhr von Flugzeugen sowie mögliche Optionen für den Lufthansa-Konzern, für Swiss, aber auch für die USA und amerikanische Unternehmen", sagte ein Swiss-Sprecher.
Angaben zu den Inhalten dieser Überlegungen und zu den Verhandlungen selbst blieben den zuständigen Regierungsbehörden vorbehalten.
Auf Anfrage von AWP äußerte sich die Lufthansa nicht näher, betonte jedoch, man sei "grundsätzlich klar an einer langfristigen wirtschaftlichen Erfolgsbilanz von Swiss interessiert". Flottenkäufe würden vom Lufthansa-Konzern in enger Zusammenarbeit mit den Fluggesellschaften getätigt.
Laut dem Zeitungsbericht sieht der Plan vor, dass rund 100 Boeing-Maschinen im Wert von 21 Milliarden Franken, die der Lufthansa-Konzern in den nächsten sieben Jahren erwartet, nicht wie bisher über Leasingfirmen in Tiefsteuergebieten wie Malta oder Irland beschafft, sondern über die Schweiz abgewickelt werden.
Direkte Auswirkungen auf die Swiss-Flotte hätte dies nicht, wie es im Bericht heißt. Die Jets würden für andere Lufthansa-Airlines fliegen. Die Maßnahme könnte helfen, das Handelsdefizit zwischen der USA und der Schweiz optisch zu senken, ohne dass zusätzliche Boeing-Flugzeuge gebaut werden. Lufthansa hatte den Schritt schon früher in Betracht gezogen, um mögliche EU-Gegenzölle zu umgehen.
© dpa-AFX | Abb.: LUfthansa | 13.08.2025 13:42
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Beitrag vom 13.08.2025 - 23:17 Uhr
Sie haben ja grundsätzlich Recht, aber was will Trump? Arbeitsplätze in den USA. Und womit werden mehr Arbeitsplätze in den USA geschaffen. Dienstleistung oder Waren?
Das ganze Handelsbilanz Bohei der Regierung Trump bezieht sich ausschließlich auf den Handel mit physischen Gütern.
Dienstleistungen wie zB Digitale Dienste wie zB Google, Apple oder Meta werden bewusst ausgeblendet, da ansonsten die Handelsbilanz mit den meisten Nationen eher ausgeglichen wären oder sogar einen Überschuss für die USA ausweisen - und damit keinen guten casus belli für einen Handelskrieg abgeben würden.
Alle bisher öffentlich eskalierten Zölle der letzten Monate (auch die für die antarktischen Pinguine) bezogen sich immer nur auf Waren.
Von daher will er wohl auch primär US Arbeitsplätze in der Warenfertigung ("am Band") schaffen, also genau die Jobs, die die USA die letzten 30 Jahre bewusst exportiert haben.
Dieser Beitrag wurde am 13.08.2025 23:59 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 13.08.2025 - 21:50 Uhr
Sie haben ja grundsätzlich Recht, aber was will Trump? Arbeitsplätze in den USA. Und womit werden mehr Arbeitsplätze in den USA geschaffen. Dienstleistung oder Waren?
Mich wundert es immer, dass unsere ganzen BWL und VWL ("Wissenschaftler") diesen Aspekt nie auseinander halten. Ich kan nicht abschätzen wie das Verhältnis der jeweiligen Arbeitsplätze in den Bilanzen - die ja Wertmäßig getrennt ausgewiesen werden - aussieht.
Beitrag vom 13.08.2025 - 16:52 Uhr
Das so große Handelsbilanzdefizit ergibt sich nur, wenn man Dienstleistungen wie Software außer acht lässt.
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Das ganze Handelsbilanz Bohei der Regierung Trump bezieht sich ausschließlich auf den Handel mit physischen Gütern.
Dienstleistungen wie zB Digitale Dienste wie zB Google, Apple oder Meta werden bewusst ausgeblendet, da ansonsten die Handelsbilanz mit den meisten Nationen eher ausgeglichen wären oder sogar einen Überschuss für die USA ausweisen - und damit keinen guten casus belli für einen Handelskrieg abgeben würden.
Alle bisher öffentlich eskalierten Zölle der letzten Monate (auch die für die antarktischen Pinguine) bezogen sich immer nur auf Waren.
Von daher will er wohl auch primär US Arbeitsplätze in der Warenfertigung ("am Band") schaffen, also genau die Jobs, die die USA die letzten 30 Jahre bewusst exportiert haben.
Dieser Beitrag wurde am 13.08.2025 23:59 Uhr bearbeitet.
Mich wundert es immer, dass unsere ganzen BWL und VWL ("Wissenschaftler") diesen Aspekt nie auseinander halten. Ich kan nicht abschätzen wie das Verhältnis der jeweiligen Arbeitsplätze in den Bilanzen - die ja Wertmäßig getrennt ausgewiesen werden - aussieht.