Fraport-Problem in Südamerika
Älter als 7 Tage

Airlines sperren sich gegen Transitgebühr in Lima

Flughafen Lima mit neuem Terminal
Flughafen Lima mit neuem Terminal, © Fraport

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FRANKFURT - Flughafenentgelte sind in der Regel Teil des Ticketpreises. Der Fraport-Flughafen Lima geht mit einer Transitgebühr notgedrungen einen Sonderweg - internationale Umsteiger müssen das Entgelt an den Flughafen direkt entrichten. Denn Airlines wollen in Lima keinen Präzedenzfall schaffen.

Die "Transfer Fee" (TUUA) in Lima beträgt rund 12,00 US-Dollar. Vorerst betrifft die Gebühr alle Passagiere, die den Flughafen Jorge Chávez für einen International-zu-International-Transit nutzen, etwa von Mexiko-Stadt über Lima nach Buenos Aires reisen.

Fraport, der Frankfurter Flughafenbetreiber hält über ein Konsortium die Konzession für Lima, will über TUUA Investitionen in Lima wieder einspielen.

Der Umsteigerobolus wird seit Dezember 2025 erhoben und ist - anders als übrige Passagierentgelte - nicht als Teil des Ticketpreises ausgestaltet. Internationale Transitpassagiere müssen die Gebühr an Kiosken oder über ein Webportal direkt an den Flughafen entrichten. Eine Ausweitung auf alle Umsteiger war zumindest bisher der Plan.

Ideal ist die Lösung auf Dauer nicht - Fraport würde die Gebühr gerne auf die Tickets umlegen, doch Fluggesellschaften stellen sich da quer. In der südamerikanischen Airlineszene geht die Sorge um, dass das Lima-Modell Schule macht - und auch andere Drehkreuze bald einen Transferaufschlag erheben.

"Fluggesellschaften sind tatsächlich kein Freund dieser Gebühr", räumte Fraport-Chef Stefan Schulte kürzlich in Frankfurt ein. Fraport habe aber "eine klare regulatorische Genehmigung" für die Gebühr. "Natürlich würden wir (die Gebühr) gerne direkt über den Ticketpreis erheben, (...) das wäre die bessere Lösung."

Die Passagiere nehmen die Gebühr laut Fraport bislang weitgehend klaglos hin. "Wir sehen keine großen Widerstände dagegen", sagte Schulte in Frankfurt. Fraport spreche zwar mit Airlines - die hielten bisher aber an der Linie fest, den Transferzuschlag nicht in den Ticketpreis aufnehmen.

Der Flughafen Lima Jorge Chávez International wird seit 2001 vom Konsortium Lima Airport Partners betrieben, an dem Fraport 80,01 Prozent hält. Seinerzeit war der Flughafen mit gerade Mal vier Millionen Jahrespassagieren ungefähr so groß wie der Flughafen Nürnberg heute.

Rasantes Wachstum in Südamerika

Inzwischen hat sich das Aufkommen in Lima durch hohe Investitionen der Betreiber - zuletzt in ein neues Terminal - auf zuletzt 25,5 Millionen Jahrespassgiere vervielfacht.

Peru gehört zu den wachstumsstärksten Auslandsmärkten von Fraport - gegen 2030 rechnet Fraport in Lima bereits mit 35 Millionen Jahrespassagieren, bis 2041 soll die Marke von 50 Millionen Jahrespassgieren überschritten werden. Die Konzession für das Fraport-Konsortium läuft aktuell bis 2051.
© aero.de | Abb.: Fraport | 06.04.2026 06:35

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Beitrag vom 07.04.2026 - 12:34 Uhr
Weshalb verlangt FRAPORT diese Gebühr nicht auch in Frankfurt, wenn sie "so klaglos" hingenommen wird?

Weil es diese Gebühren ja schon längst als Bestandteil des Ticketpreises bekommt.

Gründlich lesen hilft.

Dann lies mir diese für mich nicht aufzufindende Stelle gerne mal vor. Ich lese nur, dass FRAPORT es sich dort wünscht, nicht aber dass diese Gebühr wie auch immer in Frankfurt erhoben wird. Also, her mit dem Zitat.

Nee, das ist falsch. Die Fluggesellschaften weigern sich, ihren Obulus für die Flughafennutzung so zu entrichten wie sie es überall sonst auch tun müssen. Deswegen ist Fraport gezwungen, das von den Passagieren direkt zu fordern.

Das ist Quatsch: Es gibt einige Flughäfen bzw Länder, die diverse Sondergebühren wie Ausreisesteuer etc. verlangen. Diese sind aber nicht prinzipiell im Ticketpreis enthalten sondern müssen vielfach extra bezahlt werden. Teilweise an Schaltern, teilweise beim Check-in.


Dieser Beitrag wurde am 07.04.2026 12:39 Uhr bearbeitet.

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Beitrag vom 07.04.2026 - 10:07 Uhr
That’s a fair point about the Frankfurt comparison. It makes you wonder if the regulatory framework in Peru allows for these 'transit fees' specifically because the revenue model for developing markets is structured differently than their European hubs. Is this fee a standard practice for other privatized airports in LATAM, or is Fraport an outlier here?
Beitrag vom 07.04.2026 - 09:32 Uhr
Weshalb verlangt FRAPORT diese Gebühr nicht auch in Frankfurt, wenn sie "so klaglos" hingenommen wird?

Weil es diese Gebühren ja schon längst als Bestandteil des Ticketpreises bekommt.

Gründlich lesen hilft.



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