Kerosin, Slots, Steuern
Älter als 7 Tage

Welche Notfallmaßnahmen die Airlinebranche jetzt fordert

Kerosin
Kerosin, © Air BP

Verwandte Themen

BRÜSSEL - Der Iran-Krieg eng Planungshorizonte europäischer Fluggesellschaften kurz vor der Hochsaison ein - hinter der Treibstoffversorgung steht ein Fragezeichen. Der Branchenverband "Airlines for Europe" (A4E) fordert jetzt eine Kerosinstrategie auf EU-Ebene - und Entlastungen bei Steuern und CO2-Zertifikaten.

Der Iran und die USA nehmen den Gesprächfaden wieder auf. Nach Medieninformationen werden Delegationen noch in dieser Woche Verhandlungen über ein Friedensabkommen in Islamabad fortsetzen.

Die Zeit läuft gegen Airlines. Der europäische Flughafenverband ACI Europe sieht die Gefahr einer "systemischen Kerosinknappheit" an europäischen Flughäfen, sofern der Tankerverkehr durch die Straße von Hormus nicht binnen der nächsten drei Wochen wieder "stabil und in nennenswertem Umfang" wieder anläuft.

Das geht aus einem Schreiben des Verbands an die EU-Kommission hervor, über das zu Wochenbeginn die Nachrichtenagenturen AFP und AP berichten.

Parallel zu den Flughafenbetreibern ist der Airline-Branchenverband A4E jetzt an die EU-Kommission herangetreten.

Strategische Kerosinreserve

Beide Verbände fordern Brüssel auf, die angespannte Versorgungslage beim Kerosin zu überwachen. A4E-Vertreter regen in einem aktuellen Positionspapier zudem eine Einkaufsstrategie auf EU-Ebene und den Aufbau einer strategischen 90-Tages-Reserve für Kerosin an, auf die Airlines im Notfall zurückgreifen können.

Zuletzt hatte auch die Internationale Energieagentur (IEA) auf drohende Versorgungsengpässe bei Diesel und Flugtreibstoffen in Europa im Fall einer fortdauernden Blockade der Straße von Hormus durch den Iran hingewiesen.

Der Kerosinpreis hat im Zuge des Iran-Kriegs bereits mehr als verdoppelt. Lufthansa rechnet trotz einer hohen Hedingquote von 80 Prozent für 2026 mit Mehrkosten von rund 1,4 Milliarden Euro - Lufthansa-Flugtickets werden bereits teurer.

Entlastungen bei CO2-Handel und Steuern

Andere Fluganbieter trifft der Preisschock ungefiltert - SAS hatte vor Kriegsbeginn keine Preissicherung betrieben, Air Baltic nur für zehn Prozent ihres Bedards. Beide Airlines klopfen ihre System bereits um unrentable Flüge aus.

Der europäische Airlineverband will über Brüssel jetzt Entlastungen für die Branche erreichen - der A4E sieht im CO2-Zertifikatehandel und bei Steuern Stellschrauben für die Politik. Beim EU-Emissionshandelssystem (ETS) müssen Fluglinien Zertifikate für den Ausstoß klimaschädlicher Gase erwerben.

Außerdem fordert der Verband rechtliche Klarheit und Sicherheit bei bestehender Gesetzgebung, etwa hinsichtlich Slots. Diese Zeitfenster zum Starten und Landen muss eine Fluggesellschaft an beliebten Flughäfen nutzen, um sie zu behalten. Der Verband spricht sich unter anderem dafür aus, dass durch Luftraumsperrungen infolge des Konflikts die nicht wahrnehmbaren Slots nicht als ungenutzt gelten.

Dies sind vorübergehende Maßnahmen, um uns durch die aktuelle Situation zu bringen, sowie längerfristige Planungen, um für die Zukunft vorbereitet zu sein", sagte Geschäftsführerin Ourania Georgoutsakou. Viele große Fluggesellschaften sind Mitglied des Verbands, etwa die Lufthansa, Air France oder Ryanair.
© aero.de, dpa | Abb.: BP, Lufthansa | 14.04.2026 13:33

Um einen Kommentar schreiben zu können, müssen Sie sich bei aero.de registrieren oder einloggen.

Beitrag vom 15.04.2026 - 14:29 Uhr
"Der europäische Airlineverband will über Brüssel jetzt Entlastungen für die Branche erreichen - der A4E sieht im CO2-Zertifikatehandel und bei Steuern Stellschrauben für die Politik."

Hat ja doch relativ lange gedauert, bis diese Forderung auf den Tisch kommt.

Aber klar, die Welt brennt, die Politik weiß nicht wo sie das Geld für die Erhaltung normaler, wirklich wichtiger Infrastruktur (Gesundheitswesen, Post, ÖPNV, soziale Notwendigkeiten usw.usf.) hernehmen soll, aber die Airline- Branche muss dringendst (noch mehr) gepampert werden.


Die Politik weiß nicht, woher sie das Geld nehmen soll? Und dass obwohl die Steuereinnahmen noch nie so hoch sind wie aktuell?
Nein, man will es nicht wissen, bzw. man mag das nicht aussprechen!
Jeder kann sich doch informieren, wohin die vielen Steuereinnahmen gehen, und man muss das nur mal vergleichen mit früheren Jahren!

Könnten Sie das bitte genauer, gerne mit Zahlen und Quellen belegt, erläutern? Vielleicht, einfachheitshalber, an den Schwierigkeiten der deutschen Regierung einen ausgeglichenen Haushalts(plan) für 2026 zu erstellen.
M.E. fehlen da noch Milliardenbeträge, und deshalb versucht man jetzt mit allen möglichen 'Sparansätzen' die irgendwie herzubekommen bzw. darzustellen.

Danke schonmal dafür.

Btw. Frankreich ist auch bis über beide Ohren verschuldet, und viele andere EU Länder auch... !?
Beitrag vom 15.04.2026 - 10:24 Uhr
"Der europäische Airlineverband will über Brüssel jetzt Entlastungen für die Branche erreichen - der A4E sieht im CO2-Zertifikatehandel und bei Steuern Stellschrauben für die Politik."

Hat ja doch relativ lange gedauert, bis diese Forderung auf den Tisch kommt.

Aber klar, die Welt brennt, die Politik weiß nicht wo sie das Geld für die Erhaltung normaler, wirklich wichtiger Infrastruktur (Gesundheitswesen, Post, ÖPNV, soziale Notwendigkeiten usw.usf.) hernehmen soll, aber die Airline- Branche muss dringendst (noch mehr) gepampert werden.


Die Politik weiß nicht, woher sie das Geld nehmen soll? Und dass obwohl die Steuereinnahmen noch nie so hoch sind wie aktuell?
Nein, man will es nicht wissen, bzw. man mag das nicht aussprechen!
Jeder kann sich doch informieren, wohin die vielen Steuereinnahmen gehen, und man muss das nur mal vergleichen mit früheren Jahren!
Beitrag vom 15.04.2026 - 10:14 Uhr
"Der europäische Airlineverband will über Brüssel jetzt Entlastungen für die Branche erreichen - der A4E sieht im CO2-Zertifikatehandel und bei Steuern Stellschrauben für die Politik."

Hat ja doch relativ lange gedauert, bis diese Forderung auf den Tisch kommt.

Aber klar, die Welt brennt, die Politik weiß nicht wo sie das Geld für die Erhaltung normaler, wirklich wichtiger Infrastruktur (Gesundheitswesen, Post, ÖPNV, soziale Notwendigkeiten usw.usf.) hernehmen soll, aber die Airline- Branche muss dringendst (noch mehr) gepampert werden.


Stellenmarkt

Schlagzeilen

aero.uk

aero.ukWe spread our wings to the UK. Visit aero.uk for British aviation news from our editors.

schiene.de

Meistgelesene Artikel

Community

Thema: Pilotenausbildung

FLUGREVUE 05/2026

Shop

Es gibt neue
Nachrichten bei aero.de

Startseite neu laden