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Ryanair-Rückzug vom BER: Verband sieht Alarmsignal

Ryanair am BER
Ryanair am BER, © FBB, Günter Wicker

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SCHÖNEFELD - Der Flughafenverband ADV sieht in der Ankündigung der drastischen Reduzierung des Flugangebots von Ryanair am Hauptstadtflughafen BER ein Alarmsignal.

"Deutschland schaut nach der Ryanair-Ankündigung auf den Flughafen BER, aber eigentlich ist es keine Entscheidung gegen Berlin, sondern gegen den Luftverkehrsstandort Deutschland insgesamt", sagte Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel.

Ryanair will zum Winter die Hälfte des Flugangebots am Hauptstadtflughafen BER reduzieren, seine Basis schließen und die sieben stationierten Flugzeuge abziehen. Er begründete die Entscheidung als direkte Folge der jüngsten Ankündigung des Berliner Flughafens, die Gebühren von 2027 bis 2029 erneut um weitere zehn Prozent zu erhöhen. Die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB) wies dies jedoch zurück und erklärte, beide Seiten verhandelten derzeit über die Entgelte.

Verband: Kosten sind in Deutschland im Vergleich zu hoch

Der Verband sieht einen strukturellen Wettbewerbsnachteil, der die Passagierentwicklung bremst. "Überhöhte Steuern und Gebühren verhindern, dass deutsche Flughäfen am dynamischen Wachstum des europäischen Luftverkehrs partizipieren", sagte der Hauptgeschäftsführer. Beisel nannte die Luftverkehrsteuer, die Luftsicherheitsgebühr und Flugsicherungsgebühren inklusive der Flughafenentgelte.

Die Flughafenentgelte selbst lägen im unteren europäischen Durchschnitt und machten nur einen kleinen Anteil an den Gesamtkosten einer Airline aus.

Der Verband nannte Beispiele: Während ein Flug von Berlin nach Palma Fluggesellschaften rund 7.600 Euro an Steuern und Gebühren koste, seien es ab Warschau nur etwa 4.400 Euro. Für einen Flug nach New York würden von einem deutschen Flughafenstandort rund 25.300 Euro fällig, an einem vergleichbaren europäischen Standort nur etwa 13.900 Euro.

Deutschland habe beim Passagieraufkommen nur ein geringes Plus seit zehn Jahren, Nachbarländer aber teils große Zuwächse. Präsidentin des Flughafenverbands ist Berlins Flughafenchefin Aletta von Massenbach.
© dpa, aero.de | 25.04.2026 11:57

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Beitrag vom 28.04.2026 - 15:18 Uhr

Geht auch um Inbound-Touristen. Deren Anteil ist in den vergangenen Jahren in D ständig gewachsen. Diese fliegen jetzt weniger nach Deutschland, und mehr in die anderen Länder;

Weil RyanAir nicht mehr nach Berlin fliegt?


inländische Touristen fangen es nicht auf, weil sie weniger sind und auch noch aufgeklärter, wenn es darum geht, überzogene Preise zu erkennen.

Naja, wenn ausländische Touristen dümmer aka "unaufgeklärter" sind als deutsche, dann fliegen sie doch wohl eher mit einer zu teuren Linie nach Berlin als ihr Touristenziel ganz zu streichen.


Und auch fahren inländische Touristen nicht dahin, wohin auch die Ausländer gerne fahren (eher regional in die Fläche zur Erholung vs. Ballungsräume und kulturhistorische Hotspots).

Das ist richtig, bei ausländischen Besuchern besonders beliebte Ziele wie Heidelberger Schloss und Neuschwanstein werden tatsächlich von der inländischen Bevölkerung nur selten mit einer Anreise per Flugzeug besucht.


Untersuchungen und auch letzten Endes der kommerzielle Erfolg der ULCC zeigen, dass PAX eher an der Anreise sparen, um am Ziel mehr zu haben.

Ausländische Touristen mit strukturiertem Reiseplan kommen aber typischerweise per Reiseveranstalter und nicht als LCC-Schnäppchenjäger ins Land. Und dass Paxe sparen, wenn sie können, heisst auch noch lange nicht dass sie nicht kommen, wenn sie weniger sparen können.



Ferner entscheiden sich Fachkräfte u.U. vielleicht für einen anderen Standort. Weil neben den objektiven Kriterien, wie Verdienst, Karriere etc. auch solche Faktoren wie eine gute Erreichbarkeit durch z. B. eine regelmäßig verkehrende, schnelle und bezahlbare Flugmöglichkeit in der Heimat eine Rolle spielen. Ein gewaltiger Anteil der ULCC-PAX sind family & friends und personal non-holiday (Uni, Job Interview) und personal event travel.

Aber exakt die haben gerade keine Ausweichmöglichkeit.


Online-Meetings werden nicht immer schulterzuckend einfach so als Alternative hingenommen. Audits, praktische Schulungen, manuelle Tätigkeiten etc. können schlicht nicht online erledigt werden. Eine Firma kann die schlechte Erreichbarkeit für unteres Fachpersonal als Kriterium sehen, um Kompetenzen lieber an besser angebundenen Standorten weiterzuentwickeln. „Wirtschaft wird abgehängt“ hört sich etwas zu reißerisch an, aber mir erscheint es logisch, dass eine gute Erreichbarkeit eine Rolle für die wirtschaftliche Entwicklung einer Region bzw. eines Landes spielt.

Nur seltsam, dass unsere Wirtschaft besonders gerne in der Pampa boomt und insbesondere für Fachpersonal immer interessanter wird, während unsere gut erreichbaren Konzerne derzeit doch eher das Hungertuch auspacken.

Ich frage mich eh, wer denn auf eigene Kosten nach Berlin fliegt. Braucht doch eigentlich keiner :-)
Beitrag vom 28.04.2026 - 08:15 Uhr
Geht auch um Inbound-Touristen. Deren Anteil ist in den vergangenen Jahren in D ständig gewachsen.

Richtig, aber Schwerpunkt Inbound Tourismus sind europäische Nachbarländer Deutschlands. Da wird nur ein kleiner Bruchteil überhaupt fliegen. Für USA ist das wohl richtig, die lagen aber 2024 nur auf Platz 2 mit weniger als 10% Anteil an den Übernachtungen in DE.
 https://www.tn-deutschland.com/zum-download-zahlen-daten-fakten-zum-incoming-tourismus-2024/

Ein Rückgang von USA Touristen ist aber eh zu erwarten, da aktuell speziell deutsche Touristen die USA (aus mMn offensichtlichen Gründen) meiden. Der nächste Handelskrieg in dem Bereich ist also absehbar...
Diesen Rückgang könnte Reiseweltmeister Deutschland mit weniger Flügen ins Ausland aber locker ausgleichen.

Zum Rest: "Gut erreichbar" ist auch Berlin weiterhin ja allemal.


Dieser Beitrag wurde am 28.04.2026 09:15 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 27.04.2026 - 22:28 Uhr
Geht auch um Inbound-Touristen. Deren Anteil ist in den vergangenen Jahren in D ständig gewachsen. Diese fliegen jetzt weniger nach Deutschland, und mehr in die anderen Länder; inländische Touristen fangen es nicht auf, weil sie weniger sind und auch noch aufgeklärter, wenn es darum geht, überzogene Preise zu erkennen. Und auch fahren inländische Touristen nicht dahin, wohin auch die Ausländer gerne fahren (eher regional in die Fläche zur Erholung vs. Ballungsräume und kulturhistorische Hotspots).

Untersuchungen und auch letzten Endes der kommerzielle Erfolg der ULCC zeigen, dass PAX eher an der Anreise sparen, um am Ziel mehr zu haben.

Ferner entscheiden sich Fachkräfte u.U. vielleicht für einen anderen Standort. Weil neben den objektiven Kriterien, wie Verdienst, Karriere etc. auch solche Faktoren wie eine gute Erreichbarkeit durch z. B. eine regelmäßig verkehrende, schnelle und bezahlbare Flugmöglichkeit in der Heimat eine Rolle spielen. Ein gewaltiger Anteil der ULCC-PAX sind family & friends und personal non-holiday (Uni, Job Interview) und personal event travel.

Online-Meetings werden nicht immer schulterzuckend einfach so als Alternative hingenommen. Audits, praktische Schulungen, manuelle Tätigkeiten etc. können schlicht nicht online erledigt werden. Eine Firma kann die schlechte Erreichbarkeit für unteres Fachpersonal als Kriterium sehen, um Kompetenzen lieber an besser angebundenen Standorten weiterzuentwickeln. „Wirtschaft wird abgehängt“ hört sich etwas zu reißerisch an, aber mir erscheint es logisch, dass eine gute Erreichbarkeit eine Rolle für die wirtschaftliche Entwicklung einer Region bzw. eines Landes spielt.


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