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Spirit Airlines gibt auf. Nachdem sich US-Regierung und Gläubiger nicht über ein staatliches Hilfspaket einig wurden, kündigte die Airline am Samstag "mit großer Enttäuschung" eine "geordnete Einstellung des gesamten Betriebs" an. Passagiere sollen nicht mehr zu den Flughäfen kommen.
Für Spirit Airlines wurde die Luft in den letzten Wochen immer dünner - die im Zuge des Iran-Kriegs gestiegenen Kerosinpreise gefährdeten einen Sanierungsplan, die Airline suchte einen Ausweg über Staatshilfen.
Die US-Regierung hatte dann auch Bereitschaft signalisiert, Spirit Airlines mit 500 Millionen US-Dollar zu stützen, aber Garantien gefordert. Zentrale Spirit-Airlines-Gläubiger, darunter der Fonds Citadel, sperrten sich gegen eine nachrangige Besicherung ihrer Forderungen.
Spirit Airlines steckte schon länger in Schwierigkeiten, 2024 scheiterte eine Übernahme durch den Konkurrenten JetBlue Airways an kartellrechtlichen Hürden.
Ein mit Gläubigern abgesteckter Sanierungsplan sah eine auf rund 80 Flugzeuge reduzierte Airbus-Flotte und ein stark ausgedünntes Netzwerk vor, basierte allerdings auf Kerosinpreisen um 2,00 US-Dollar pro Gallone. Seit Ausbruch des Iran-Kriegs ist Flugtreibstoff auch in den Vereinigten Staaten mehr als doppelt so teuer.
Spirit Airlines gehörte seit 1992 fest zur US-Airlineszene. Zuletzt betrieb die Airline mit einem Ultragünstigmodell noch 56 Airbus A320 und 37 A321, darunter auch Modelle der aktuellen Generation. Die Airline beschäftigte zuletzt noch 14.000 Mitarbeiter.
Seit August vergangenen Jahres steckte Spirit bereits im zweiten Insolvenzverfahren binnen kurzer Zeit. Laut Medienberichten saßen an verschiedenen US-Flughäfen noch hunderte Passagiere fest, deren Flüge in der Nacht zum Samstag gehen sollte. Andere Airlines kündigten an, den Menschen unter die Arme greifen zu wollen.
Die Krise bei Spirit gilt als hausgemacht. Der Chef des deutlich größeren Konkurrenten United Airlines, Scott Kirby, sagte etwa, das Problem liege im Geschäftsmodell - und die hohen Kerosinpreise hätten die Entwicklung nur beschleunigt.
Trump hilft gern US-Firmen
Die US-Regierung hatte zwar die Luftfahrt-Industrie in Krisenzeiten etwa nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 oder in der Corona-Pandemie gestützt - ein Eingreifen zugunsten eines einzelnen Unternehmens wäre aber eine ungewöhnliche Aktion.
Trump hatte in seiner zweiten Amtszeit allerdings erhöhte Bereitschaft demonstriert, den Staat Anteile an Unternehmen im Gegenzug für Finanzhilfen übernehmen zu lassen. So bekam die US-Regierung einen Anteil von rund zehn Prozent am Chipriesen Intel als Ausgleich für bereits zuvor unentgeltlich zugesagte Milliarden-Subventionen.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Airbus | 02.05.2026 09:24







Kommentare (6) Zur Startseite
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Meine Sie denn das es FR und Co. hier in Europa auch bald so gehen wird wie Spirit? Die werden ja auch immer mehr von etablierten (großen) Airlines durch deren "no frills bare fares " unter Druck gesetzt!?