WASHINGTON - Im März 2022 stürzt China Eastern Airlines 5735 aus dem Reiseflug ab, alle 132 Menschen an Bord der Boeing 737-800 sterben. China handhabt Erkenntnisse zum Unfall als Verschlusssache. Die US-Flugunfallbehörde NTSB hat jetzt eigene Akten freigegeben - die erhärten einen schlimmen Verdacht.
Der Absturz einer Boeing 737-800 von China Eastern Airlines im März 2022 war kein Unfall. Das legen Daten der US-Flugunfallbehörde NTSB nahe, die die US-Ermittlungsbehörde im Zuge einer Offenlegung nach dem "Freedom of Information Act" veröffentlicht hat.
Dem Absturz gingen demnach mehrere Manipulationen voraus: Zunächst wurde die Treibstoffzufuhr in die Triebwerke unterbrochen, anschließend der Autopilot deakvitiert - und schließlich das Steuerhorn hart nach links und nach vorne gedrückt.
Innerhalb von 72 Sekunden stürzte die 737-800 steil aus 22.000 Fuß über der Region Guangxi ab und zerschellte am Boden. Rettungsteams trafen an der Absturzstelle auf einen tiefen Erdkrater.
In dem technischen Bericht der US-Behörde heißt es, die Treibstoffschalter beider Triebwerke der Boeing 737-800 seien in rund 29.000 Fuß Höhe von "Run" auf "Cut off" gewechselt. Danach seien die Drehzahlen der Triebwerke gesunken. Das Dokument nennt keine endgültige Absturzursache.
Der US-Sender CNN wertete die Daten dahingehend aus, dass jemand im Cockpit die Treibstoffzufuhr absichtlich abgeschaltet haben könnte. "Diese Daten zeigen eindeutig, dass die Treibstoffschalter unmittelbar vor dem Absturz manuell auf Aus gestellt wurden", sagte der CNN-Luftfahrtanalyst David Soucie.
Der Luftfahrtexperte Tony Stanton von der australischen Beratung Strategic Air mahnte bei CNN zur Vorsicht. "Das veröffentlichte Material beweist für sich genommen weder Motiv noch Absicht oder wer die Schalter bewegt hat", sagte Stanton. Die Abfolge sei aber nur schwer mit einem gewöhnlichen mechanischen Ausfall beider Triebwerke zu erklären und passe eher zu einer durch Menschen ausgelösten Unterbrechung der Treibstoffzufuhr.
China hält Ermittlungsakten zurückChina hält Erkenntnisse zu dem Unfall seit Jahren unter Verweis auf die "nationale Sicherheit" zurück, ein offizieller Abschlussbericht liegt nicht vor. Über die NTSB-Daten berichtete zunächst
"One Mile at a Time".
Die These eines absichtlich herbeigeführten Absturzgeschehens kam bereits 2022 auf. "Das Flugzeug tat, was ihm von jemandem im Cockpit befohlen wurde", berichtete ein Insider dem "Wall Street Journal".
© aero.de, dpa-AFX | Abb.: Boeing | 04.05.2026 17:22
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Beitrag vom 05.05.2026 - 16:44 Uhr
Gesichtsverlust ist in vielen Kulturen etwas, was es unter allen Umständen zu vermeiden gilt.
Weil kulturell sehr unterschiedlich darauf reagiert wird.
"He, ich habe einen Fehler gemacht" wird in den USA idR mit einem "gut, dass Dir das aufgefallen ist" quittiert, in Indien und Teilen von Asien und das Nahen Ostens kann das alleine schon mal ein Karriereknick werden.
Selbst deutsche Firmen haben (abseits von regulierten/sicherheitskritischen Tätigkeiten wie der Luftfahrt) eine deutlich unentspanntere Fehlerkultur als Firmen in UK oder in den USA.
Mehrere Startups gegründet zu haben die pleite gingen, ist in den USA normal. In Deutschland wirft das massiv Fragen bei Banken und Arbeitgebern auf.
Beitrag vom 05.05.2026 - 16:24 Uhr
Gesichtsverlust ist in vielen Kulturen etwas, was es unter allen Umständen zu vermeiden gilt. Hab ich schon häufiger selbst erlebt, z.B. wenn ich auf eine einfache Frage keine oder nur eine sehr vage Antwort erhielt, weil der/die Befragte sich offenbar nicht die Blöße geben wollte, zuzugeben, dass er/sie die richtige Antwort nicht kannte. Und meine Erfahrung deckt sich -leider- mit dem von @2ndSEG Geschriebenen.
Also halte ich es für möglich, dass die Chinesen die wahre Absturzursache kennen, aber aus Gründen der Gesichtswahrung geheimhalten.
Beitrag vom 05.05.2026 - 15:55 Uhr
Ach, in unseren tollen westlichen Leitkultur wurde nicht versucht die Unfallursache der 737MAX zu verschleiern?
Einen Unterschied gibt es da schon.
Im Fall des 737MAX Absturzes hat der Hersteller Boeing aus egoistischen/finanziellen/niederen Motiven versucht, die Untersuchung irre zu führen. Die Behörden haben letztendlich aufgeklärt.
Im Fall des chinesischen Absturzes verschleiern chinesische Behörden - ganz offensichtlich und wenig subtil. "Nationale Sicherheit" ist hier als Grund in etwa so plausibel wie bei den USA die Stornierung von 160 Windfarmen mit der gleichen Begründung.
Sorry, aber ihr Beitrag ist für mich purer Rassismus.
??? Nur weil Chinesen Ausländer sind, kann man egoistische/nationale/niedere Motive ja im konkreten Fall doch nicht einfach ausschließen...
Kommentare (5) Zur Startseite
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Weil kulturell sehr unterschiedlich darauf reagiert wird.
"He, ich habe einen Fehler gemacht" wird in den USA idR mit einem "gut, dass Dir das aufgefallen ist" quittiert, in Indien und Teilen von Asien und das Nahen Ostens kann das alleine schon mal ein Karriereknick werden.
Selbst deutsche Firmen haben (abseits von regulierten/sicherheitskritischen Tätigkeiten wie der Luftfahrt) eine deutlich unentspanntere Fehlerkultur als Firmen in UK oder in den USA.
Mehrere Startups gegründet zu haben die pleite gingen, ist in den USA normal. In Deutschland wirft das massiv Fragen bei Banken und Arbeitgebern auf.
Also halte ich es für möglich, dass die Chinesen die wahre Absturzursache kennen, aber aus Gründen der Gesichtswahrung geheimhalten.
Einen Unterschied gibt es da schon.
Im Fall des 737MAX Absturzes hat der Hersteller Boeing aus egoistischen/finanziellen/niederen Motiven versucht, die Untersuchung irre zu führen. Die Behörden haben letztendlich aufgeklärt.
Im Fall des chinesischen Absturzes verschleiern chinesische Behörden - ganz offensichtlich und wenig subtil. "Nationale Sicherheit" ist hier als Grund in etwa so plausibel wie bei den USA die Stornierung von 160 Windfarmen mit der gleichen Begründung.
Sorry, aber ihr Beitrag ist für mich purer Rassismus.
??? Nur weil Chinesen Ausländer sind, kann man egoistische/nationale/niedere Motive ja im konkreten Fall doch nicht einfach ausschließen...