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Luftrettung: Krankenkassen-Sparpaket gefährdet Standorte

ADAC Hohenlockstedt
ADAC Luftrettung, © ADAC

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MÜNCHEN - Die aktuellen Pläne der Bundesregierung gefährdeten die flächendeckende Einsatzfähigkeit, warnt der Vorsitzende der Geschäftsführung. Das treffe besonders ländliche und strukturschwache Gegenden.

Die ADAC Luftrettung warnt vor negativen Folgen des geplanten Krankenkassen-Sparpakets. "Sollte der Gesetzentwurf unverändert umgesetzt werden, drohen mittelfristig Einschränkungen von Leistungen oder sogar die Schließung einzelner Luftrettungsstationen", sagt der Vorsitzende der Geschäftsführung, Frédéric Bruder. Das gefährde die flächendeckende Einsatzfähigkeit der Luftrettung.

Besonders betroffen wären demnach ländliche und strukturschwache Regionen, in denen die Luftrettung häufig eine entscheidende Rolle bei lebensbedrohlichen Notfällen spiele, weil es dort weniger Rettungswachen und Krankenhäuser gebe.

"Beim Entwurf der Reform sind die absehbaren Folgen für die Notfallversorgung offensichtlich nicht ausreichend berücksichtigt worden", kritisiert Bruder. Eine Korrektur sei dringend erforderlich.

Kurzfristige Einsparungen nicht möglich

Ihm geht es dabei um eine im Gesetzentwurf vorgesehene Begrenzung von Vergütungssteigerungen. Bereits jetzt sei die Luftrettung teilweise auf Spenden angewiesen. Bei Umsetzung des Gesetzes wäre die Luftrettung dauerhaft strukturell unterfinanziert. Kurzfristige Einsparungen seien aber kaum möglich, schließlich würden Investitionen in Hubschrauber, medizinische Ausstattung und Rettungsstationen über Jahrzehnte geplant.

Gleichzeitig stiegen die Anforderungen an die Luftrettung durch immer längere Transportwege für die Patienten. "Mehr Verantwortung und mehr Einsätze bei gleichzeitig gedeckelter Finanzierung - das steht in einem klaren Widerspruch", so Bruder.

49.000 Einsätze im Jahr

Vergangenes Jahr flog die ADAC Luftrettung nach eigenen Angaben knapp 49.000 Einsätze, das waren minimal weniger als im Jahr 2024. Für sie und ihre Tochterunternehmen arbeiten bundesweit rund 1.500 Menschen, darunter 180 Piloten und rund 670 Notärzte.

Das Sparpaket soll für stabile Beiträge bei den gesetzlichen Krankenkassen sorgen. Geplant sind darin Ausgabenbremsen bei Praxen, Kliniken und Pharmabranche - aber etwa auch höhere Zuzahlungen für Medikamente und Einschränkungen der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern.
© dpa, aero.de | Abb.: ADAC | 06.05.2026 06:35

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Beitrag vom 06.05.2026 - 10:27 Uhr
Nachvollziehbares Argument. Selbst bei relativ unkritischer Verletzungsschwere wird in meiner Region im Allgäu der Hubschrauber angefordert wenn ein Transport in eine spezialisierte Klinik erforderlich wird (Beispiel Neurologie, Augenchirurgie, Gefäßchirurgie und so weiter). Diese Kliniken sind auf dem Boden nur in mindestens einer Stunde einfacher Fahrt erreichbar. Folge: Notarzt und RTW für zweieinhalb Stunden nicht verfügbar (zweimal eine Stunde Fahrt plus Übergabe, Aufmunitionieren, etc.). Es gibt aber nur wenige RTWs verfügbar in der Region und selbst so fährt der RTW zum nächsten Krankenhaus mit Notaufnahme eine halbe Stunde oder länger. Der Hubschrauber kommt mit Notarzt, ist 15 Minuten später in der Fachklinik und kurz danach wieder verfügbar und der Notarzt mit RTW sind nach zehn Minuten wieder auf der Wache und verfügbar.
Und das alles ohne Schnee und Flip-floppende Touristen auf den Bergen...

Dieser Beitrag wurde am 06.05.2026 10:31 Uhr bearbeitet.


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