Strategische Beteiligung
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Warum Kühne massiv in Lufthansa investiert

Lufthansa Cargo in Frankfurt
Lufthansa Cargo in Frankfurt, © A. Mohl

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FRANKFURT - Klaus-Michael Kühne greift nach Lufthansa. Die Kühne Holding hat ihren Lufthansa-Anteil an die nächste Meldeschwelle hochgekauft - und signalisiert einen weiteren Ausbau der "strategischen" Beteiligung. Wichtige Haltelinien rücken in Sichtweite. Was hat der Großaktionär mit Lufthansa vor?

Unweit vom Zürichsee ballt sich einiger Einfluss auf den Lufthansa-Konzern. Die im 4.000-Einwohner-Ort Schindellegi, Dorfstraße 50, ansässige Kühne Holding ist mit 20 Prozent größter Einzelaktionär des Flugkonzerns.

Um rund ein Drittel hat Logistikmilliardär Klaus-Michael Kühne seinen Lufthansa-Anteil zuletzt ausgebaut - und zeigt Interesse an mehr.

"Wir beobachten die Marktentwicklungen und die operative Entwicklung der Lufthansa weiterhin aufmerksam und schließen den Erwerb weiterer Aktien innerhalb der nächsten zwölf Monate nicht aus", sagte Kühne-Verwaltungsratspräsident Karl Gernandt jetzt der "Neuen Zürcher Zeitung".

Kühne hatte Anfang 2022 begonnen, substanzielle Lufthansa-Anteile aufzubauen - und Zukäufe weiterer Lufthansa-Aktien zwar nie ausgeschlossen, allerdings auch nie eine Mehrheit angestrebt.

Der Kühne-Einfluss auf den Konzern ist auch so spürbar. "Lufthansa steht nicht mehr in der ersten Reihe", zählte Kühne in einem Interview mit der "FAZ" 2024 eine aus seiner Wahrnehmung "angreifbare" Strategie des Managements an. "Dass man es so weit hat kommen lassen, bei aller deutschen Gründlichkeit und Perfektion, das wundert mich sehr."

Der laufende Konzernumbau bei Lufthansa mit stärker vernetzten Airlines und Hubs und gestrafften Organisationsstrukturen steht laut Lufthansa-Kennern mit Vorstellungen des Großaktionärs in Einklang.

Die Lufthansa-Beteiligung dient der "Umsetzung der strategischen Ziele der Kühne Holding AG", sagte Gernandt. Tatsächlich fügt sich Lufthansa logisch ins Kühne-Universum mit Schwerpunktbeteiligungen in den Bereichen Transport und Distribution ein.

Kühne ist Mehrheitsaktionär beim Logistiker Kühne+Nagel, hält 30 Prozent an der Containerreederei Hapag Lloyd und über 20 Prozent am MDAX-Konzern Brenntag, dem Weltmarktführer in der Distribution von Chemikalien und Inhaltsstoffen. Seit 2024 ist Kühne auch substanziell am Mobilitätsanbieter Flix SE beteiligt.

Ab 25,01 Prozent Lufthansa-Anteil hätte Kühne eine Sperrminorität - bei wichtigten Beschlüssen führte für Lufthansa dann kein Weg am Großaktionär mehr vorbei. Steigt die Beteiligung auf 30 Prozent, wäre unter Umständen sogar ein erstes Pflichtangebot an die übrigen Lufthansa-Aktionäre zur Übernahme des Konzerns fällig.

Bereits mit dem aktuellen 20-Prozent-Anteil kratzt Kühne an einer Hauptversammlungsmehrheit - beim letzten Lufthansa-Aktionärstreff waren nur rund 51 Prozent des stimmberechtigten Kapitals vertreten.

Trennt Lufthansa Passagier- und Frachtgeschäft?

Das gesteigerte Kühne-Interesse an Lufthansa befeuert in der Lufthansa-Belegschaft Spekulationen über einen noch tiefergreifenden Konzernumbau - bis hin zu einer möglichen Abspaltung von Lufthansa Cargo. Entsprechende Gerüchte waren bereits 2022 nach Kühnes Einstieg aufgekommen.

Die Luftfrachtsparte ist nicht nur margen- und krisenfester als das Passagiergeschäft, sondern weist auch die sichtbarsten Synergien mit den übrigen Kühne-Beteiligungen auf. Innerhalb des Lufthansa-Konzerns rücken die beiden großen Luftfrachtdivisionen Lufthansa Cargo und Swiss WorldCargo aktuell enger aneinander.

Lufthansa Cargo verfolgt mit dem Programm "Bold Moves" und einem Ausbau der Frachtinfrastruktur am Drehkreuz Frankfurt eine eigene Strategie, die zumindest keine engere Verflechtung mit den Passagierairlines im Konzern vorsieht. Im ersten Geschäftsquartal 2026 flog Lufthansa Cargo mit 83 Millionen Euro Gewinn ein höheres Betriebsergebnis als im Vorjahr ein.

Unter der neuen Strategie soll Lufthansa Cargo laut Lufthansa mittelfristig "in die weltweiten Top 3 im Luftfrachtmarkt" aufsteigen.
© aero.de | Abb.: Lufthansa | 19.05.2026 06:16

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Beitrag vom 20.05.2026 - 19:17 Uhr
Vielleicht wird die LH noch Schweizerisch.
Beitrag vom 19.05.2026 - 22:55 Uhr
Hmm, klang vor nicht allzu langer Zeit aber noch ganz anders:
 https://www.aero.de/news-49851/Kuehne-legt-mit-Kritik-am-Lufthansa-Kurs-nach.html
Was genau klang da ganz anders?
In Bezug auf Cargo macht das ganze aber natürlich Sinn...
Sinnerfassend lesen müsste man halt können.
Wollen würde vielleicht auch schon helfen.
Kommt da auch noch etwas Inhaltliches? Da Sie ja scheinbar können und wollen, wäre eine einfache Antwort auf meine Frage auch schon mal was.
Beitrag vom 19.05.2026 - 20:49 Uhr
Hmm, klang vor nicht allzu langer Zeit aber noch ganz anders:
 https://www.aero.de/news-49851/Kuehne-legt-mit-Kritik-am-Lufthansa-Kurs-nach.html
Was genau klang da ganz anders?
In Bezug auf Cargo macht das ganze aber natürlich Sinn...
Sinnerfassend lesen müsste man halt können.
Wollen würde vielleicht auch schon helfen.


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