Airlines drohen Strafen
Vor 7 Tagen

LBA soll Betankungsregeln und SAF-Nutzung überwachen

Neues SAF-Tanklager in Frankfurt
Neues SAF-Tanklager in Frankfurt, © A. Mohl

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BERLIN - Die Airlines in Europa müssen aus Umweltgründen ihren Sprit zum größten Teil kurz vor dem Abflug tanken. Der Bund plant nun konkrete Strafen für Verstöße. Auch die Einhaltung von SAF-Quotenvorgaben soll strenger kontrolliert werden.

Für deutsche Fluggesellschaften soll es künftig teuer werden, falls sie ihren Treibstoff am falschen Ort tanken. Nach EU-Vorgaben zum sogenannten Tankering dürfen mindestens 90 Prozent des Kerosins erst am Abflugort an Bord genommen werden. 

In Umsetzung einer einschlägigen EU-Verordnung plant das Bundesverkehrsministerium eine Strafabgabe von 1.332 Euro pro Tonne zu wenig vor Ort getanktem Kerosin. Die Überwachung soll das Luftfahrtbundesamt übernehmen, wie aus einem Gesetzentwurf hervorgeht, der der dpa vorliegt.

Mit der Regelung soll verhindert werden, dass Flugzeuge zusätzliches Kerosin etwa für den Rückflug an Bord haben. Das würde wegen des höheren Gewichts zu größeren Umweltbelastungen führen. Zu Beginn des Iran-Kriegs war die Lockerung der Tankering-Regeln für den Fall diskutiert worden, dass an einzelnen Flughäfen Versorgungsengpässen gedroht hätten.

Kein nationaler Sonderweg

Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft begrüßt in einer Stellungnahme, dass mit dem geplanten Gesetz keine nationalen Sonderwege beschritten würden. Stattdessen halte man sich an die Mindestvorgaben der EU. Die Einnahmen sollten nach Ansicht des Verbands allerdings zur Förderung alternativer Kraftstoffe eingesetzt werden und nicht in den allgemeinen Haushalt fließen. Die im Entwurf enthaltenen Gebühren für Verwaltungsakte des Luftfahrtbundesamts will man nicht bezahlen.

Auch die Beimischung von nachhaltig hergestelltem Kraftstoff (SAF) wird überwacht. Seit 2025 ist eine Beimischung von zunächst zwei Prozent SAF für alle Flüge, die innerhalb Europas starten, gesetzlich vorgeschrieben. Dieser Anteil steigt nach den Vorgaben auf fünf Prozent im Jahr 2030 und 70 Prozent im Jahr 2050. Hier sind nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz allerdings die Mineralölunternehmen verantwortlich, dass tatsächlich die vorgeschriebene Menge SAF enthalten ist. 

SAF ist teurer als Kerosin

SAF wird beispielsweise aus Essensresten hergestellt und soll im Luftverkehr zur Reduzierung der schädlichen Klimafolgen dienen. Es ist deutlich teurer als herkömmliches Kerosin auf Erdölbasis, sodass der Einsatz auch Passagierflüge verteuert. Daneben wird an synthetischen Kraftstoffen geforscht, die mit Strom hergestellt werden können.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Airbus | 05.08.2026 16:20

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Beitrag vom 06.08.2026 - 07:51 Uhr
Es wird eine Begründung hinterlegt werden müssen, wenn man mehr Reserve mitnimmt als unter optimalen Bedingungen. Wird die dann nicht benötigt, dankenswerter Weise, und die 90% werden dadurch nicht erreicht, dann wird es sicher keine Strafe geben. Das hätte vor keinem Gericht der Welt Bestand. Und eine Sicherheitsreserve ist für die Sicherheit, die wird niemand beim LBA in Zweifel und unter Strafe stellen. Ansonsten hätte man ganz schnell die EASA und die ICAO im Nacken.

Egal was die EU sagt. Die 90% Grenze ist mal wieder gut gedacht, aber ganz schlecht gemacht.

Es gibt Konstellationen (Kurz Streckenflug nach Langstrecke) da muss gar nicht bis wenig nachgetankt werden. Und das ist doch Schwachsinn, dann die Reserve der Langstrecke nicht zu nutzen oder deutlich mehr nachzutanken, damit 90% erreicht werden. Insofern, locker bleiben, das ist eien Vorgabe, die Umsetzung sieht dann schon wieder ganz anders aus und wird auch, obwohl das LBA mit dabei ist, pragmatischer sein.
Beitrag vom 06.08.2026 - 06:18 Uhr
Das wird interessant, wenn eine Crew auf eine hohe Menge Extrafuel entscheidet, zB wegen des Wetters, und wenn der Sprit dann nicht berbraucht wird. Oder vor einem kurzen Flug, wenn der remaining fuel etwa 50% des PLNTOF beträgt. Klingt nach einem bürokratischem Monster
Das ist auch auf der ganz normalen Langstrecke völlig absurd.
Eine 747-8i braucht für FRA-JFK ca. 85to Kerosin inkl. aller Sicherheitsaufschläge.
Letzteres summiert sich zu ca. 20to.
Wenn der vorherige Flug nach FRA normal gelaufen ist (95% aller Fälle, wenn's reicht), ist genau das noch in den Tanks.
Nach Adam Riese tankt man dann nur noch 75% und darf die zu 90% fehlenden 11,5to mit Zuschlag aufzahlen. Das entspricht 15.000€ pro Flug.
Nur für LH MUC und RA mit ca. 180 Langstrecken pro Tag ist das fast eine Milliarde im Jahr.

Hinzu kommt auch noch, dass LH bereits heute gut 7,5% des weltweit verfügbaren SAF einspeist. Bei 2% vom Flugvolumen.
Es wird schlicht nicht in ausreichenden Mengen produziert.
Soviel Pommes kann ich gar nicht essen...
Beitrag vom 05.08.2026 - 19:06 Uhr
@ Angros: Super, besser hätte man es nicht ausrücken und auf den Punkt bringen können - chapeau !


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