A320-Programm
Älter als 7 Tage

Airbus will bis Sommer über neue Triebwerke entscheiden

Enders Leahy
Airbus-Vorstände Enders und Leahy, © Airbus S.A.S.

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SINGAPUR - Neue Triebwerkstechnologien sollen das Airbus Programm A320 auf dem Stand der Technik halten. Das Unternehmen wird noch im laufenden Jahr eine Entscheidung über das Re-Engining der A320 treffen. "Wir würden diese Frage gerne bis zur Farnborough Airshow klären", sagte Airbus COO John Leahy bei einer Präsentation am Rande der Singapur Airshow. Ein Nachfolger der aktuellen A320 wird hingegen um das Jahr 2024 erwartet.

Airbus hatte bereits im Januar ein Re-Engining der A320 angedeutet. "Wir beabsichtigen, noch in diesem Jahr eine Entscheidung über neue Triebwerke für die A320 zu treffen, damit sich unser Brot und Butter-Programm auch weiterhin gut verkauft", sagte Airbus Vorstandschef Tom Enders bei der Jahrespressekonferenz des Konzerns in Sevilla.

Toulouse führt gegenwärtig Verhandlungen mit den Triebwerkskonsortien International Aero Engines (IAE) und CFM International, die jeweils bereits Triebwerke für das A320-Programm liefern. Für das Re-Engining des A320 werden daher Varianten des PW1000G (Pratt & Whitney, IAE) und des Leap-X (General Electric, CFM) erwartet.

Beim PW1000G werden über ein Untersetzungsgetriebe Turbine und Fan voneinander entkoppelt. Der große Fan läuft dadurch langsamer als bisher, die Turbine wiederum schneller als in herkömmlichen Triebwerken. Auf diese Weise erreichen beide Komponenten ihr jeweiliges Leistungsoptimum.

Das Leap-X (Leading-Edge Aviation Propulsion) setzt an der Leap56-Technologie an und greift auf keramische Verbundwerkstoffe (CMCs) und Titanium-Aluminide zurück. Das Triebwerksgewicht soll dadurch erheblich reduziert und der Lebenszyklus der Maschinen verlängert werden.

Im vergangenen Jahr hatte Airbus mit Abschluss einer eigenen Flugerprobung des PW1000G an einem A340-600 Testbed sein Interesse an der Getriebefan-Technologie unterstrichen und sammelte 75 Stunden Flugerfahrung mit dem neuen Triebwerk.

Neue Triebwerke auch für B737 erwartet

Das Re-Engining der A320 soll das Programm gegen neue Wettbewerber mit modernen Antrieben sichern. Im Jahr 2013 wird Bombardier die CSeries mit PW1000G-Sets auf den Markt bringen. Die chinesische C919 soll ab 2016 mit Leap-X Triebwerken im Revier der A320 Marktanteile gewinnen.

Die ersten A320 mit neuen Triebwerken könnten im zweiten Halbjahr 2015 ausgeliefert werden, deutete Leahy in Singapur an. Ende Januar stellte auch Wettbewerber Boeing eine Triebwerksmodifikation im Wettbewerbsprogramm 737 in Aussicht. "Wir könnten hier, soweit es der Markt erfordert, sehr schnell reagieren", sagte Boeing Vorstandschef Jim McNerney.

© aero.de | Abb.: Sydney Airport | 03.02.2010 08:56

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Beitrag vom 04.02.2010 - 10:55 Uhr
Da gibt es zum einen die technische Seite. GTF scheint grundsätzlich keine unüberwindlichen Hürden zu bieten, ist merklich sparsamer und könnte wohl in ca. 4 Jahren einsatzbereit sein. Eine Flugzeugneuentwicklung wäre dann bis auf weiteres nicht mehr sonderlich dringend.

Bleibt die andere Seite und die ist komplizierter. A320-Serie erwirtschaftet momentan das Geld das beim A380, A400M und für die Entwicklung A350XBW entschwindet. In dem Moment wo der Beschluß für neue Triebwerke steht ist mit den Wünschen der Airlines zu rechnen die Abnahme um Jahre zu strecken um auf die neuen sparsameren Triebwerke zu warten. Das bedeutet weniger Auslieferungen und damit weniger dringend benötigtes Geld in die Kasse. Da muss Airbus sorgsam taktieren um sich nicht selbst das Wasser abzugraben.

Dann gibt es noch einen nicht zu unterschätzenden Blickwinkel. Frankreich ist am Bau CFM 56 Triebwerken beteiligt. GTF-PW ist scheinbar aber weiter. Wenn jetzt ein deutscher Airbuschef zunächst nur GTF (P&W basiert) ohne CFM als neue Triebwerke präsentieren würde gäbe es in Frankreich gleich wieder einen Aufschrei. Es müssen also beide ungefähr gleichzeitig neues bieten.Das ist eben ein Problem bei politisch/national beinflußtes Firmen
Beitrag vom 04.02.2010 - 10:16 Uhr
Ob Boeing will oder nicht. Reagieren müssen auf jeden fall. Frage mich bloß welche Triebwerke für die 737 in fragen kommen? Weiß da jemand mehr was Boeing da vorschwebt?

Zur 787-10: Tja, die Maschine wird kommen. Boeing will halt kein Wettbewerb zu den eigenen Flotte die sie anbieten;-) Wann sie kommt hängt ab wie sich Boeing mit der 777 Familie tut. Neue Tragflächen???
Beitrag vom 03.02.2010 - 19:33 Uhr
Der Vorstandschef von Boeing, Jim McNerney, habe wiederum gesagt, man könne sehr schnell reagieren, wenn der Markt es erfordert. Kann das vielleicht auch nur wieder eine leere Ankündigung werden, etwa wie schon vor Jahren und baw. zur B787-10?


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