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Boeing bestätigt Triebwerksprobleme bei 777X

Boeing 777-9
Boeing 777-9, © A. Mohl

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SEATTLE - Läuft Boeing mit der 777-9 in das nächste Problem? Der Hersteller setzt die Flugtests nach einem Ereignis mit dem GE9X-Triebwerk aus - und schottet sich mit GE zur Fehleranalyse ab. Das GE9X verspricht Airlines enorme Verbrauchsvorteile, zeigt allerdings nicht zum ersten Mal technische Schwächen.

Boeing ist die Kontrolle über das 777X-Projekt mehrfach entglitten. Vor Mitte 2025 steht die 777-9 Lufthansa, Emirates, Qatar Airways und Singapore Airlines nicht zur Verfügung - und ein aktuelles Problem wirft Boeing möglicherweise noch weiter zurück.

Viel ist über den Vorfall, über den zunächst die "Aviation Week" berichtete, bisher nicht bekannt. Bei einem Testflug des Prototypen N779XW am 6. Oktober unter Hitzebedingungen soll ein Fehler an einem GE9X-Triebwerk aufgetreten sein - Boeing hat die Flugerprobung daraufhin pausiert.

Über Art und Umfang des Ereignisses hüllt sich der Airbus-Konkurrent in Schweigen. Boeing hat lediglich ein "Problem mit dem GE9X-Triebwerk" bestätigt, an dessen Lösung gerade mit dem Hersteller GE gearbeitet werde.

Das GE9X ist technisch komplex. Gegenüber dem Vorgänger GE90-115B soll das Triebwerk zehn Prozent weniger Sprit verbrauchen. Dafür hat GE den Bläserdurchmesser um 15 Zentimeter auf nie dagewesene 3,4 Meter vergrößert - der Rumpf eines Embraer E-Jets (Durchmesser 3,01 m) würde locker in die Triebwerksgondel passen. 

Bei Testläufen hatte GE 2019 Kinderkrankheiten des GE9X festgestellt - und nach eigenen Angaben behoben. Ein ranghoher Ingenieur berichtete bei einer Untersuchung im US-Kongress 2021 allerdings von enormen Termindruck im Übergang zur Serienfertigung des neuen Triebwerks.

777X wird für Boeing zum Milliardengrab

Verzögerungen bei Tests und Zulassung der 777-9 kosten Boeing Milliardenbeträge. Das Programm ist inzwischen acht Jahre hinter den eigentlichen Zeitplan zurückgefallen.

Die FAA hatte Boeing im März gewarnt, dass sie die bisherigen Zulassungspläne inzwischen als "überholt" betrachtet. Boeing hatte die 777-9 zunächst als reine Weiterentwicklung der 777-300ER für ein vereinfachtes Zulassungsverfahren angemeldet. Dagegen soll es auf Seiten der europäischen Luftfahrtaufsicht EASA Einwände gegeben haben.
© aero.de | Abb.: Fraport AG | 30.11.2022 16:45

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Beitrag vom 05.12.2022 - 09:55 Uhr
Dass nun der eigentlich viel zu große Twin-Jet mit den riesigen Triebwerken Probleme bekommt, ist ja nur eines von vielen. Mal schauen, ob die wirklich schwerwiegend sind, oder schnell behoben werden können.

Es sind keine "riesigen" Probleme. Was da passiert ist, ohne die nicht öffentlichen Details auszubreiten, kann bei einem neuen Triebwerk passieren. Wie übrigens viele Dinge während der Erprobung auffallen und dann behoben werden. Um das Triebwerk mache ich mir bei dem Flieger am wenigsten Sorgen.
Beitrag vom 04.12.2022 - 17:32 Uhr
Ich bin sicherlich kein Boeing Fanboy aber das kann man nicht Boeing anlasten und mit "eigentlich viel zu große Twin-Jet mit den riesigen Triebwerken" hat das rein gar nix zu tun.
1. die Triebwerke sind von GE und nicht von Boeing
2. die B777 300ER ist ein äussert zuverlässig Flugzeug und ähnlich gross also "...grosser Twin-Jet...." ist nicht das Problem
3. Das auch sehr neue und innovative Triebwerk PW1100G hat auch sehr lange Anlaufschwierigkeiten

Das Problem wurde schon weiter oben im Chat beschrieben. Man geht hier immer mehr in technische Grenzregionen so dass Probleme auch dann eher in extremen und außergewöhnlichen Szenarien auftreten und so schlecht testbar sind.

Das ist Flugverkehr wie im Bahnverkehr. Da haben Zughersteller auch nicht mehrere 1000 km Gleisteststrecke mit allen Rütteleffekten und Kurvenradien und Neigungen und alles in allen Varianten hintereinander d.h. auch Züge reifen beim Kunden weil es bei den letzten 1-5% Zuverlässigkeit nicht anders geht. Im Flugverkehr sind die Auswirkungen nur schwerer weil dann Fluggerät länger ausfällt.
Beitrag vom 04.12.2022 - 13:14 Uhr
Generell hat Boeing im Moment doch bei jedem neuen Modell übermäßig viel Probleme, oder? Die 777X kommt meines Erachtens nach zu spät für die aktuelle Marktentwicklung. Ähnlich ging es auch schon dem A380, der als er dann endlich ausgeliefert wurde, sich der Konkurrenz von B787 mit einem völlig anderen Konzept an Direktflügen konfrontiert sah.

Dass nun der eigentlich viel zu große Twin-Jet mit den riesigen Triebwerken Probleme bekommt, ist ja nur eines von vielen. Mal schauen, ob die wirklich schwerwiegend sind, oder schnell behoben werden können.


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