Rechtsstreit
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Airbus storniert A321neo-Auftrag von Qatar Airways

Qatar Airways Airbus A321
Qatar Airways Airbus A321, © Qatar Airways

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LONDON - Kann der Streit zwischen Airbus und Qatar Airways um A350-Mängel noch weiter eskalieren? Er kann. Airbus will die Airline nicht länger mit A321neo beliefern. Der Hersteller hat laut Gerichtsunterlagen einen Auftrag über 50 Flugzeuge gekippt - und trifft Qatar Airways an einem wunden Punkt.

Airbus und Qatar Airways liefern sich einen harten Rechtsstreit. Qatar Airways hat Airbus in London auf 618 Millionen US-Dollar Schadensersatz verklagt, weil 21 ihrer A350 seit Monaten wegen Lackmängeln in Doha gegroundet sind. Für jeden weiteren Ausfalltag macht die Airline 4,0 Millionen US-Dollar geltend.

Airbus hält den Schritt für maßlos überzogen. Das Groundng entbehre "jeder nachvollziehbaren oder rationalen Grundlage", zitiert die Nachrichtenagentur "Bloomberg" aus der Prozessakte.

Der Hersteller wittert eine Kampagne, sieht seinen guten Ruf in Gefahr - und verweist auf eine einfache Reparaturlösung für die Flugzeuge, die andere A350-Betreiber in Anspruch genommen hatten.

"Der Versuch dieses Kunden, diese spezielle Anglegenheit fälschlich als ein Lufttüchtigkeitsproblem darzustellen, stellt eine Bedrohung der internationalen Protokolle zu Sicherheitsfragen dar", sagte Airbus-Programmchef Philippe Mhun im Dezember. Airbus werde "unzutreffenende Wortmeldungen" von Qatar Airways "nicht länger hinnehmen".

Die europäische Luftfahrtbehörde EASA teilt hinsichtlich der Fehlstellen im Lack die Airbus-Meinung. Ein  EASA-Team hatte die betroffenen Flugzeuge von Qatar Airways Ende September in Doha in Augenschein genommen.

Bei der Stichprobe stellten die Experten zwar einen "verschlechterten Lackzustand" fest, sagte EASA-Sprecherin Janet Northcote aero.de. "Bedenken hinsichtlich der Lufttüchtigkeit der A350" bestehen laut EASA aber nicht. Dies gelte sowohl für den Beschichtungsabtrag selbst als auch den Blitzschutz und den Verbundwerkstoff.

Airbus storniert 50 A321neo

Vor dem ersten Aufeinandertreffen vor Gericht hat Airbus die Geschäftsbeziehung zu Qatar Airways weiter heruntergekühlt. Laut Streitunterlagen hat Airbus einen Auftrag über 50 A321neo storniert - und trifft Qatar Airways damit an einer empfindlichen Stelle. Die Airline will mit den Flugzeugen kürzere Routen erschließen.

"Wir bestätigen, dass wir den Vertrag mit Qatar Airways über 50 A321 entlang unserer Rechte gekündigt haben", zitiert die Nachrichtenagentur "Reuters" einen Airbus-Sprecher. Qatar Airways hatte die Flugzeuge 2011 als A321ceo bestellt und im Folgejahr auf die A321neo umgebucht.

Die Kündigung könnte den nächsten Rechtsstreit entzünden - Qatar Airways pocht laut "Reuters" auf Erfüllung des Vertrags.

Stornierungen durch den Hersteller sind extrem selten. Bei Airbus liegt der letzte, öffentlich bestätigte Vorgang dieser Art fast acht Jahre zurück: 2014 hatte Airbus bei einem Auftrag über sechs A380 der insolventen japanischen Fluggesellschaft Skymark Airlines den Stecker gezogen.
© aero.de | Abb.: Qatar Airways | 21.01.2022 07:31

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Beitrag vom 21.01.2022 - 17:29 Uhr
Boeing wird sich freuen und drastisch die Nachlässe zurückfahren, oder noch besser mit anderen Problemfliegern im Paket verkaufen. Selbst die Leasinggesellschaften werden die Situation ausnutzen.
Beitrag vom 21.01.2022 - 16:24 Uhr
[...]> Er kann ja die Max kaufen. Da fällt der Lack wenigstens nicht runter.

Hmm.
Beitrag vom 21.01.2022 - 14:33 Uhr
 https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/airbus-qatar-airways-grossauftrag-1.5512396

Aus den Stellungnahmen vor Gericht geht hervor, dass die Airline offenbar auch die üblichen Abschlagszahlungen, die schon vor der Auslieferung fällig sind, ausgesetzt hat. Airbus hat darauf mutmaßlich mit der Stornierung der A321neo reagiert - allerdings kommentiert diesen Aspekt keine der Parteien öffentlich.

Das wäre natürlich interessant. Wenn QR weder Flugzeuge abnimmt noch Anzahlungen leistet, hat Airbus ja wohl scheinbar jeden Grund, die Bestellung zu stornieren. Kann man nur hoffen, dass das vorher juristisch sehr gut geprüft wurde - wovon ich bei Airbus eigentlich ausgehe.


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