Flug ET302
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Boeing 737 MAX 8 von Ethiopian Airlines abgestürzt

Ethiopian Airlines Boeing 737 MAX 8
Ethiopian Airlines Boeing 737 MAX 8, © Boeing

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ADDIS ABEBA - Eine Boeing 737 MAX 8 der Fluggesellschaft Ethiopian Airlines ist Minuten nach einem Start in Addis Abeba abgestürzt. Keiner der 157 Menschen - 149 Passagiere und acht Crewmitglieder - an Bord der Linie ET302 in die kenianische Hauptstadt Nairobi hat den Unfall überlebt.

Schwerer Flugunfall in Äthiopien: die erste wenige Monate alte Boeing 737 MAX 8 ET-AVJ ist am Sonntagmorgen sechs Minuten nach dem Start in Addis Abeba von den Radarschirmen verschwunden. Die Absturzstelle liegt nahe der Stadt Debre Zeyit.

ET302 hatte den Bole International Airport von Addis Abeba um 08:38 Uhr Ortszeit in Richtung Nairobi verlassen. "Um 08:44 Uhr brach der Kontakt zu der Maschine ab", teilte Ethiopian Airlines mit. Über Twitter sprach das Büro des äthiopischen Regierungschefs Abiy Ahmed den Angehörigen sein Beileid aus.

Ethiopian Airlines Flug ET302, © Twitter, AerTracker


Boeing hatte die ET-AVJ erst im November 2018 an Ethiopian Airlines ausgeliefert. Flug ET302 ist der zweite Totalverlust einer neuen 737 MAX 8. Erst am 29. Oktober war die 737 MAX 8 PK-LQP von Lion Air kurz nach dem Start in Indonesien in die Javasee gestürzt. Alle 189 Menschen an Bord kamen ums Leben.

Nach ersten Ermittlungen hatte ein defekter Anströmwinkelsensor fehlerhafte Daten in den Fluglagekorrektor MCAS übermittelt. Das neue Assistenzsystem der 737 MAX hatte das Flugzeug daraufhin in einen Sturzflug getrimmt, den die Lion-Air-Piloten nicht mehr recovern konnten.

Boeing hatte Betreiber und Piloten nach dem Absturz in Indonesien auf eine Verfahrensregel hingewiesen, mit der das System bei einer Fehlfunktion überstimmt werden kann.

Ethiopian Airlines Flug ET302 bei Flightradar24, © Twitter/Flightradar24


Update 12:02 Uhr: Teams an der Unfallstelle

Die Insassen des verunglückten Ethiopian-Airlines-Flugs hatten 33 verschiedene Nationalitäten, sagte ein Sprecher des Katastrophenschutzes. Es gebe "keine Überlebenden". Unter den Toten sind fünf Deutsche. An der Absturzstelle fanden die Einsatzkräfte einen Krater und Trümmerteile vor.

Airlinechef Tewolde Gemremariam an der Absturzstelle
Airlinechef Tewolde Gemremariam an der Absturzstelle, © Ethiopian Airlines

Update 16:02 Uhr: Piloten meldeten Probleme

Nach Angaben von Ethiopian Airlines meldeten die Piloten kurz nach dem Start technische Probleme an die Flugsicherung, bevor die Boeing etwa 50 Kilometer südöstlich der äthiopischen Hauptstadt zu Boden ging.

Kurz nach Abflug habe der erfahrene Pilot einen Notruf abgesetzt und daraufhin die Freigabe zur Rückkehr erhalten, sagte Airlinechef Tewolde Gebremariam. Die Boeing war zuletzt am 4. Februar gewartet worden. Seit dem Kauf des Flugzeuges Ende letzten Jahres sei es rund 1.200 Stunden im Einsatz gewesen.
© aero.de, dpa-AFX | Abb.: Ethiopian Airlines | 10.03.2019 09:40

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Beitrag vom 11.03.2019 - 13:10 Uhr
@sf260

Also wie ich das verstehe, ist das MCAS essentiell für die MAX eben wegen der neuen Triebwerke. Somit kann man da nicht einfach was deaktivieren und ... wie menschmeier gut veranschaulicht hat ... könnte da ein Riesenproblem auf Boeing zukommen.

Der Stickpusher ist auch essentiell für jedes T tail Flugzeug und trotzdem kann er in jedem Flugzeug deaktiviert werden. Triebwerke sind auch essentiell und jedes Flugzeug der letzten 100 Jahre verfügt über eine Abschalteinrichtung dafür.
Für den Fall eines Trim runaway lässt sich auch die Trimmung in jedem Flugzeug deaktivieren also warum sollte das mit dem MCAS im Flug nicht der Fall sein? Nur weil man dann seine stall protection verliert?

Hier in den Kommentaren ist nichtmal ansatzweiße auch nur Basiswissen über Flugzeugsysteme oder Aerodynamik vorhanden. Eine Diskussion / Spekulation über die Lottozahlen von nächster Woche hätte noch eine größere Wahrscheinlichkeit etwas sinnvolles hervor zu bringen als 99% der Kommentare hier...

Es ging auch nicht darum während des Fluges etwas abzuschalten, sondern vorher ein System zu deaktivieren, für längere Zeit. Klar kann man im Flug ein TW abstellen, deaktivieren vor dem Flug aber nicht... in sofern lieber sf260 sind Sie hier mit Ihrem Kommentar weit übers Ziel rausgeschossen ...

Sorry @sf260, das geht natürlich an @marbu!!!

Alles gut! :P Wenn die 737MAX ohne MCAS nicht abheben darf und nicht zugelassen werden kann, dieses System aber wohl offensichtlich ursächlich für diese beiden Unfälle ist, dann ist es natürlich folgerichtig, dass Airlines die Karre grounden. Gut demjenigen, der noch die gute alte 737NG in der Flotte hat. Wenn sich das alles so bewahrheitet, wie bisher vermutet wird, wird das ein Riesenproblem für Boeing werden, welches die Probleme der 787 nochmals in den Schatten stellen könnte. So ist das halt, wenn man das letzte bisschen Effizienz aus einem knapp 60 Jahre alten Design herauskitzeln will. Es kann nicht angehen, dass du als Pilot in solch einem Fall so gut wie keine Chance hast das Flugzeug noch zu steuern.
Beitrag vom 11.03.2019 - 08:27 Uhr
Hätten die Briten nach anno dunnemals nach dem zweiten unerklärlichen DH106 Comet-Absturz die Notbremse gezogen, wären die Luftfahrtherstellerkarten heute vermutlich vollständig anders gemischt.

Für Überzogen halte ich die Reaktion seitens der CAA jedenfalls nicht.
Beitrag vom 11.03.2019 - 06:46 Uhr
Noch ist es zu früh, Boeing abzuurteilen.
Der Absturz könnte diverse andere Ursachen haben.
Falls es aber am MCAS liegen sollte, sähe es nicht nur für Boeing sehr schlecht aus.
Viellechzt gäbe es dann kein "grandfahering" mehr: Andere mempory items, neues type rating...usw.
Warten wir erst einmal ab!u

@ fbwlaie
Eben genau darum sollte man grounden, weil man die Ursache nicht kennt.

Man weiß doch zu diesem Zeitpunkt gar nicht, ob es spezifisch an der Max lag oder ob es was anderes war, was in jedem Airliner passieren kann. Blinder Aktionismus ist noch nie gut gewesen.

Blinder Aktionismus bei nun mehr als 300 Toten Menschen mit einer doch recht hohen Wahrscheinlichkeit für die Tatsache einer technischen Fehlfunktion? Immer schneller, immer weiter, in immer weniger Zeit. Ob die Entwicklung gut ist, ich mag es zu bezweifeln aber als „blinden Aktionismus“ fände ich den Stopp aller 737 Max nun wirklich nicht.


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