Diebstahl von Kundendaten
Älter als 7 Tage

British Airways steht Millionenstrafe ins Haus

British Airways Boeing 787-9 Dreamliner
British Airways Boeing 787-9 Dreamliner, © Ingo Lang

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LONDON - Der IAG-Tochter British Airways droht wegen des Diebstahls von Kundendaten eine Millionenstrafe in dreistelliger Höhe.

Nachdem unbekannte Täter im vergangenen Jahr von Kunden der Fluggesellschaft Kreditkardendaten gestohlen hatten, teilte die britische Datenschutzbehörde ICO nun mit, dass sie die Airline mit einer Strafe in Höhe von rund 183 Millionen Pfund (rund 204 Millionen Euro) belegen wolle. Dies entspräche 1,5 Prozent des weltweiten Umsatzes von British Airways im Geschäftsjahr 2017.

Die Kunden wurden teilweise bei der Online-Flugbuchung von der Website der Fluggesellschaft auf eine Betrugswebsite umgeleitet, wo ihre Login-, Kreditkarten-, Reise- und Adressdaten abgegriffen wurden.

Schuld an dem Vorfall seien "schwache Sicherheitsvorkehrungen" bei der Airline gewesen, so die Behörde. "Die persönlichen Daten von Menschen sind genau das: persönlich. Wenn eine Organisation sie nicht vor Verlust, Beschädigung oder Diebstahl schützt, ist das mehr als eine Unannehmlichkeit", sagte die britische Datenschutzbeauftragte Elizabeth Denham der ICO-Mitteilung zufolge.

British Airways-Chef Alex Cruz zeigte sich über die drohende Strafe "überrascht und enttäuscht". Das Unternehmen habe auf den Datendiebstahl schnell reagiert und keine Beweise für betrügerische Handlungen auf Konten gefunden, die mit dem Diebstahl in Verbindung stünden. British Airways entschuldige sich bei allen Kunden für die entstandenen Unannehmlichkeiten.

Bislang war mit Blick auf die Höhe der Strafe erwartet worden, dass British Airways im Zuge der Cyber-Attacke mit einer Strafe von 500 Millionen Pfund rechnen müsse.

Willie Walsh will sich wehren

Willie Walsh, Chef der British Airways-Mutter International Airlines Group (IAG), kündigte derweil an, "alle notwendigen Maßnahmen" gegen die drohende Strafe zu ergreifen. Man behalte sich vor, Beschwerde gegen die Entscheidung der ICO einzulegen. Die IAG-Aktien gaben im frühen Handel in London am Montagmorgen um 1,1 Prozent nach.

British Airways hatte im Oktober vergangenen Jahres mitgeteilt, dass der Datenklau beim Hackerangriff noch größer sei als angenommen. Nachdem unbekannte Täter im August und September von Kunden der Fluggesellschaft Informationen von mehr als 244.000 Kreditkarten gestohlen hatten, räumte die Fluggesellschaft kurz danach ein, dass Hacker sie bereits Monate zuvor angegriffen hätten.

Etwa 185.000 Kunden seien davon laut British Airways betroffen gewesen. Demnach sei es Hackern auch gelungen, an persönliche und finanzielle Details wie Adresse, E-Mail-Adresse und Kreditkartennummer zu gelangen.
© dpa-AFX, aero.de | 08.07.2019 09:32


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