Flug 4U-9525
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Germanwings-Hinterbliebene erweitern Klage

Absturzstelle 4U9525
Absturzstelle 4U9525, © BEA

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ESSEN - Hinterbliebene des Germanwings-Absturzes mit 150 Toten nehmen bei ihrer Klage auf höheres Schmerzensgeld jetzt auch den Lufthansa-Konzern direkt ins Visier. Seit 2017 klagen fast 200 Angehörige von 42 Todesopfern am Landgericht Essen.

Die Klage richtete sich bislang gegen eine Flugschule der Germanwings-Muttergesellschaft Lufthansa in den USA, an der der Copilot der Unglücksmaschine ausgebildet wurde.

Ende 2018 sei die Klage nun erweitert worden, wie Hinterbliebenen-Anwalt Elmar Giemulla sagte. Sie richte sich jetzt auch gegen die Deutsche Lufthansa AG. Am Montag bestätigte ein Gerichtssprecher den Eingang der Klageerweiterung. Der Westdeutsche Rundfunk hat darüber berichtet.

Der den Ermittlern zufolge psychisch kranke Copilot soll den Airbus am 24. März 2015 absichtlich gegen einen Berg in den französischen Seealpen gesteuert haben. Alle 150 Menschen an Bord starben.

Seine Ausbildung an der Flugschule hatte der Copilot wegen einer schweren Depression nur mit einer Sondergenehmigung beenden können. Die Kläger werfen der Flugschule Versäumnisse vor.

Die Lufthansa hatte nach dem Unglück bereits Zahlungen geleistet. Diese sind nach Auffassung der klagenden Hinterbliebenen aber zu niedrig. Nach früheren Angaben der Fluggesellschaft erhielten nächste Angehörige pro Person 10.000 Euro Schmerzensgeld.

Nach Angaben des Berliner Anwalts Elmar Giemulla klagen die Angehörigen auf die Zahlung von weiteren 30.000 Euro. Für jedes Todesopfer haben die Angehörigen außerdem 25.000 Euro sogenanntes vererbbares Schmerzensgeld erhalten. Hier soll die Lufthansa weitere 25.000 Euro je Opfer zahlen.

"Wir wollen die Lufthansa nicht vom Haken lassen und haben sie als Beklagte hinzugefügt, bevor eine Verjährungsfrist am 1. Januar 2019 abgelaufen wäre", sagte Giemulla der Deutschen Presse-Agentur.

Die Frist beinhalte das Jahr der Katastrophe plus drei weitere Jahre. Die Lufthansa hat laut Giemulla einen Vergleich bislang abgelehnt. Die Fluggesellschaft wollte sich auf dpa-Anfrage am Montag mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht äußern.

Eine Schmerzensgeld-Klage war bereits 2016 in Arizona am Sitz der Flugschule "Airline Training Center Arizona" (ATCA) eingereicht worden. Dort wurde sie zurückgewiesen mit dem Hinweis, sich an ein deutsches Gericht zu wenden. Wenn die deutsche Justiz ablehne, wollten sich die US-Richter den Fall noch einmal anschauen.

Giemulla verlangt nach eigenen Angaben von der Flugschule Akteneinsicht. Er will zudem in den USA Zeugen vernehmen, um Versäumnisse zu belegen. Das Gesamtanliegen der Hinterbliebenen sei neben dem Schmerzensgeld, dass aufgeklärt werde, "an welcher Stelle im Weltkonzern der psychisch kranke Copilot durch das Kontrollnetz gefallen ist", sagte der Anwalt weiter.
© dpa | Abb.: Ingo Lang | 07.01.2019 15:26

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Beitrag vom 08.01.2019 - 09:33 Uhr
Was passiert denn, wenn eine Person mit Depressionen (zwischenzeitlich) erfolgreich behandelt wurde, als geheilt und 100% gesund gilt, das ganze mit Attest und Gutachten unterlegt? Wenn Sie so eine Person in der Ausbildung ablösen, können Sie drei Mal raten, wer später erfolgreich auf Wiedereinstellung klagen wird. Das eigentliche Problem ist die Gesetzgebung.
Beitrag vom 08.01.2019 - 08:37 Uhr
Nun, ob Abzocke oder nicht, will ich nicht beurteilen.
Aber ein Vergleich mit Fahrschulen und ähnlichem würde ich auch nur halb zustimmen. Der Fahrschüler fährt später privat für sich in der Gegend rum.
Die Flugschule oder die Lufthansa als Arbeitgeber betrauen in diesem Fall aber einen Angestellten mit einer Aufgabe, der er vielleicht nicht gewachsen ist. Ob dies zu erkennen ist, kann ich nicht einschätzen. Aber wenn: dann hat der Arbeitgeber sicher die Aufgabe, seine Kunden nur „sicherem“ Personal anzuvertrauen. Daraus ergibt sich für mich schon eine gewisse Verantwortung, welche jetzt geklärt werden soll.
Beitrag vom 08.01.2019 - 08:04 Uhr
Ich finde es unerträglich dass LH hier keine Verantwortung übernimmt.


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