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IG Metall: Bund muss sich stärker bei Airbus engagieren

Airbus Group
Airbus Group, © Airbus
BERLIN - Die IG Metall appelliert an die Bundesregierung, vor dem Chefwechsel an der Airbus-Spitze die Interessen der deutschen Beschäftigten bei dem Luftfahrt- und Rüstungskonzern nicht aus dem Blick zu verlieren. Die Mitarbeiter bräuchten auch angesichts der jüngsten Produktionsprobleme klare Zusagen.

Dies solle es insbesondere für Standorte und Investitionen gelten, sagte Gewerkschaftsvorstand Jürgen Kerner dem "Spiegel". Zudem wird mehr politische Fürsprache erwünscht: "Schon heute wird über Fachkräftemangel geklagt. Trotzdem sollen bei Airbus hierzulande bis zu 600 Jobs wegfallen. Das ist doch niemandem vermittelbar."

Im April soll der Franzose Guillaume Faury - bisher Leiter der Verkehrsflugzeug-Sparte - den Deutschen Thomas Enders als Vorstandschef ablösen. Kerner betonte, das Know-how der deutschen Standorte müsse gesichert werden. Dabei sei "neben dem Management auch die Politik gefragt". Der Bund besitzt über eine Beteiligungsgesellschaft rund elf Prozent von Airbus. "Alle ducken sich weg", sagte Kerner. "In Frankreich käme niemand auf die Idee, sich über Staatseinfluss auf die Luftfahrtindustrie zu beklagen."

Airbus hatte zuletzt Gewinn und Umsatz steigern können. Zugleich mussten jedoch Produktionsziele für bestimmte Flugzeugtypen gekappt werden. Um die deutsch-französische Balance in der Unternehmensgruppe zu wahren, schlug der Gewerkschafter zudem vor: "Auf der Hauptversammlung Anfang April sollte Ex-Telekom-Chef René Obermann, der bereits im Verwaltungsrat sitzt, gleich zum designierten Chef des Gremiums ernannt werden." Als oberster Kontrolleur ist bis 2020 zunächst noch der Franzose Denis Ranque gesetzt.

Ende November hatten Beschäftigte wegen eines drohenden Stellenabbaus an mehreren Standorten von Europas größtem Flugzeugbauer protestiert. In Deutschland sind Bremen und Augsburg nach IG-Metall-Angaben am stärksten von den Kürzungsplänen betroffen. "Im Vergleich zu anderen Ländern nimmt die Bundesregierung zu wenig Einfluss auf die zukünftige Entwicklung der Luft- und Raumfahrt", kritisierte die Geschäftsführerin der IG Metall Bremen, Ute Buggeln.
© dpa-AFX, aero.de | 07.01.2019 06:31

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Beitrag vom 07.01.2019 - 22:15 Uhr
Ist in Deutschland schon wieder der volle Sozialismus eingeführt worden? Entsprechend der Betriebsrat und die Mitbestimmung bei großen Kapitalunternehmen abgeschafft?

Denn dadurch konnte in der sozialen Marktwirtschaft für jeden Arbeitnehmer immer Einfluß auf die Geschäftsleitung und Unternehmensführung genommen werden.

Aber eines muß der Bund garantiert nicht: sich noch mehr bei Airbus engagieren. Airbus ist ein privatwirtschaftliches Unternehmen und dort hat der Staat nichts zu suchen, aber die Aktionäre umsomehr.


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