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Luftfahrtzulieferer suchen händeringend Personal

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HAMBURG - Die Luftfahrt-Zulieferbranche hat sich von den Auswirkungen der Corona-Pandemie weitgehend erholt, steht nun aber vor einem akuten Fachkräftemangel. Der Personalabbau in der Krise rächt sich jetzt. Die Branche hat sich in den Corona-Jahren zudem weitere Standbeine erschlossen.

"Für die Zulieferindustrie ist eine massive Herausforderung von der nächsten abgelöst worden", sagte der Sprecher des Interessenverbands Hamburg Aviation, Lukas Kaestner, der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf den Personalmangel.

Etliche Zulieferer und Dienstleister hätten ihr Geschäft während der Corona-Pandemie diversifiziert. "Für viele der Unternehmen war dies ein wichtiger Baustein, um die Krise zu meistern", sagt Kaestner. Doch das steigere die Nachfrage nach Fachkräften natürlich umso mehr.

Denn ein Unternehmen, das erfolgreich in einer anderen Branche Fuß gefasst habe, gebe dieses zusätzliche Standbein nicht einfach wieder auf, sagte Kaestner. Die IG Metall Küste sieht die Sache jedoch anders. "In der Krise wurde viel zu viel und viel zu schnell Personal abgebaut", sagte Bezirksleiter Daniel Friedrich. Entsprechend fehlten nun zum Neustart etliche Arbeitskräfte.

Allein Airbus hatte während der Corona-Pandemie angekündigt, weltweit 15.000 der rund 90.000 Jobs in der Verkehrsflugzeug-Sparte zu streichen, rund 3.000 davon in Norddeutschland.

Kapazitäten am Anschlag

Die Gewerkschaft rechnet heute mit einer Auslastung der Branche von mehr als 98 Prozent, allein in Hamburg gelte es in den nächsten Monaten etwa 1.000 Arbeitsplätze neu zu besetzen. Dazu sei die Stärkung der Ausbildung ein wichtiges Signal, sagte Friedrich. Der Airbus-Betriebsratsvorsitzende Holger Junge sagte, auch "Festeinstellungen statt Leiharbeit und befristete Arbeitsverträge sind dafür ein wichtiger Schritt".

Hamburg-Aviation-Sprecher Kaestner sagte, besonders die Lockerungen der internationalen Einreisebeschränkungen hätten der Zuliefererbranche gut getan. Das habe sich positiv auf die Nachfrage ausgewirkt. "Allein Lufthansa holt sukzessive fast alle langfristig geparkten Flugzeuge wieder zurück in den Betrieb."

"Der weltweite Luftverkehr hat insbesondere in den vergangenen Monaten eine rasante Erholung verzeichnet", sagte Kaestner. Zwar habe Airbus sein Auslieferungsziel für 2022 erneut verfehlt. Im Vergleich zu den Corona-Jahren 2020 und 2021 sei die Produktionsrate aber deutlich gestiegen.

Das betreffe besonders die Airbus der A320 Familie: "In den nächsten zwei Jahren soll die monatliche Rate bei 65 Flugzeugen stehen, ab 2025 sind dann sogar 75 A320-Flugzeuge pro Monat geplant."

Betriebsratschef Junge warnte jedoch auch, das könne nur gelingen, wenn man sich auf den geänderten Arbeitsmarkt einstelle und gute Bedingungen für Mitarbeiter schaffe.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Premium Aerotec | 23.01.2023 06:51

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Beitrag vom 24.01.2023 - 14:27 Uhr
In Afghanistan und Syrien gibt es viele Spezialisten und Fachkräfte! Raketenwissenschaftler, studierte Physiker, Ingenieure und Professoren!

Man gut, dass schon so viele Afghanen und Syrer hier sind.
Beitrag vom 23.01.2023 - 08:04 Uhr
In Afghanistan und Syrien gibt es viele Spezialisten und Fachkräfte! Raketenwissenschaftler, studierte Physiker, Ingenieure und Professoren!


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