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Lufthansa spricht mit Regierungen über Staatshilfen

Lufthansa Airbus A380
Lufthansa Airbus A380, © Lufthansa

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FRANKFURT - Die Lufthansa lotet wegen der immensen Folgen des Coronavirus die Chance auf staatliche Unterstützung aus. Ein Einreisestopp für die USA trifft Lufthansa ins Mark, der Konzern prüft nach Medieninformationen inzwischen eine weitgehende Komplettaussetzung seines Flugbetriebs.

Lufthansa braucht staatliche Rückendeckung: "Wir sprechen mit den Regierungen der Heimatmärkte über mögliche Staatshilfen", sagte ein Konzernsprecher am Freitag und bestätigte damit einen Bericht aus der Online-Ausgabe des "Handelsblatts".

Neben der deutschen Regierung sei man mit den Regierungen von Österreich, Belgien und der Schweiz im Gespräch, in denen der Konzern mit seinen Tochtergesellschaften Austrian, Brussels und Swiss vertreten ist.

Der Zeitung zufolge nimmt Lufthansa-Chef Carsten Spohr an einer Runde mit Bundeskanzlerin Angela Merkel teil, in der es um das neuartige Coronavirus und die Folgen etwa für die Wirtschaft gehen solle. Der Lufthansa-Konzern hat wegen des immensen Nachfrageeinbruchs und Einreiseverboten einen Großteil des Flugangebots für die kommenden Wochen gestrichen.

Dem "Handelsblatt" zufolge werden im Vorstand derzeit Szenarien durchgespielt, den Flugbetrieb eine Zeit lang sogar weitgehend einzustellen. Entschieden sei aber noch nichts. "Die Situation ist im Moment außerordentlich dynamisch", zitiert die Zeitung eine Quelle aus dem Umfeld des Unternehmens. Der Konzernsprecher wollte diese Darstellung nicht kommentieren.

Reisewelle vor Einreisestopp

Unterdessen haben zahlreiche Reisende am Freitag vom Frankfurter Flughafen aus die letzte Möglichkeit genutzt, vor Beginn des Einreisestopps für Europäer noch in die USA zu starten. Der Flugverkehr selbst geht unterdessen weiter - wenn auch in geringerem Umfang.

Die Lufthansa Group Airlines werde weiterhin Flüge aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Belgien in die USA anbieten, kündigte das Unternehmen an. Flüge von Frankfurt nach Chicago und Newark (New York), von Zürich nach Chicago und Newark (New York), von Wien nach Chicago und von Brüssel nach Washington würden auch über den 14. März hinaus im Flugplan beibehalten.

Reisende, die am Freitag in die USA aufbrachen, berichteten von Umbuchungen in letzter Minute, um doch noch in den Urlaub reisen oder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren zu können. Nicht alle hatten Verständnis für den Einreisestopp. "Das ist ein absurdes Reiseverbot", sagte ein Italiener, der in der kommenden Woche einen neuen Job im US-Bundesstaat Colorado antreten will und mit viel Mühe einen Platz in einem der letzten Flüge buchen konnte.

Ungeachtet von den US-Verbindungen sind die Auswirkungen von Flugstreichungen, Reiseplan-Änderungen und anderen Maßnahmen für den Frankfurter Flughafen enorm. "Solche Rückgänge in dieser Intensität und Dauer haben wir noch nicht erlebt", sagt Fraport-Chef Stefan Schulte angesichts der drastisch zusammengeschnurrten Passagierzahlen.

Aktuell sind es am größten deutschen Flughafen bereits 80.000 Menschen pro Tag weniger, ein Rückgang um 45 Prozent zum Vorjahreswert. Mit dem ausgedünnten US-Angebot in den nächsten Tagen - die Lufthansa hat mehr als 80 Prozent ihres US-Programms gestrichen - werde es in den Terminals noch leerer werden.

Man werde eher Teilabschnitte als ein ganzes Terminal schließen, sagte der Flughafenchef, der wegen der Flaute bis zu 10.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken will. Auf den Außenpositionen sind bereits an die 20 nicht benötigte Jets dauerhaft geparkt, weitere kommen demnächst hinzu. Rollwege oder Landebahnen würden zunächst nicht gesperrt.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Lufthansa | 13.03.2020 15:40

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Beitrag vom 25.03.2020 - 18:10 Uhr

Aber das ist ja alles Stand von jetzt, mal schauen was morgen passiert. Vielleicht ist ja dann die Lage existenzbedrohend.

Die Lage IST existenzbedrohend, und ich sehe kaum Chancen, dass es von den großen (die die meisten laufneden Kosten haben - aber derzeit NULL Paxe) überleben werden kann.
Das ist die Chance für kleine Airlines gestärkt aus der Krise zu kommen - nicht für große
Wie heißt es doch so schön "Die Größe allein ist nicht entscheidend" ;-)
Zunächst, was ist groß? SAS, Finnair, Aegean, ...? Es gibt eine Menge Große die schlecht aufgestellt sind, aber mir fällt so gar keine Kleine ein, die gesund dasteht und Ambitionen hätte die über das eigene Überleben hinausgehen um irgendwelche Märkte zu besetzen die dann frei würden. Hätten Sie da ein Beispiel?
Beitrag vom 25.03.2020 - 15:50 Uhr

Aber das ist ja alles Stand von jetzt, mal schauen was morgen passiert. Vielleicht ist ja dann die Lage existenzbedrohend.

Die Lage IST existenzbedrohend, und ich sehe kaum Chancen, dass es von den großen (die die meisten laufneden Kosten haben - aber derzeit NULL Paxe) überleben werden kann.
Das ist die Chance für kleine Airlines gestärkt aus der Krise zu kommen - nicht für große
Beitrag vom 15.03.2020 - 19:23 Uhr
@contrail55
Ich habe von Anfang an nichts anderes geschrieben. Und nein, weder schiebe ich Frust auf LH, noch ist es meine Absicht, hier LH-Bashing zu betreiben. In diesem Thread geht es nunmal um LH, daher habe ich meine Ansicht auch auf LH bezogen. Sie gilt analog auch für sämtliche andere Unternehmen, welche ähnlich aufgestellt sind. Aber darum geht es hier im Luftfahrtforum und speziell in diesem Thread nicht.
Dann verstehe ich den Antrieb nicht mehrmals in diesem Thread darauf hinzuweisen, dass LH vermeintlich Sachen macht die Sie nicht gut finden. Dann stellen Sie fest das LH das ja eigentlich garnicht macht um dann genau nochmal nachzusetzen. Wie würden Sie das deuten?
Aber das ist ja alles Stand von jetzt, mal schauen was morgen passiert. Vielleicht ist ja dann die Lage existenzbedrohend.


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