Schlichtung
Älter als 7 Tage

Lufthansa will wieder mit Ufo reden

Streik bei Lufthansa
Streik bei Lufthansa, © Lufthansa

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FRANKFURT - Wende am ersten Streiktag: Die Lufthansa will den Tarifkonflikt mit den Flugbegleitern nun doch in einer Schlichtung lösen. Nach einer monatelangen Gesprächspause erklärte Vorstandschef Carsten Spohr am Donnerstag ausdrücklich, dass man nun auch wieder das Gespräch mit der Kabinengewerkschaft Ufo suche.

Ziel sei es, die von Ufo angebotene Schlichtung zu vereinbaren. Bislang hatte der Konzern Gespräche mit dem Argument abgelehnt, dass der Ufo-Vorstand nicht vertretungsberechtigt sei.

Vorangegangen war am Mittwochabend ein Gespräch mit den konkurrierenden Gewerkschaften Verdi und der neuen "Cabin Union", das von der Ufo nicht wahrgenommen worden war. Lufthansa will mit allen drei Gruppen sprechen, die letztlich darum rangeln, wer für die rund 21.000 Flugbegleiter der Kerngesellschaft Lufthansa Tarifverträge abschließen kann.

Der von Ufo ausgerufene Streik hat bereits am ersten Streiktag Donnerstag zu zahlreichen Flugausfällen geführt. Der bis Freitag geplante 48-stündige Ausstand begann um Mitternacht, wie ein Sprecher der Gewerkschaft Ufo bestätigte. Rund 1300 Flüge wurden abgesagt.

Der Konzern strich für Donnerstag bei seiner Hauptmarke Lufthansa rund 700 der weltweit 1.100 geplanten Flüge, so dass an den Drehkreuzen München und Frankfurt viele Maschinen am Boden bleiben und auch ein Großteil der Überseeflüge ausfallen muss. An Flughäfen im In- und Ausland wurden Verbindungen nach Frankfurt und München abgesagt.

Zusammen mit 600 geplanten Stornierungen am Freitag sind der Airline zufolge rund 180.000 Passagiere betroffen. Den Kunden wurden Umbuchungen auf andere Gesellschaften und Tage sowie im innerdeutschen Verkehr auf die Bahn angeboten. Dort war am Morgen sowohl in Hessen als auch bundesweit die Verkehrslage normal, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn.

Auch in den Terminals der Flughäfen Frankfurt und München blieb es ruhig. Es habe keine langen Warteschlangen an den Schaltern gegeben, berichteten Sprecher. "Wir gehen davon aus, dass sich die Passagiere im Vorhinein informiert haben", sagte eine Sprecherin des Flughafenbetreibers Fraport.

Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo fordert für die rund 21.000 Lufthansa-Flugbegleiter höhere Spesen und Zulagen sowie den besseren Zugang für Saisonkräfte in reguläre Anstellungsverhältnisse. Für die vier anderen Flugbetriebe wurden jeweils separate Forderungen aufgestellt und Urabstimmungen abgehalten.

Tarifverträge "korrekt gekündigt"

In dem gesamten Konflikt geht es aber hauptsächlich um die vom Konzern aufgeworfene Frage, ob Ufo überhaupt noch Tarifverträge für das Kabinenpersonal durchsetzen kann.

Die Lufthansa war am Mittwoch in zwei Gerichtsinstanzen mit dem Versuch gescheitert, den Streik noch mit juristischen Mitteln zu stoppen. Sowohl das Arbeitsgericht Frankfurt als auch das hessische Landesarbeitsgericht lehnten eine Einstweilige Verfügung gegen den Ufo-Streik ab.

Nach Einschätzung der Richter sind die Tarifverträge korrekt gekündigt worden, der Streikbeschluss sei gültig. Angriffe der Lufthansa-Anwälte gegen die kurzfristig geänderte Arbeitskampfordnung der Gewerkschaft lehnten sie ebenfalls ab. Hier handele es sich um interne Regelungen der Ufo ohne Außenwirkung.

Die Gewerkschaft Ufo hat eine Ausweitung des Arbeitskampfes auf bis zu vier weitere Flugbetriebe mit deutschem Tarifrecht angekündigt. Davon könnten vor allem Eurowings-Flüge betroffen sein. Einzelheiten wollte Ufo am Donnerstag nennen.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Lufthansa | 07.11.2019 09:34

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Beitrag vom 08.11.2019 - 13:11 Uhr
Heißt?

Nur das was ich sagte: Netto Personalkosten in €/h sind nicht das einzige relavante Kriterium um die Gesamtkosten einer Leistungserbringung pro Standort zu beurteilen.
An den Netto-Personalkosten lassen sich zwar immer sehr deutlich die Vorteile ausländischer Arbeitsmärkte darstellen, dem stehen aber eben auch u.A. die ganannten Nachteile gegenüber, die sich allerdings je nach der Arbeitsstruktur unterschiedlich stark auswirken.

Da haben Sie natürlich recht. Unterstellen wir mal das die Infrastrukturkosten für einen Triebwerksshop in einer Halle auf der grünen Wiese in Polen nicht so einen dramatisch anderen Einfluß auf die Stückkosten hat wie in D bei gleichzeitig 10 Triebwerken in der Überholung. Aber bei zB 1000 Mann/Stunden pro Überholung machen 50€/Stunde Unterschied doch den Unterschied. So scheint es sich zu lohnen Flugzeuge leer um den halben Globus zu schicken für ein größeres Wartungsereigis.
Beitrag vom 08.11.2019 - 12:58 Uhr
@contrail55

Zahlen Sie mir bitte das angemessene Honorar als Unternehmensberaterin und ich entwerfe Ihnen ein angemessenes Unternehmenskonzept für die Lufthansa Group - aber das dann nicht hier im Chat, dessen Format dafür völlig ungeeignet ist. Und ansonsten sparen Sie sich bitte Ihre unsachliche Polemik.

?? Ich habe Sie hier doch garnicht angesprochen oder sind Sie auch als Jumpfly unterwegs?

Es wurden mehrere aktuelle Baustellen aufgezählt und ich habe gefragt wie er/sie das lösen würde. Ich denke das bekommt man in 2 Sätzen hin was man da machen wollte und dann könnte man darüber diskutieren. Darin kann ich keine Unsachlichkeit erkennen. Geht mit @EricM super.
Beitrag vom 08.11.2019 - 10:45 Uhr

@FloCo

Wenn Sie die aktuelle Berichterstattung verfolgt haben, dann wissen Sie genauso wie wir alle, dass es in dem Konflikt zwischen dem Lufthansa-Vorstand und der Ufo nicht um 1,8% oder 2% mehr Lohn geht sondern um die Anerkennung der Ufo als Tarifpartner. Ihre Behauptung ist nicht nur unsachlich sondern unredlich. Und bitte tun Sie auch nicht so, als wären "pissige Kunden" die Schuld von Mitarbeitern, die ihre rechtlich zulässigen Forderungen gegenüber einer Konzernführung durchzusetzen versuchen, die in den letzten Jahren systematisch jede Vertrauensbasis zerstört hat. Ob Forderungen rechtlich zulässig sind entscheiden übrigens nicht Sie sondern die zuständigen Gerichte.


Natürlich weiß ich, dass es um mehr geht. Aber ich, als Kunde, darf dem doch trotzdem nicht zustimmen, oder? Es wurde mehr Gehalt gefordert, es wurde mehr gezahlt. Ich kann die Lufthansa voll und ganz verstehen, dass man derzeit nicht mit der UFO reden will und dieses erst rechtlich absichern will. Das ist aber auch ein Zustand, an dem die Lufthansa keine Schuld hat, sondern die UFO hat das selbst verschuldet.

Und ja, wenn Sie die Schuld für die Streiks und die daraus resultierenden "pissigen Kunden" dem LH Vorstand zuschreiben, dann habe ich doch wohl das Recht, diese den Streiks des Kabinenpersonals zuzuschreiben, oder nicht? Und ja, die Mitarbeiter haben das recht zulässige Forderungen zu stellen. Das haben sie gemacht, mit einer Forderung nach mehr Gehalt; Lufthansa hat das gezahlt.
Und wenn die rechtlich zulässige Forderung der Mitarbeiter darüber hinaus ist, dass die Gewerkschaft anerkannt wird, dann hat doch bitte schön auch die Lufthansa das Recht, diese Anerkennung rechtlich prüfen und bestätigen zu lassen, oder?

Sorry, aber mir geht dieses Ewige: Der Mitarbeiter ist die arme Sau und das böse Unternehmen ist an allem Schuld, mächtig auf den Keks und ich habe dafür absolut kein Verständnis, dass man sich da selbst immer nur in die Opferrolle setzt und die Schuld weiterschiebt.


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