Russland
Älter als 7 Tage

Mobilmachung bringt Airlines in Bedrängnis

Airbus
S7 Airlines Airbus A321neo, © Airbus

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MOSKAU - Russische Airlines fürchten einem Zeitungsbericht zufolge extreme Personalengpässe durch die Teilmobilmachung. Brancheninsider bei mehreren Airlines gehen davon aus, dass zwischen 50 bis 80 Prozent der Mitarbeiter zum Kriegsdienst eingezogen werden, schrieb die Zeitung "Kommersant" am Freitag.

Die Juristen der Fluggesellschaften seien dabei, Anträge auf Befreiung für das Flugpersonal zu formulieren - sie wüssten aber nicht, an welches Ministerium diese überhaupt geschickt werden müssten.

Am Mittwoch hatte Russland Präsident Wladimir Putin eine Teilmobilmachung angeordnet. Daraufhin hätten innerhalb eines Tages die Mitarbeiter von fünf Fluggesellschaften und zehn Flughäfen Einberufsbescheide erhalten, heißt es in dem Bericht.

Die größte Fluglinie Aeroflot erwarte demnach, dass mehr als die Hälfte ihres Personals "potenziell" von der Einberufung betroffen sein könnte. Das Unternehmen selbst wollte sich offiziell dazu nicht äußern, auch von anderen Airlines gab es keine Stellungnahme, so der "Kommersant".

Die meisten Piloten russischer Fluggesellschaften haben ihre Ausbildung in der militärischen Abteilung einer Flugschule absolviert und sind Offiziere der Reserve. Andere erhalten ihren Einberufungsbefehl, weil die Zeit ihres regulären Wehrdienstes noch nicht lange zurückliegt.
© dpa-AFX | Abb.: Airbus | 23.09.2022 15:39

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Beitrag vom 28.09.2022 - 08:38 Uhr
Nein, nicht hinter Fähnchen her mit All-Inc-Plus - auf eigene Faust in einigen Teilen des Landes - mit kleinen Dörfern, aber auch Städten von 200.000 bis zu 1 Mio. Einwohnern. Natürlich gibt es die Alkoholleichen auch, so wie es bei uns auch Drogentote auf offener Straße gibt und auch Brückenspringer (bei denen dann postum Alkohol in nicht geringem Ausmass gemessen wurde, bei klarem Kopf würden die auch nicht springen). Aber wenn man auf deutschem Bildzeitungsniveau über Russland diskutiert, schwingt immer das Narativ mit, dass man nur über die Alkoholleichen stolpert und jeder Russe schon um 10 Uhr stock besoffen sei.

Und dagegen wehre ich mich einfach, denn das ist faktisch falsch. Genoswenig essen wir auch nicht den ganzen Tag Weißwurst und Sauerkraut und laufen mit Lederhosen oder Dirndl durch die Straßen. Das Land an sich schön und die Bevölkerung extrem gastfreundlich und zuvorkommend. Und das ist keine vordergründige Freundlichkeit die auf Trinkgeld aus ist, sondern es ist echte Herzlichkeit die einem vor Ort entgegen gebracht wird.

Wenn man sich aber die Propaganda anschaut, ist das nicht verwunderlich, dass die wenigsten Leute im Land wirklich eine Ahnung haben, was da bisher passiert. Auch das hat System, ich habe einige Unis und auch Feriencamps besuchen können, das Thema Medien und Medien-Gestaltung ist sehr groß und nimmt neben Sport einen festen Bestandteil ein. Da zaubern Kindern in ihren Sommercamps Imagefilme die man hierzulande gegen viel Geld oft in gleicher Qualität bekommt. Kein Wunder, dass sie also verstehen sich selber zu belügen bei der Wahrheit.

Beitrag vom 26.09.2022 - 15:23 Uhr
Also dafür was einem hier wieder alles vorgeworfen wird kommt (wieder) ziemlich wenig bis garnichts.

Dafür klingt "ist verboten" umso mehr nach All-Inclusive-Plus.


Es gibt in Russland ein m a s s i v e s Alkoholproblem nur taucht das in keiner All-Inclusive-Plus Führung durch Moskau oder St. Petersburg und auch in keiner Statistik auf da in Russland eine Vergiftung durch Alkohol wie auch Vergiftungen durch andere Substanzen in der großen Politik unter (den daraus resultierenden) "Unfällen" verrechnet wird und die Unfallstatistiken von Personen die einfach so von Brücken fallen, offensichtlich auf Alk. zurückzuführenden Verkehrsunfällen etc. schauen grauenvoll aus. Nicht nur im Osten sondern tatsächlich auch im Westen.

Die Alk-Leichen liegen dann durchaus "auf offener Straße".

Nur sind es offiziell keine Alk-Leichen.



Beim Krieg muss man sich im klaren sein dass der erst in seinem ersten Jahr ist und ohne irgendwas verharmlosen zu wollen so haben doch diverse Kriege gezeigt dass das erste Jahr verglichen mit dem letzten Jahr für den Verlierer und das ist natürlich Russland noch ziemlich harmlos ist.

Offiziell werden in Russland 300.000 Personen eingezogen aber schon jetzt gibt es Gerüchte darüber dass es in Wahrheit eine Mio. sind und was sind in Russland schon offizielle Zahlen wert? Nichts.

Die (männlichen) Migranten bewegen sich schon jetzt im Bereich von hunderttausenden und das sind weder Alte noch werden es weniger. Wenn sich in den Zielländern einmal eine russische Gesellschaft mit einer kritischen Größe die ein gewisses Maß an Absicherung und Hilfestellung leisten kann gebildet hat werden schließlich auch weniger gut ausgebildete Russen auswandern können.
Beitrag vom 25.09.2022 - 21:44 Uhr
Nun, ich war mehrfach in Russland - und nicht nur hinterm Touri-Fähnchen hergelaufen ... die "üblichen russischen Alk-Leichen" sind genauso "Bild"-Verallgemeinerung wie "etliche Städte" mit der "Armee quasi der einzige Arbeitgeber". Das entspricht beides nicht (mehr) der Realität.

Natürlich gibt es ein Alkohol-Problem, je weiter weg von Moskau und je kürzer die Tage, um so schlimmer. Aber der Alkohol-Konsum auf offener Straße ist genausowenig noch erlaubt, wie es das beispielsweise auch in den Staaten ist. Da hat sich auch im Erscheiningsbild der Städte viel geändert. Wo es noch echte Alkoholprobleme gibt, ist in den eigenen 4 Wänden in der tiefsten Wildnis, wo die nächste asphaltierte Straße mehrere hundert Kilometer entfernt ist. Ebenso in Städten, in denen die einstigen großen Produktionen der Sovietunion waren und die nicht durch neue Eigentümer gerettet werden konnten.

Die Armee ist sicherlich in einigen Gemeinden der größte Arbeitgeber, ich würde aber mal behaupten wollen, dass sich das Verhältnis ähnlich zu anderen militärintensiven Flächenstaaten abspielt. Das hier gezeichnete Bild, dass alles mit dem Militär steht und fällt ist schlichtweg nicht korrekt.

Auch die Flucht der "jungen Männer" ist (leider) nur ein Strohfeuer. Wer in bestimmten Branchen arbeitet wie in der IT findet ohne Probleme im Ausland einen neuen Job und hat sich auch meist schon abgesetzt. Zudem sind einige aus dem Meienbereich geflohen, die sind aber schon länger auf dem Radar gewesen. Die Stadtbilder und Einkaufspassagen demonstrieren auch heute noch viele junge Leute auf den Straßen. Beim Thema "Überalterung" dürfen wir den Mund auch gar nicht soweit aufmachen.

Ich würde mir wünschen nicht unbedingt dem allgemeinen Klischee zu folgen oder einzelne Erfahrungen beim All-Inclusive-Plus als Allgemeingültigkeit hinzustellen. Danke!


Fast alles was Sie hier schrieben, stimmt auch mit den Erfahrungen meiner sehr häufigen Aufenthalte in Russland überein.
Es ist aber unumstritten, dass russische Männer eine deutlich geringere Lebenserwartung haben als die Frauen, und das liegt eben hauptsächlich an dem immer noch sehr starken Alkoholkonsum.
Und deswegen gibt es eben auch einen deutlichen Frauenüberschuss dort.


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