Wiederzulassung
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Ryanair drängt EASA bei 737 MAX zur Eile

Ryanair Boeing 737 MAX 200
Ryanair Boeing 737 MAX 200, © Boeing

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FRANKFURT - Europäische Betreiber der derzeit noch gesperrten Boeing 737 MAX können mit einer Wiederzulassung im ersten Quartal 2020 rechnen. Ryanair-Chef Michael O`Leary streitet mit der EASA über den Zeitplan - die Luftfahrtausicht will sich bei der Abnahme der Modifikationen "nicht unter Druck setzen lassen".

Ryanair werden auch im Sommer 2020 Flugzeuge fehlen. Die Airline rechnet nach einer jüngsten Lieferprognose nur mit 20 statt bis zu 60 737 MAX.

Nach Ansicht von Michael O`Leary trägt die EASA durch eine "verschleppte" Wiederzulassung daran zumindest eine Teilschuld.

"Wir haben viel Vertrauen in die Sicherheit der 737 MAX", sagte der Manager "Bloomberg". "Die Aufsicht muss mit uns als Industrie an einem Strang ziehen, um das Flugzeug wieder in die Luft zu bringen."

Die EASA wird im Dezember eigene Testflüge mit der 737 MAX durchführen und will im Folgemonat den Wiederzulassungsprozess beginnen. "Wenn Herrn O`Leary das nicht gefällt, ist das sein Problem", sagte EASA-Direktor Patrick Ky. "Wir werden uns nicht unter Druck setzen lassen, dass kann ich Ihnen versichern."
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Boeing | 06.11.2019 09:11

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Beitrag vom 06.11.2019 - 21:53 Uhr
Bei einer Wiederzulassung nach 2 Abstürzen, die auch durch Fehler bei der Zulassung, die auf Druck des Herstellers auf eine Zulassungsbehörde nicht ordungsgemäß durchgeführt wurde, verursacht wurden, jetzt Druck auf eine Zulassungsbehörde auszuüben - das ist schon an Ironie schwer zu überbieten.

Das spricht jetzt nicht dafür, dass MOL das grundlegende Problem verstanden hat. Oder dass es ihn interessieren würde.

"Die Aufsicht muss mit uns als Industrie an einem Strang ziehen, um das Flugzeug wieder in die Luft zu bringen."

Nein, mitnichten.
Die Aufsicht hat zu kontrollieren, ob die Industrie wenigstens diesmal ihren verdammten Job gemacht hat - und falls das wieder nicht der Fall war, _zu_verhindern_ dass dieser Schrott wieder in die Luft kommt.
Dabei hat es sie ausdrücklich nicht zu interessieren, ob Ryanair "genug Flugzeuge hat" oder nicht.
Genau dieser komplizenhafte Anspruch der Industrie hat ja die 737MAX-Katastrophe mit verursacht.

Wenn die FAA auf den Druck von Boeing ähnlich reagiert hätte wie Herr Ky jetzt, würden sehr viele Menschen noch leben...

Stimme absolut zu.

Dieser Beitrag wurde am 06.11.2019 22:11 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 06.11.2019 - 15:45 Uhr
Bei einer Wiederzulassung nach 2 Abstürzen, die auch durch Fehler bei der Zulassung, die auf Druck des Herstellers auf eine Zulassungsbehörde nicht ordungsgemäß durchgeführt wurde, verursacht wurden, jetzt Druck auf eine Zulassungsbehörde auszuüben - das ist schon an Ironie schwer zu überbieten.

Das spricht jetzt nicht dafür, dass MOL das grundlegende Problem verstanden hat. Oder dass es ihn interessieren würde.

"Die Aufsicht muss mit uns als Industrie an einem Strang ziehen, um das Flugzeug wieder in die Luft zu bringen."

Nein, mitnichten.
Die Aufsicht hat zu kontrollieren, ob die Industrie wenigstens diesmal ihren verdammten Job gemacht hat - und falls das wieder nicht der Fall war, _zu_verhindern_ dass dieser Schrott wieder in die Luft kommt.
Dabei hat es sie ausdrücklich nicht zu interessieren, ob Ryanair "genug Flugzeuge hat" oder nicht.
Genau dieser komplizenhafte Anspruch der Industrie hat ja die 737MAX-Katastrophe mit verursacht.

Wenn die FAA auf den Druck von Boeing ähnlich reagiert hätte wie Herr Ky jetzt, würden sehr viele Menschen noch leben...



Dieser Beitrag wurde am 06.11.2019 18:59 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 06.11.2019 - 15:40 Uhr
@Wurrel
Es geht hier nicht um ein Unternehmen, das Sorge haben muss, von einem Größeren "gefressen" zu werden. Übrigens wäre auch das kein Grund, Menschenleben zu gefährden. Es geht um einen Konzern, der Geschäftsjahr für Geschäftsjahr Gewinne in Milliardenhöhe einfährt!
Ich dachte zunächst Sie reden von Ryanair. Nun scheinen Sie über Boeing zu schreiben. Im nächsten Abschnitt beziehen Sie sich wieder auf Ryanair.
Dass in der 737MAX-Spezialanfertigung für Ryanair zwar nicht gerade Stehplätze angeboten werden, aber doch nur wenig mehr, das war eindeutig die Idee des Ryanair-Managements, allen voran MOL´s. Dass sie wirtschaftlich funktionieren wird und die Betreiber dieser Maschinen in noch kürzerer Zeit noch mehr Geld scheffeln werden (von "verdienen" sollte man in diesem Zusammenhang nicht reden), ist, denke ich, unbestritten. Dass MOL diese zukünftigen zusätzlichen Milliarden (zu den ohnehin fixen Milliarden, die regelmäßig hereinkommen) offensichtlich gar nicht mehr abwarten kann und deshalb Druck in Richtung EASA zu machen versucht, ihre Prüfstandards zu senken, finde ich persönlich schlicht und einfach widerlich. Und gefährlich, falls die EASA dem in ihrer Praxis nicht eine genauso deutliche Absage erteilt wie ihr Chef im Interview.
MOL ist ein alter Provokateur. Er weiß genau dass sich die EASA nicht von ihm reinreden lassen wird. Aber er bringt sich und seine Firma ins Gerede. Das hat schon oft geklappt, und MOL hat sein eigentliches Ziel (mal wieder) vollständig erreicht.


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