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Teures A380-Ende bei Air France

Air France Airbus A380 in Rio
Air France Airbus A380 in Rio, © Airbus

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PARIS - Air France-KLM steigt aus Vierstrahlern aus. Die vorzeitige Auflösung der A380-Flotte ist für den Konzern mit enormen Kosten verbunden.

Air France-KLM veranschlagt 370 Millionen Euro für das auf Ende 2022 vorgezogene Flotten-Aus für den Airbus A380.

Allein im letzten Jahr belastete die Entscheidung das Ergebnis mit 126 Millionen Euro. Der Großteil der Kosten entfalle auf Sonderabschreibungen, teilte der Konzern am Donnerstag bei Vorlage der Bilanz für 2019 mit.

Air France hatte in der Spitze zehn A380 in Betrieb, die erste hat die Flotte bereits verlassen. "Die A380 ist jetzt einfach überholt", fällte Air-France-Chefin Anne Rigail 2019 in einem Interview mit aero.de ein vernichtendes Urteil über Betriebs- und Wartungskosten der Teilflotte.

Der Konzern trennt sich derzeit auch von seinen übrigen Vierstrahlern: Air France sortiert 2020 die letzten A340 aus, KLM wird 2021 die Boeing 747-400 verabschieden.
© aero.de | 20.02.2020 14:04

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Beitrag vom 22.02.2020 - 10:17 Uhr
Das Problem von Air France mit dem A380 ist doch offensichtlich, dass dieses Unternehmen keine Routen hat, auf denen ein Vierstrahler dieser Größenordnung zuverlässig so mit entsprechend zahlenden Passagieren gefüllt werden könnte, dass er rentabel eingesetzt werden könnte. Der A350 und die "Triple Seven" bei Air France sowie der "Dreamliner" bei KLM (alles Zweistrahler) passen für die betriebswirtschaftlichen Bedürfnisse von Air France/ KLM ganz offensichtlich wesentlich besser als der A380.

vs.

"Die A380 ist jetzt einfach überholt"


d.h. wenn man selber das falsche Produkt gekauft hat, das nicht zum eigenen Business-Case passt, ist das Produkt schuld, und nicht man selber. "Die eigenen Management-Fehlentscheidungen schönreden" nennt man sowas.

Auf die Frage, ob das Airline-Management in den Airbus-Ländern Frankreich und Deutschland ohne politischen Einfluss ihre Entscheidung treffen konnten, habe ich eine ganz bestimmte Meinung.
Beitrag vom 22.02.2020 - 10:07 Uhr
Das Problem von Air France mit dem A380 ist doch offensichtlich, dass dieses Unternehmen keine Routen hat, auf denen ein Vierstrahler dieser Größenordnung zuverlässig so mit entsprechend zahlenden Passagieren gefüllt werden könnte, dass er rentabel eingesetzt werden könnte. Der A350 und die "Triple Seven" bei Air France sowie der "Dreamliner" bei KLM (alles Zweistrahler) passen für die betriebswirtschaftlichen Bedürfnisse von Air France/ KLM ganz offensichtlich wesentlich besser als der A380.

vs.

"Die A380 ist jetzt einfach überholt"


d.h. wenn man selber das falsche Produkt gekauft hat, das nicht zum eigenen Business-Case passt, ist das Produkt schuld, und nicht man selber. "Die eigenen Management-Fehlentscheidungen schönreden" nennt man sowas.


Dieser Beitrag wurde am 22.02.2020 10:07 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 21.02.2020 - 11:04 Uhr
Das Problem von Air France (und der Airline-Gruppe Air France/ KLM) mit dem A 380 ist doch offensichtlich, dass dieses Unternehmen keine Routen hat, auf denen ein Vierstrahler dieser Größenordnung zuverlässig so mit entsprechend zahlenden Passagieren gefüllt werden könnte, dass er rentabel eingesetzt werden könnte. Der A 350 und die "Triple Seven" bei Air France sowie der "Dreamliner" bei KLM (alles Zweistrahler) passen für die betriebswirtschaftlichen Bedürfnisse von Air France/ KLM ganz offensichtlich wesentlich besser als der A 380. Deshalb ist es nur logisch, dass nicht mehr in ein teueres Kabinen-Update investiert wird sondern ausgeflottet wird und das passendere Fluggerät eingeflottet wird. Ein schlecht ausgelastetes Flugzeug, das nur Verluste einfliegt, in der Flotte zu halten, einfach weil es schön ist und die Herzen von Planespottern, Technik-Freaks und Luftfahrtenthusiasten erfreut, wäre keine verantwortungsvolle Entscheidung irgendeines Top-Managements.

Der Trend weg von den Vierstrahlern hin zu den Zweistrahlern ist übrigens kein Spezifikum von Air France. Die großen US-Carrier, die gelobte Delta vorweg, haben schon lange keine Vierstrahler mehr in ihren Flotten und den A 380 erst gar nicht angeschafft. Die 747-8 ist verkaufstechnisch genauso ein Flop wie der A 380 und genauso eine technische Meisterleistung aus der Zeit, in der Boeing noch ein zuverlässiges Unternehmen war. Von Virgin Atlantic bis Singapore Airlines werden derzeit sukzessive die Vierstrahler ausgeflottet, übrigens auch bei der Lufthansa. Diese behält zwar ihre A 380 bei, ebenso die 747-8 (weil es bei der LH anders als bei Air France offenbar Strecken gibt, auf denen sich ihr Einsatz rentiert), wird ihre B 747-400, die A 340 und die dreistrahligen MD 11 der Cargo in den nächsten Jahren aber auch sukzessive ausflotten und stattdessen A 350 und Dreamliner (also Zweistrahler) einflotten. Sinnvollerweise.

Dass die KLM-Langstrecke so viel schlechter sein soll als die von Delta und Delta einen tausendmal besseren Service bietet als KLM kann ich aus meiner persönlichen Erfahrung übrigens nicht bestätigen (mit Air France habe ich auf Langstrecke bisher noch keine persönliche Erfahrung gemacht, daher lasse ich Air France hier mal außen vor). Mit Delta jettet man auch schon mal in uralten 767-Kutschen über den großen Teich - was nichts Schlechtes ist, aber auch nichts tausendmal Besseres als die modernen Widebodies von KLM.


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