Lufthansa
Älter als 7 Tage

Thiele rechnet mit mehrjähriger Sanierungsphase

Heinz Hermann Thiele
Heinz Hermann Thiele, © Knorr-Bremse

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BERLIN - Nach der staatlichen Rettung der Lufthansa rechnet Großaktionär Heinz Hermann Thiele damit, dass die Sanierung der deutschen Fluglinie "fünf bis sechs Jahre" dauern wird. "Das wird für alle Beteiligten ein schmerzhafter Weg", sagte Thiele in einem Interview der "Bild am Sonntag".

Aber: "wie schmerzhaft, das kann heute keiner sagen"  In jedem Fall gehe es darum, "die Lufthansa zukunftsfähig zu machen." Dazu werde das Management einen Restrukturierungsplan entwerfen.

"Aufgrund der umfangreichen Kredite, die verzinst und getilgt werden müssen, reichen Personal- und Sachkostenreduzierung nicht aus", sagte Thiele weiter. "Es müssen auch Beteiligungen von Tochtergesellschaften auf den Prüfstand. Man muss sich alles anschauen, was nicht für den absoluten Kernbetrieb für die nächsten Jahre erforderlich ist", so der der Großaktionär. Dazu gehöre auch das Catering-Geschäft in Europa oder Teile der Lufthansa-Technik.

Die Aktionäre des MDax-Konzerns hatten am Donnerstag einer 20-prozentigen Kapitalbeteiligung der Bundesrepublik zugestimmt. Damit kann die Lufthansa mit deutscher Staatshilfe weiterfliegen. Das Hilfspaket hat ein Volumen von neun Milliarden Euro. Im Vorfeld hatte sich der Selfmade-Milliardär Thiele kritisch über den seiner Meinung nach zu starken Staatseinfluss geäußert.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Lufthansa | 28.06.2020 08:49

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Beitrag vom 07.07.2020 - 08:56 Uhr
Wenn es meine Aufgabe gewesen wäre, das von mir geführte Unternehmen zu schützen, hätte ich natürlich Vorkehrungen für eine weltweite Pandemie getroffen. Konkret zB eine Ausstiegsklausel für das fuel hedging. Hätte zweifelsfrei einen Risikozuschlag gekostet, aber der wäre doch in der Relation nicht mehr gewesen als ein Beitrag für ne Haftpflichtversicherung. Ein sehr unwahrscheinliches Szenario, als das wir alle wohl eine solche Pandemie vor einem Jahr eingeschätzt hätten, hätte in der Absicherung auch nicht viel gekostet. Die kompetenten Menschen, die unsere Verfahren entwickeln, müssen schließlich auch alle noch so unwahrscheinlichen Szenarien durchdeklinieren.
Aber das ist doch genau der Punkt. Irgendwann kommt der Moment wo man sagt, dass ist ein übberschaubares Risiko oder man fliegt im Umkehrschluß garnicht. Irgendwo dazwischen bewegt man sich immer.
Diese Art von Weitsicht und Gestaltung erwarte ich von einem guten Vorstand.
Das machen Sie doch in Ihrem Job auch regelmäßig. Wenn Sie nach XY fliegen wägen Sie ab ob Sie überhaupt fliegen können oder ob es ein Attentat geben wird und alle Flughäfen zu sind, ein Vulkan ausbricht, .... alles mögliche Szenarien, die aber eher unwahrscheinlich sind. Sie können ja auch nicht jedes mal Voll tanken wie ein Unternehmen nicht die Kosten für ein Jahr auf ein Konto legen kann und nicht investiert. Um Sie herum fliegen alle Kollegen optimal und im Markt sind aggressive Konkurenten die jede Lücke und Schwäche nutzen um den Kuchen ständig neu zu verteilen. Da spielen Sie nicht lange mit. Sie sitzen zwar auf einem Berg von Geld/Sprit aber werden langsam aber sicher an die Seite gedrängt. Wenn man den Geldberg auch noch höher machen muss, weil die Sozialpartner eine Aufstockung wollen, dann zeigt Ihnen jeder Investor den Vogel, aber ohne Investoren wäre man erst garnicht da. Ich halte Ihr Szenario für völlig unrealistisch.
Aber ich bekomme mein Geld fürs Knöpfchen drücken und dumm aus dem Fenster gucken, wie man hier gern so salopp sagt. Der Vorstand bekommt es dafür, dass er agiert. Leider re-agiert er aber momentan nur den Ereignissen hinterher.
Momentan ist aber auch alles unberechenbar. Das ist wie wenn Sie nach XYZ losfliegen und der Schneesturm an der Ostküste kam dann doch viel schneller und heftiger als erwartet. Dann haben Sie zwar antizipiert und agiert, etwas mehr Fuel, aber wenn Sie unterwegs sind können Sie nur noch reagieren.
Allen, die es schon vorher gewusst haben, gönne ich jetzt ihr Leben in Saus und Braus, denn sie haben ja bestimmt so heftig in die Krise investiert, dass sie nicht mehr arbeiten müssen.

Dieser Beitrag wurde am 07.07.2020 08:58 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 07.07.2020 - 08:55 Uhr
Alles graue Theorie, denn es war ja nicht meine Aufgabe, weil ich kein Unternehmen leite. Mir fehlt auch das Handwerkszeug dazu, das zufriedenstellend zu tun - neben der Motivation, meine ganze Lebenszeit dafür zu opfern. Da liegt dann auch der feine Unterschied zu Dunning-Kruger. Ich behaupte nicht (zumindest nicht ernsthaft), es besser zu können. "Wenn es meine Aufgabe gewesen wäre..." Jaja, ich weiß, was ich geschrieben habe. Lesen Sie den Satz doch so: Wenn MAN die Aufgabe hat, ein Unternehmen zu schützen, dann muss MAN natürlich auch die Vorkehrungen treffen. Das heißt aber nicht, dass ich die - aus meiner Sicht - Fehler des Vorstandes immer artig mit Applaus versehen muss. Einfach den Kopf in den Sand zu stecken und nur zu hoffen, dass es nicht schiefgeht, war offensichtlich zu wenig. Der Konzern wäre fast zahlungsunfähig gewesen und wird es vielleicht einfach nur etwas später tatsächlich noch werden. Im Dax sind wir auch nicht mehr. Wenn man sich an den Ergebnissen messen lassen möchte, sieht das nicht gut aus. Ich hab mein Büro bisher immer ohne Schäden wieder abgestellt -> meinen Kram kann ich.
Beitrag vom 07.07.2020 - 08:24 Uhr
Wenn es meine Aufgabe gewesen wäre, das von mir geführte Unternehmen zu schützen, hätte ich natürlich Vorkehrungen für eine weltweite Pandemie getroffen.

War das jetzt Satire oder Dunning-Kruger?

Das war meine Erwartungshaltung an die Unternehmensführung. Ich lese die Geschäftsberichte nicht.

OK, also letzteres :)


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