Vielleicht werden die kühlen Techniker/Crews meine Frage etwas belächeln, aber gibt es
im Laufe vieler Dienstjahre nicht auch eine gewisse emotionale Bindung zu einem Flugzeug?
Wenn ich Deine Formulierung: "DABVA wird am 24.1. auf Ihre letzte Reise nach Tupelo mit Zwischenstopp in Bangor gehen. Bye Bye!" lese, klingt m.E. doch ein bißchen Wehmut mit.
Vielleicht habe ich da aber auch zuviel "zwischen den Zeilen" gelesen..Magst Du oder sonst jemand von der "fliegenden Zunft" dazu was äußern?
Klar, auch wenn es manchmal eine Hassliebe ist - man hängt schon an seinem Muster. Ist wie in einer Beziehung: man verbringt viel Zeit zusammen, man muss so einiges zusammen durchstehen, kennt sich dementsprechend auch recht gut mit der Zeit und lernt irgendwie mit den Macken umzugehen (denn ändern kann man "sie" nicht...).
Vielleicht werden die kühlen Techniker/Crews meine Frage etwas belächeln, aber gibt es
im Laufe vieler Dienstjahre nicht auch eine gewisse emotionale Bindung zu einem Flugzeug?
Wenn ich Deine Formulierung: "DABVA wird am 24.1. auf Ihre letzte Reise nach Tupelo mit Zwischenstopp in Bangor gehen. Bye Bye!" lese, klingt m.E. doch ein bißchen Wehmut mit.
Vielleicht habe ich da aber auch zuviel "zwischen den Zeilen" gelesen..Magst Du oder sonst jemand von der "fliegenden Zunft" dazu was äußern?
mfg n
Ohne selbst Pilot, FB oder sonst ein Airliner zu sein:
Denk doch einfach an dein eigenes Leben, deine eigenen Besitztümer, deine Hobby-Assecoires, etc.
Bei aller Rationalität und Logik ist der Mensch doch ein emotionales Wesen und sehr gut dazu in der Lage, zu "toten", materiellen Objekten Bindungen auf zu bauen.
Persönliches, subjektives Beispiel:
Vor einigen Jahren bin ich für einige Jahre ein in meinen Augen wunderbares, tolles, halbwegs sportliches und sehr schönes Auto gefahren. Weit über 100.000km und "ich-weiß-nicht-wie-viel-Stunden" war es mir ein treuer Begleiter, hat mich überall sicher hingebracht und auf sehr vielen Kilometern auch einen heiden Spaß bereitet.
Dann kam der Tag, an dem "wir" übersehen wurden und mein Wägelchen vorzeitig das zeitliche segnete. Mir ging dieser Verlust einer "Sache" durchaus sehr nahe ....
Schaut mal in euch rein - die meisten dürften irgendetwas haben, an dem sie sehr hängen.
OK, die Gedanken was ein Privatfahrzeug betrifft, kann ich gut nachvollziehen.
Wenn es aber einen Pool von etlichen 744 gibt, wird eine Crew sicher nicht immer "ihr Flugzeug" an die Rampe gestellt bekommen.. Wie läuft das in der Praxis ab? Haben die
Crews überhaupt einen Einfluß darauf, mit welchen Maschinen die Umläufe durchgeführt werden? Anders gefragt: Ist eine Beständigkeit in diesen "Umlaufgruppen" sowieso schon
üblich, oder geht das z.B. bei LH eher so zu wie beim Car-Sharing?
mfg n
Dieser Beitrag wurde am 19.01.2012 22:32 Uhr bearbeitet.
Ich setze nochmal eine Frage an die Piloten drauf: Verhält sich die eine 747-400 wie die andere oder macht man im Laufe des Pilotenlebens z.B. die Erfahrung, dass D-ABVA sich z.B. anders fliegt als D-ABVY oder D-ABVB?
Keine Ahnung wie Car-Sharing funktioniert - dafür sitze ich zu oft in meinem als das sich ein derartiges Konzept ausgehen würde. ;-)
Im Fliegerleben ist allerdings ganz klar von einem Plane-Sharing zu reden. Anders würde es mit den Umläufen, Crewplänen, vorgeschriebenen Ruhezeiten, etc. auch garnicht wirtschaftlich funktionieren. Ich denke, dies bedarf auch keiner weiteren Erörterung.
Bzgl. der immer noch recht kleinen A380-LH-Flotte hat sich mal ein deutschsprachiger I-Net-Foren-User die Mühe gemacht die Flugzeugumläufe in Excel zu erfassen.
In Anbetracht der überschaubaren Anzahl an Zielen und der monatlichen Dienstzeiten der Crews, bestünde eigentlich eine gute Chance, ein und die selbe Maschine häufiger zu erwischen.
Betrachtet man nun noch den Aspekt der Seniorität in der Crewplanung, so kann zumindest davon ausgegangen werden, dass gewisse Personen gewisse Ziele häufiger ansteuern als andere. Die Maschinen sind allerdings dank Wartung und unerwarteten Technicals genauso volatil wie Menschen es mit ihren Krankheiten sind.
Langer rede - kurzer Sinn:
Bist du lange dabei, wirst du in Summe auf der Langstrecke immer wieder ein und den selber Flieger von A nach B bewegen dürfen. ;)
Die MD11-Piloten werden langfristig doch sicher auf die 77F umgeschult, oder? Da freut man sich doch sicher auch drauf, oder?
Irgendwie finde ich die monströsen GE90-Triebwerke immer wieder faszinierend... auch wenn diese bei den Pax-Versionen gewisse Nachteile bei der Geräuschentwicklung mit sich bringen und jeder A345/6 deutlich leiser ist (mein Empfinden)
Na ja, es bedeutet aber auch, dass ein weiteres Charaktermodell der Trijets aus dem
Blickfeld schwindet. Über Schönheit kann man streiten, aber aus der Masse der Twins
ragt die MD 11 neben erprobter Technologie als ein sehr ästhetisches Flugzeug hervor.
Die MD11-Piloten werden langfristig doch sicher auf die 77F umgeschult, oder? Da freut man sich doch sicher auch drauf, oder?
Irgendwie finde ich die monströsen GE90-Triebwerke immer wieder faszinierend... auch wenn diese bei den Pax-Versionen gewisse Nachteile bei der Geräuschentwicklung mit sich bringen und jeder A345/6 deutlich leiser ist (mein Empfinden)
Möglichkeiten gibt es genug, allerdings kann man die 777 nicht mit der MD vergleichen. Das sind 2 völlig unterschiedliche Konzepte und Arbeitsplätze.
Freuen auf die 777 werde ich mich jedenfalls nicht übermäßig. Aber das Leben geht ja weiter.
Dieser Beitrag wurde am 21.01.2012 10:28 Uhr bearbeitet.
Die MD11-Piloten werden langfristig doch sicher auf die 77F umgeschult, oder? Da freut man sich doch sicher auch drauf, oder?
Irgendwie finde ich die monströsen GE90-Triebwerke immer wieder faszinierend... auch wenn diese bei den Pax-Versionen gewisse Nachteile bei der Geräuschentwicklung mit sich bringen und jeder A345/6 deutlich leiser ist (mein Empfinden)
Möglichkeiten gibt es genug, allerdings kann man die 777 nicht mit der MD vergleichen. Das sind 2 völlig unterschiedliche Konzepte und Arbeitsplätze.
Freuen auf die 777 werde ich mich jedenfalls nicht übermäßig. Aber das Leben geht ja weiter.
Mag sein das Du Dich nicht auf die 777 freust - dafür aber ALLE Anwohner von EDDF ;-)
Auch interessant ist folgendes: Entgegen dem, was im mancher Berichterstattung und Foren-Kommentaren zum A380/ B787/ B748 Launch bisweilen zu lesen ist, scheinen Lieferschwierigkeiten bei Neu- oder Weiterentwicklungen keine neue Erfindung der der 2000er Jahre zu sein ;-)
Früher war eben auch nicht alles besser - es liegt in der Natur der Sache und in der Natur des Menschen, dass es bei solch großen Projekten zu Verzögerungen kommt (genannt "conjunctive event bias").