Verhandlungen gescheitert
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Austrian Airlines startet Betriebsübergang zu Tyrolean

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Austrian CEO Jaan Albrecht, © Gerhard Vysocan

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WIEN - Nachdem am Montag Abend die Verhandlungen mit dem AUA-Betriebrat Bord erneut gescheitert sind, hat der Vorstand von Austrian Airlines den geplanten Betriebsübergang auf die Regionaltochter Tyrolean formal eingeleitet. Damit wird ab 1. Juli 2012 der gesamte Flugbetrieb mit 80 Flugzeugen und 2.100 Mitarbeitern vollständig in Tyrolean gebündelt. Dies teilte die Lufthansa-Tochter am späten Montag Abend in einer Aussendung mit.

Zuvor lehnte die Belegschaft die Zustimmung zu der in der Vorwoche zwischen Betriebsrat und Vorstand erzielten Einigung ab. Knackpunkte waren zuletzt u.a. offene Fragen zur Besteuerung der Ausgleichszahlung, die unter Zeitdruck nicht ausreichend geklärt werden konnten.

Dem ORF gegenüber dementierte AUA-Vorstand Jaan Albrecht im Nachrichtenmagazin "ZiB 2" diesen Zeitdruck. Die neuen Kollektiverträge würden bereits seit Februar verhandelt. Nachdem zu dem am 19. April vom Aufsichtsrat beschlossenen Betriebsübergang nun auch letzte Nachverhandlungen zu keinem Ergebnis führten, startet das Unternehmen mit sofortiger Wirkung dessen Umsetzung.

Albrecht betont, die Mitarbeiter brauchen Klarheit: "Ich bleibe überzeugt, dass uns dieser Weg eine Zukunftsperspektive bringt. Und diese Zukunft möchten wir mit der gesamten Austrian Airlines Crew gestalten.“ Ziel des Vorstands sei von Anfang an ein moderner KV gewesen, der keine Altlasten in sich trage.

Auswirkungen auf den Flugbetrieb durch eine Massenabwanderung von Piloten erwartet Albrecht nicht, er respektiere aber die persönlichen Entscheidungen jedes einzelnen Piloten, so der AUA-Chef im ORF. Bei Engpässen könne die AUA aber auch Crews aus dem LH-Konzern rekrutieren. Derzeit haben bereits 43 Piloten mit Alt-KV gekündigt. Sie haben einen Abfindungsanspruch von bis zu 39 Monatsgehältern.

Laut AUA wurde für die Integration bereits eine mit Experten und Führungskräften beider Gesellschaften besetzte Projektorganisation gebildet. Ziel der Arbeitsgruppen sei es nun, bis Jahresende 2012 einen gemeinsamen Flugbetrieb ohne Doppelgleisigkeiten zu organisieren. Beide Standorte, Wien und Innsbruck, werden beibehalten.

Im Rahmen des neuen Sparprogramms sollten mit neuen, zeitgemäßen Tarifverträgen jährliche Einsparungen von rund 45 Millionen Euro erreicht werden. Die kolportierten Kosten für den Betriebsübergang zu Tyrolean werden mit rund 160 Millionen Euro beziffert. Nachdem gewerkschaftsseitig inzwischen auch der Kollektivvertrag von Tyrolean gekündigt wurde, müssen mit allen Mitarbeitern des Flugbetriebs nun neue Verträge auf Basis eines überarbeiteten, 'langstreckentauglichen' Tyrolean-KVs geschlossen werden.

Im Umfeld der Verhandlungen warnte AUA-Betriebsrat-Bord Karl Minhard vor den juristischen Nachwirkungen für den Fall, dass der Betriebsübergang tatsächlich vollzogen wird. Dies könnte auf Jahre das Betriebsklima vergiften, so Minhard kürzlich vor Journalisten.
© aero.at | Abb.: Ingo Lang | 30.04.2012 23:42

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Beitrag vom 02.05.2012 - 20:01 Uhr
Und was soll das sein, was bei LTMI günstiger ist als bei LHT in FRA ?
Beitrag vom 02.05.2012 - 15:57 Uhr
Auch die LTMI arbeitet auf Basis eines "günstigern" TV als z.B. die restliche LHT in FRA....
Beitrag vom 02.05.2012 - 14:23 Uhr
Bzgl. LHT vs. LTMI (egal ob LTMI = Lufthansa Technik Maintenance International oder Lufthansa Technik Milan) das sind jeweils 100% Töchter der LHT, da gibt es also aus der Sicht keine Verschlankung. Was es für Fragen gibt ob natürlich jede LHT Tochter einen eigenen Vertrieb, Einkaufm, ... benötigt, da reden wir dann aber über ca. 30 Beteiligungen quer über den Globus.


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