Global und International
Älter als 7 Tage

Swiss meldet Boeing 777-300ER bei Regionaltochter an

ZÜRICH - Swiss fliegt jetzt "international" und "global". Die einst neben der "Swiss International Air Lines" für den Avro-Europaverkehr eingerichtete "Swiss European Air Lines" firmiert seit Dienstag als "Swiss Global Air Lines". Doch nicht nur dem Namen nach soll die Tochter künftig in derselben Liga spielen.

"Für die Boeing 777-300ER, die nächstes Jahr in der Swiss-Flotte eintreffen, ist ein Betrieb unter dem AOC der Swiss European Air Lines vorgesehen", informierte Swiss ihre Mitarbeiter am Dienstag in einem internen Rundschreiben, das aero.de vorliegt. Der ICAO-Code SWU bleibe erhalten.

Beim Schweizer Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) sei die Ausweitung des SWU-Betriebsgebiets beantragt. Mit der neuen Teilflotte werde Swiss Global ab 2016 auch auf Interkontstrecken fliegen - bislang ein sakrosanktes Privileg der Swiss International und ihrer von Aeropers vertretenen Airbus-Piloten.

Swiss Boeing 777-300ER
Swiss Boeing 777-300ER (Simulation), © Boeing

Die Schweizer Lufthansa-Tocher verfolgt das Ziel, die Trennlinie zwischen ihren Avro-Piloten und den deutlich besser bezahlten Airbus-Crews aufzuweichen. Bei Verhandlungen mit beiden Pilotengruppen setzte Swiss an der Bereederung der neuen Teilflotten CS100 und Boeing 777-300ER den Hebel an.

Nach monatelangem Tauziehen einigten sich Swiss und Aeropers Ende Dezember auf Eckpunkte eines neuen Tarifwerks. Der mühsam ausgehandelte Kompromiss sah unter anderem vor, dass auch Piloten der Swiss International die neue Boeing-Teilflotte fliegen und für sie ausgebildet werden.

Einzelheiten des neuen Tarifwerks werden in diesen Wochen zwischen Gewerkschaft und Management ausgehandelt, ein neuer Gesamtarbeitsvertrag (GAV) soll zum 01. April an die Stelle des aktuellen GAV2011 treten.

Die vorzeitige Festlegung auf Swiss European als Betriebsplattform der 777-Flotte dürfte den Airbus-Piloten bitter aufstoßen. Das Management taktiere, um "Piloten unter Druck zu setzen und Bedingungen zu drücken", ordnete eine Quelle aus dem Swiss-Umfeld die Ankündigung gegenüber aero.de ein.
© aero.de | Abb.: Boeing | 03.02.2015 19:56

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Beitrag vom 07.02.2015 - 16:06 Uhr
.... hier wird wieder um jeden Cent/Rappen gepokert um einige Dollar einzusparen. Schade dass SWISS solch einen Imageschaden hinnimmt.
Sicherheit ist eben doch nicht immer Alles wenn es ums Geld geht.
Bleibt abzuwarten, ob dann auch ein neuer Flugbetrieb mit Billigpersonal folgt bei der Berederung der neuen Flotte?

z.G. fliege ich schon seit Jahren nicht mehr mit LX. Dabei sollte diese Firma doch soviel Geld haben nach den ganzen dubiosen Geschaeften der Vergangenheit. Schon SWISSAIR hat Flieger in der EU eingesammelt von den angeblichen Partnern, siehe LTU und auch Crossair.

Solche Airlines sollte man meiden, nicht da ein falsches Spiel getrieben wird, sondern weil hier auf Kosten der Sicherheit alteingesessenes/Erfahrenes Personal "ausgespielt" wird und somit Druckmittel erzeugt werden.
Beitrag vom 04.02.2015 - 23:09 Uhr
Daran sieht man, dass solches Ausspielen der Belegschaft gegeneinander um die Kosten zu drücken immer gemacht wird, wenn die Möglichkeit dazu gesehen wird. Ob es notwendig ist, spielt da keine Rolle.
Beitrag vom 03.02.2015 - 20:55 Uhr
Das erinnert mich an die Gründung der Swiss. Damals hat man die Langstrecke der abgewickelten Swissair zur Regionaltochter Crossair geschoben.


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