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Vereinigung Cockpit will Sozialplan für Piloten der Air Berlin

Air Berlin Airbus A321
Air Berlin Airbus A321, © Martin Rogosz

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BERLIN / FRANKFURT - Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) will für die Piloten der insolventen Air Berlin einen Sozialplan erreichen. Entsprechende Verhandlungen mit dem Management waren am Montag gescheitert, wie VC-Sprecher Markus Wahl am Mittwoch sagte.

Unter anderem sei von der Unternehmensleitung deutlich gemacht worden, dass ein derartiger Sozialplan von möglichen Investoren als Hindernis empfunden würde. Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet.

Mit den folgenden massenhaften Krankmeldungen will die Gewerkschaft aber nichts zu tun haben. Man habe nicht dazu aufgerufen, sondern vielmehr den Kollegen geraten, ihre Arbeitsplätze einzunehmen, sagte Wahl. Am Dienstag und Mittwoch waren zahlreiche Flüge bei der Air Berlin, aber auch bei der Lufthansa-Tochter Eurowings ausgefallen, in deren Auftrag auch 33 Air Berlin-Jets unterwegs sind.

Gespräche sollen in kommenden Wochen fortgesetzt werden

Die Sozialplan-Gespräche sollen in der kommenden Woche fortgeführt werden, kündigte der Sprecher an. Die VC will nach eigenen Angaben verbindliche Kriterien festlegen, in welcher Reihenfolge die Piloten zu neuen Eigentümern wechseln könnten. Kriterien könnten die Betriebszugehörigkeit und soziale Aspekte sein. "Wir wollen verhindern, dass sich jeder Pilot bei seinem neuen Arbeitgeber einzeln bewerben muss. Wir haben die Sorge, dass dann bestimmte Leute aussortiert werden."

Ausdrücklich ausgenommen von den Verhandlungen seien die Tarifbestimmungen, nach denen die Piloten künftig arbeiten müssten. "Das wollen wir mit den aufnehmenden Airlines regeln", sagte Wahl. Im Lufthansa-Konzern, der über seine Billigtochter Eurowings zwischen 70 und 90 Maschinen der Air Berlin übernehmen will, habe es auf Arbeitsebene erste Sondierungen gegeben. Wegen der laufenden Gespräche lehnte Eurowings eine Stellungnahme zu Details ab.
© dpa-AFX | 13.09.2017 11:56

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Beitrag vom 18.09.2017 - 07:45 Uhr
Ein Pilot der weniger Erfahrung hat und billiger ist, ist nicht zwingend schlechter.
Die Lizenz ist die selbe und es ist schwer betriebswirtschaftlich zu rechtfertigen einen teureren Angestellten für den selben Job zu nehmen, der dann noch ein größeres Krankheitsrisiko hat.

Da widerspreche ich aber auch sehr gerne.

Jeder Flieger wird Ihnen bestätigt, dass Erfahrung in der Fliegerei durch fast nichts zu ersetzen ist. Analog zum Autofahren stiegt die Chance, unfallfrei und optimaler durch die Gegend zu fliegen mit den Jahren an Erfahrung an. Das wird bei Autoversicherungen ganz direkt durch Rabatstufen honoriert, bei Angestellten im Cockpit in aller Regel eben durch Stufensteigerungen.
Eine (falsche) Entscheidung im Cockpit kann eben auch gut und gerne mal in Summe 500.000€+ kosten. Das wird unwahrscheinlicher, je mehr Erfahrung vorhanden ist. Und diese wird bei den renommierten Airlines eben durch Steigerungen honoriert.... (Sullenberger war übrigens so ein Beispiel für Erfahrung;-))
Die Alternative wäre, das durchschnittliche Gehalt der Funktion entsprechend durchgehend zu zahlen. Da wären die BWLer aber auch nicht so richtig begeistert, oder?!?

Das hätte ich gerne statistisch belegt. Und gefühlt zählt nicht.
Wenn ich mir die Unglücke so anschaue, hab ich eine Vermutung.

Gefühlt zählt nicht, aber Vermutung sind OK?!?

und die ist a) das der unglücksfall so unwahrscheinlich ist, das er keine rolle spielt

Es geht ja nicht nur um den Worst Case. Sondern um die vielen kleinen Geschehnisse, die im Zweifel (zum Glück) nie irgendwo in einer Statistik auftauchen. Z.B. Die Entscheidung, zu welchem Flughafen man ausweicht, wenn das Wetter Mist ist oder bei einem medizinischen Notfall...
b) der unterschied zw. 1000 und 10.000 flugstunden wahrscheinlich nicht so gravierend ist.

Ein Beispiel fällt mir ein, wo eine "neue" A340 Crew in Canada mit einem A346 zu einem Flugplatz wg. eines medizinischen Notfalles geflogen ist, der weder über die Versorgung für den Patienten, noch das Handling für den A346 verfügte (Ein Wissensdatenbank war damals noch nicht im Flugzeug verfügbar...). Die "alten Hasen" hätten das, aus Erfahrung von vorherigen Jahren(Jahrzehnten) gewusst und hätten somit dem Patienten eine weitere Luftverlegung gespart und der Firma knapp die besagten 500.000€ für Gästebetreuung und "Flugzeugrettung" (Es fehlte dort eine Schleppstange, um das Flugzeug wieder "auszuparken...)

Auf der Kurzstrecke ist es dann eher die Erfahrung, ob man den Anflug überhaupt macht (z.B. bei Gewitter) oder ob man einfach mal ein bisschen in der Warteschleife wartet, weil der Nebel eh gleich weg zieht oder ähnliches. Ohne Erfahrung kann man sich sehr leicht auf die sicherste Variante zurückziehen, in dem man die Situation vermeidet und ausweicht. Damit aber deutliche Folgekosten (für Sprit und Passagierhandling) verursacht. Mit Erfahrung kann man manches Mal dem Unternehmen richtig viel Geld sparen.

Ich denke, dass Erfahrung entsprechend vergütet werden sollte. In welcher Form das stattfindet, ist Sache der Tarifpartner.

Aber wir schweifen ja wieder vom Thema ab...

Soweit ist man hier aber ja auch noch gar nicht, sondern es ging ja erst einmal darum, die Grundlagen für einen eventuellen Sozialplan zu verhandeln. Da geht es doch in aller Regel noch nicht um Geld, sondern um die Sozialkriterien, wie möchte man z.B. Betriebszugehörigkeit, Familienverhältnisse und Wohnort berücksichtigen.


Das ein LH-Konzern erst einmal sagt: "Ihr könnt gerne alle kommen, aber natürlich nur zum Einstiegstarif Eurer Funktion...", ist auch schon einmal ein Einstieg in die zukünftigen Verhandlungen, wenn es um echtes Geld geht;-)

Als Solches sollte man solche Konzernaussagen auch sehen. Der gibt keine Almosen für gebeutelte AirBerlinmitarbeiter. Werder im Cockpit, Kabine, noch den Bodenmitarbeitern... Lufthansa versucht jetzt schon mal die Baseline zu setzen, damit die Geahltsansprüche der AriBerliner vom Einstiegsgehalt EW wieder hoch verhandelt werden müssen...
Das hatte mit dem eventuellen Sozialplan ja noch gar nichts zu tun.

Bin echt gespannt, was aus AirBerlin wird und wie man dann dabei mit den Mitarbeitern umgeht. Da wird sich dann zeigen, ob dieses Vorgehen für die Mehrheit gut war oder ob nur einzelne den Reibach machen...

Soviele Stellschrauben haben die Airlines scheinbar nicht.

Das stimme ich Ihnen mal zum großen Teil zu;-)
Auch bei den gleichen Fliegern sind durchaus große Unterschiede im Einkauf (Neu oder gebraucht) oder beim Leasing zu finden...

Ja, aber können sie die im betrieb noch manipulieren?

Wenn Sie alles auf einmal schon im Betrieb zu einem Zeitpunkt X betrachten natürlich nicht mehr.
In einem bestehend Flugbetrieb sind das aber doch dauernd wiederkehrende Themen, oder nicht?!? Also jedes Mal, wenn Flugzeuge hinzukommen oder auch wieder weggehen... Damit sind sie, in gewissen Rahmen, auch dauerhaft beeinflussbar.

Kommt immer auf den Zins an den sie als Airline zahlen, und rest ist mathe.

Ein Fall für die BWLer;-)

Vorsicht, auch falsches Thema;-)


Dieser Beitrag wurde am 18.09.2017 07:56 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 17.09.2017 - 21:24 Uhr

Ob einem die Lösung dann gefällt muß jeder nach seiner persönlichen Situation für sich selbst entscheiden. Piloten werden glimpflich davon kommen aber in der Verwaltung stehen einige Ältere vor einem Scherbenhaufen iher beruflichen Existenz. Deren Erfahrung wird meist ohne "Zertifikat" nicht gewürdigt. Das wird hier bei der zu einseitigen Fokussierung auf Piloten/FB völlig außer acht gelassen.


Das stimmt leider. ;-( Qualität durch Erfahrung wird zunehmend ignoriert... Stattdessen lieber etwas junges, billigeres... Die Rechnung am Ende interessiert dann kaum noch jemanden...

Auch hier muss ich ihnen wiedersprechen.

Ein Pilot der weniger Erfahrung hat und billiger ist, ist nicht zwingend schlechter.
Die Lizenz ist die selbe und es ist schwer betriebswirtschaftlich zu rechtfertigen einen teureren Angestellten für den selben Job zu nehmen, der dann noch ein größeres Krankheitsrisiko hat.

Da widerspreche ich aber auch sehr gerne.

Jeder Flieger wird Ihnen bestätigt, dass Erfahrung in der Fliegerei durch fast nichts zu ersetzen ist. Analog zum Autofahren stiegt die Chance, unfallfrei und optimaler durch die Gegend zu fliegen mit den Jahren an Erfahrung an. Das wird bei Autoversicherungen ganz direkt durch Rabatstufen honoriert, bei Angestellten im Cockpit in aller Regel eben durch Stufensteigerungen.
Eine (falsche) Entscheidung im Cockpit kann eben auch gut und gerne mal in Summe 500.000€+ kosten. Das wird unwahrscheinlicher, je mehr Erfahrung vorhanden ist. Und diese wird bei den renommierten Airlines eben durch Steigerungen honoriert.... (Sullenberger war übrigens so ein Beispiel für Erfahrung;-))
Die Alternative wäre, das durchschnittliche Gehalt der Funktion entsprechend durchgehend zu zahlen. Da wären die BWLer aber auch nicht so richtig begeistert, oder?!?

Das hätte ich gerne statistisch belegt. Und gefühlt zählt nicht.
Wenn ich mir die Unglücke so anschaue, hab ich eine Vermutung.
und die ist a) das der unglücksfall so unwahrscheinlich ist, das er keine rolle spielt
b) der unterschied zw. 1000 und 10.000 flugstunden wahrscheinlich nicht so gravierend ist.

Man tut ja immer so als wären die Personalkosten ein sehr kleiner Anteil an den Gesamtkosten (ist auch richtig) aber wieviele von diesen Kosten kann man beeinflussen und wieviele sind Wettbewerbsrelevant?
FLieger sind die selben, Wartung ist make or buy, Sprit kostet gleich, etc.
Dann bleibt halt Personal, Erlöse, Strecken, Modell, das wars.
Soviele Stellschrauben haben die Airlines scheinbar nicht.

Das stimme ich Ihnen mal zum großen Teil zu;-)
Auch bei den gleichen Fliegern sind durchaus große Unterschiede im Einkauf (Neu oder gebraucht) oder beim Leasing zu finden...

Ja, aber können sie die im betrieb noch manipulieren?
Kommt immer auf den Zins an den sie als Airline zahlen, und rest ist mathe.

Sicher kann man mit bestellgröße und erstkundenbonus was machen, aber das zahlt man mit meist nicht ganz so guten fliegern.

In einem Duopol das wir nunmal haben, wird es schwer für neue flieger deutlich bessere preise als die konkurrenz zu bekommen.
Ausnahmen wie aktuell B77w die wohl jetzt gerade jeder billig kaufen kann bestätigen die regel.
Beitrag vom 17.09.2017 - 20:16 Uhr

Ob einem die Lösung dann gefällt muß jeder nach seiner persönlichen Situation für sich selbst entscheiden. Piloten werden glimpflich davon kommen aber in der Verwaltung stehen einige Ältere vor einem Scherbenhaufen iher beruflichen Existenz. Deren Erfahrung wird meist ohne "Zertifikat" nicht gewürdigt. Das wird hier bei der zu einseitigen Fokussierung auf Piloten/FB völlig außer acht gelassen.


Das stimmt leider. ;-( Qualität durch Erfahrung wird zunehmend ignoriert... Stattdessen lieber etwas junges, billigeres... Die Rechnung am Ende interessiert dann kaum noch jemanden...

Auch hier muss ich ihnen wiedersprechen.

Ein Pilot der weniger Erfahrung hat und billiger ist, ist nicht zwingend schlechter.
Die Lizenz ist die selbe und es ist schwer betriebswirtschaftlich zu rechtfertigen einen teureren Angestellten für den selben Job zu nehmen, der dann noch ein größeres Krankheitsrisiko hat.

Da widerspreche ich aber auch sehr gerne.

Jeder Flieger wird Ihnen bestätigt, dass Erfahrung in der Fliegerei durch fast nichts zu ersetzen ist. Analog zum Autofahren stiegt die Chance, unfallfrei und optimaler durch die Gegend zu fliegen mit den Jahren an Erfahrung an. Das wird bei Autoversicherungen ganz direkt durch Rabatstufen honoriert, bei Angestellten im Cockpit in aller Regel eben durch Stufensteigerungen.
Eine (falsche) Entscheidung im Cockpit kann eben auch gut und gerne mal in Summe 500.000€+ kosten. Das wird unwahrscheinlicher, je mehr Erfahrung vorhanden ist. Und diese wird bei den renommierten Airlines eben durch Steigerungen honoriert.... (Sullenberger war übrigens so ein Beispiel für Erfahrung;-))
Die Alternative wäre, das durchschnittliche Gehalt der Funktion entsprechend durchgehend zu zahlen. Da wären die BWLer aber auch nicht so richtig begeistert, oder?!?


Man tut ja immer so als wären die Personalkosten ein sehr kleiner Anteil an den Gesamtkosten (ist auch richtig) aber wieviele von diesen Kosten kann man beeinflussen und wieviele sind Wettbewerbsrelevant?
FLieger sind die selben, Wartung ist make or buy, Sprit kostet gleich, etc.
Dann bleibt halt Personal, Erlöse, Strecken, Modell, das wars.
Soviele Stellschrauben haben die Airlines scheinbar nicht.

Das stimme ich Ihnen mal zum großen Teil zu;-)
Auch bei den gleichen Fliegern sind durchaus große Unterschiede im Einkauf (Neu oder gebraucht) oder beim Leasing zu finden...


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