aero.de aero.at gmail
|
logo
logo

CASA C-295 Absturz

Älter als 7 Tage
   
print pdf comment bookmark

ILS auf Flughafen ausgefallen - schlechte Sicht

WARSCHAU - Auf der Suche nach den Ursachen des Absutzes in Polen gelangen erste Details an die Öffentlichkeit. Am Donnerstag Mittag wurde die Blackbox der Militärmaschine gefunden und nach Warschau zur Untersuchung geschickt. Ein hochrangiger Militärangehöriger gab am Abend zu, dass auf dem Flughafen zum Zeitpunkt der Katastrophe das ILS ausgefallen sei.



Die Sicht sei relativ schlecht gewesen, da eine tiefhängende Wolkendecke über der Region lag, außerdem soll es heftige Winde gegeben haben. Der Pilot sei nach einem ersten Landeversuch wieder hochgegangen, da er die Rollbahn überhaupt nicht sehen konnte. Die Flughafenmitarbeiter haben dann alle vorhandenen Lichter eingeschaltet, woraufhin das Flugzeug meldete, dass man jetzt die Landebahn sehe und nun runterkomme, berichtete der Kommandeur der Luftstreitkräfte in Miroslawiec Oberstleutenant Wiesław Grzegorzewski. Von diesem Moment an sei der Pilot auf sich alleine gestellt gewesen und habe die Verantwortung übernommen.

© Polskaweb News


13:00 Uhr: CASA C-295 der polnischen Luftwaffe verunglückt - 20 Tote

WARSCHAU (dpa) - Bei einem der schwersten Flugzeugunglücke in der Geschichte der polnischen Luftfahrt hat das NATO-Land Polen einen Teil seiner Militärführung verloren. Alle 20 Insassen kamen am Mittwochabend ums Leben, als das Transportflugzeug des Typs CASA C-295M beim Anflug auf den Flughafen in Miroslawiec im Nordwesten Polens, rund 100 Kilometer östlich von Szczecin, abstürzte.



Die Maschine fiel aus etwa 200 Meter Höhe in ein Waldstück, fing Feuer und brannte aus. Nach Medienberichten hatte das Flugzeug vorher Bäume gestreift. An Bord befanden sich Teilnehmer einer Konferenz über die Flugsicherheit in Warschau, die nach dem Treffen zu ihren Einheiten zurückkehren wollten.

Bei dem Unglück starben 16 hochrangige Offiziere. «Es wird sehr schwierig sein, diese Personallücke zu schließen», sagte der ehemalige Verteidigungsminister Aleksander Szczyglo. Ums Leben kamen auch vier Besatzungsmitglieder. Die Unglücksursache war zunächst nicht bekannt. Der Kapitän habe keine Probleme gemeldet, sagte ein Militärsprecher. Gesucht wurde am Donnerstag weiter nach dem Flugschreiber. Nichts habe auf das baldige Unglück hingewiesen, sagte ein General dem polnischen Fernsehen TVN 24, der kurz vor dem Absturz bei einem Zwischenstopp in Posen aus dem Maschine ausgestiegen war.

Das Kommando der Luftstreitkräfte ordnete die Einstellung aller Flüge der CASA-Maschinen bis zur Klärung der Absturzursache an. Parlamentspräsident Bronislaw Komorowski äußerte sich besorgt um die Erhaltung der Kommunikation mit den polnischen Militärstützpunkten im Ausland, vor allem in Afghanistan und im Irak. Polen verfügte über 10 CASA-Transportmaschinen. Sie dienten der Versorgung der Soldaten, die bei ausländischen Friedensmissionen eingesetzt sind. Komorowski sagte, Warschau werde an die Solidarität der Verbündeten appellieren müssen. Polen könne auf Unterstützung der Amerikaner hoffen, sagte der Vorsitzende des parlamentarischen Verteidigungsausschusses Janusz Zemke. Polnische Flieger und Politiker bewerteten den Flugzeugtyp als zuverlässig und modern.

Präsident Lech Kaczynski kündigte Staatstrauer an. Das Staatsoberhaupt wollte eine Visite in Kroatien abbrechen und noch am Donnerstagnachmittag den Absturzort besuchen. Regierungschef Donald Tusk berief eine Sondersitung seines Kabinetts ein. NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer und Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sprachen Polen ihr Beileid aus.

© dpa, Polskaweb.eu | Abb.: P. Idzkiewicz, GFDL, Archiv | 23.01.2008 23:55




Leser-Kommentare (0)

Um einen Kommentar schreiben zu können, müssen Sie sich bei aero.de registrieren oder einloggen.

Anzeige

Schlagzeilen

Community
Fachdiskussionen zu aktuellen Ereignissen und Entwicklungen in der Luftfahrtbranche
Anzeige

Shop
Bild
Zürich - Shanghai (Swiss A340)

Engine aus ‐ und ab nach Haus: Die neue Folge von PilotsEYE.tv zeigt erstmals einen technischen Zwischenfall, der die Crew auf dem Weg von Zürich nach Shanghai zum Umkehren zwang.

Im aero.de-Shop nur EUR 25,95
Versandkostenfreie Lieferung!

Magazin
Bild
AIRIC: Neues Kompetenzzentrum für Luftverkehrs-Infrastruktur
WIEN - Im Presseclub Concordia wurde am Dienstag mit dem 'AIRIC - Aviation Infrastructure Research & Innovation Centre' ein neues Kompetenzzentrum für Luftverkehrsinfrastruktur vorgestellt. In Zusammenarbeit mit Institutionen aus Forschung und Wissenschaft will die neue Plattform innovative Lösungen für Infrastrukturträger erarbeiten. Dazu zählen die Entwicklung neuer Produkte sowie der Transfer von Know-how zur industriellen Nutzung bereits geleisteter Grundlagenforschung.

Meistgelesene Artikel

Reise
Bild
Mit dem Vulkan-Expreß von Brohl nach Engeln
BROHL - Nicht viele wissen, wo der linksrheinische Ort Brohl auf der Landkarte zu finden ist. Bekannter ist vielleicht der alte Werbespruch: "Trink Brohler, dann geht`s Dir wohler", der für die Qualität des bekannten Mineralwassers aus diesem Ort am Mittelrhein steht.

Partner