Beitrag vom 21.04.2025 - 11:32 Uhr
Boeing erwartet wohl einen länger andauernden Handelskrieg. Diese Interpretation wird man in Europa und den USA hören.
In China dagegen könnte man dies auch völlig anders auffassen:
China wird nun auch nach einer Einigung erst mit einer zusätzlichen Verzögerung neue Jets bekommen. Versucht also Boeing im Auftrag der US-Regierung Druck aufzubauen?
Hat Boeing damit die Seite vom unschuldig leidenden US-Exporteur zum Büttel der Trump-Regierung gewechselt?
Chinesen können langfristig sehr, sehr nachtragend sein. Spontan halte ich die Rückhol-Aktion von Boeing zu Ungunsten des Flugzeugbauers zum jetzigen Zeitpunkt für unklug. Chinesen spielem anders als der AMI pokert.
Wir werden sehen.
Gruß Gustl
Beitrag vom 21.04.2025 - 12:58 Uhr
@Gustl,
wer sollte die Flieger in China warten?
Mit den +100% Zöllen kommt das Geschäft doch eh zum Erliegen.
Die Chinesen/US-Amis werden vielleicht motiviert, ohne US/China-Teile zu leben.
Falls das die Politik so will....Zunächst mag es noch "sportlich" sein.
Am Ende wird es zu einer Machtdemonstration werden. Dann heisst es: Wir können/müssen auch ohne die US-Amis/Chinesen leben.
Abgesehen von den US-Amerikanern/Chinesen wird das aber keiner wollen!
Beitrag vom 21.04.2025 - 14:25 Uhr
@fbwlaie,
glaubst Du etwa den Statements von Uncle Sam-Donald nicht? Die Chinesen betteln doch verhandeln zu dürfen. Alle kriechen ihm doch in seinen A... -- sagt er.
Folglich könnte es nun noch eine Sache von 24 Stunden sein, den Deal zu seinen Bedingungen abzuschließen.
Das sehen auch die Chinesen so. Donald muß dafür lediglich seine Bedingungen anpassen; Dann wird er umgehend den Sieg verkünden können.
Gruß Gustl
Beitrag vom 21.04.2025 - 15:08 Uhr
Ich verstehe diese Diskussion nicht. Die Argumente gehen hier von falschen Bedingungen aus. Es ist nicht Boeing, die nun die Maschinen nicht ausliefern. China verweigert die Annahme und verbietet Boeing den Import. Steht im Artikel, direkt gleich im ersten Absatz! Bitte lest doch lieber nochmal nach, bevor ihr hier eure Zeit verschwendet.
Beitrag vom 21.04.2025 - 15:31 Uhr
Bis zu den nächsten Berichten aus der Wirtschaft und von der Börse ist noch etwas Zeit...
Mit einer Entlassung von Zentralbankchef J. Powell könnte sich Trump zusätzlich Zeit schaffen.
Wieviel Zeit hat Xi?
Bei der nächsten "Insider-Runde" gibt es dann vielleicht mehr für Donald und sein BDT (Bündnis Donald Trump, ehemals GOP oder Republikanische Partei).
Beitrag vom 21.04.2025 - 15:31 Uhr
Die fraglichen B737 befanden sich schon in China. Sie waren also importiert!
Richtig ist, daß China die Abnahme - bis zur Klärung der Zollfrage - verweigert.
Also bleibt die Frage, ob die Rückholaktion in die USA die spätere Auslieferung erheblich verzögert.
Wird Trump schnell einknicke? Die Chinesen spielen auf Zeit; Und genau das befürchtet m. E. Boeing.
Mein Fazit: Der Handelsstreit könnte nach diesen Indizien recht lange dauern.
Gruß Gustl
Beitrag vom 21.04.2025 - 15:48 Uhr
@Wieby,
richtig! China hat nur das Deeskationspotential etwas erhöht.
Wir akzeptieren die Flieger, die Boeingteile, falls ihr mit den Zöllen uns entgegenkommt...
Beitrag vom 21.04.2025 - 18:23 Uhr
Nachtrag: In der Presse lese ich mehrfach, China habe die beiden 737 an Boeing "zurückgeschickt". Diese Darstellung erscheint mir unlogisch, denn Boeing bleibt bis zur Abnahme und Bezahlung der Eigentümer des Jets. China hat da wohl kaum die Macht eine 737 "des Landes zu verweisen" und kurzfristig auszufliegen.
Gruß Gustl
Beitrag vom 21.04.2025 - 18:33 Uhr
Moin,
Ich könnte mir vorstellen, dass wannabe-Diktator im weißen Haus die nicht abgenommen A/C bei seinem Vorbild und richtigen Diktator Wladimir Putin (er benötigt alles an Metall! Ihm ist auch egal, was an BFE von den Chinesen verbaut ist) anbietet.
Mit Putin wird Trump dann einen richtig dreckigen Deal über die Ukraine abschließen wird und die Luftfahrt ist ein Teil davon (Ã?berflugrechte etc)
China kann in so einem Deal Russlands Luftfahrt indirekt stützen und Europa guckt in die Röhre.
Keine Moral - Business First, USA today
Gruß,
Jochen
Beitrag vom 21.04.2025 - 21:02 Uhr
Boeing erwartet wohl einen länger andauernden Handelskrieg
Boeing weiß da glaube ich gerade genau so viel wie wir auch...
Selbst mehrere seiner Minister, Lutnick schon mehrfach, wurden live on air von aktuellen Entscheidungen zum Handelskrieg überrascht.
Nicht mal Trumps innerster Kreis, seine Stabschefin, der Handelsminister oder der Wirtschaftsminister wissen, wer Trump gerade womit genau beeinflusst und was Trump in 5 min auf "Truth" Social schreiben wird.
Beitrag vom 21.04.2025 - 21:43 Uhr
@EricM,
Wenn Boeing auch nichts näheres weis, wäre diese frühzeitige Rückholaktion doch ziemlich unklug.
Genau deshalb meine Anfangs-These, daß das Ganze ein Versuch sein kann, den Druck auf die Chinesen zu erhöhen.
Boeing hat gerade einen Milliarden-Deal mit dem Pentagon eingetütet. Da sollte man - evtl. auch initiativ - Anstrengungen unternehmen, Donald zu gefallen.
Gruß Gustl
Dieser Beitrag wurde am 21.04.2025 21:44 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 21.04.2025 - 22:16 Uhr
Die Flieger waren wohl bereits in China zu letzten Arbeiten und wurden vom Boeing-Fertigungszentrum Zhoushan wg. Ã?bernahmeverweigerung zurück in die USA geflogen.
Da die USA sich zollmässig mit wohl allen Ländern (ausser Russland) zuletzt angelegt haben, muss Boeing mit Unterstützung der Trump-Regierung sehen, wo man die Flieger am besten verkaufen kann.
China hat nun wohl etwas Zeit und kann auch laut über die Seltenen Erden nachdenken.
Beitrag vom 22.04.2025 - 09:16 Uhr
Ich hatte letzten bereits daraufhin gewiesen das China nach wie vor ein Verbrecherstaat ist. Im Lichte der Entwicklung der letzten Monaten könnte man das fast vergessen.
Das die ihre Interessen allerdings genauso Rücksichtslos und auf Kosten andererdurchsetzen, dazu hier ein aktuelles Beispiel:
https://www.spiegel.de/wirtschaft/donald-trump-und-china-peking-warnt-vor-handelsabkommen-zu-chinas-nachteil-a-182ab97e-1840-450b-a6e7-199e133b1bbd
Daraus:
"Seit 2021 gilt zudem das sogenannte Anti-Sanktionsgesetz in China. Demnach können Einzelpersonen und Institutionen, etwa Unternehmen, rechtlich belangt werden, wenn sie Sanktionen umsetzen, die gegen die Volksrepublik oder chinesische Organisationen gerichtet sind. In der Konsequenz bedeutet das: Wenn eine ausländische Firma etwa amerikanische Sanktionen gegen einen chinesischen Konzern einhält, droht dem Unternehmen in China ein Gerichtsverfahren."
Wenn man dabei noch berücksichtigt, wieviele Staaten weltweit (vor allem in Afrika und Südamerika) bei den Chinesen verschuldet sind. Das dürfte diese noch mehr in Schwierigkeiten bringen.
Beitrag vom 22.04.2025 - 19:48 Uhr
Ich hatte letzten bereits daraufhin gewiesen das China nach wie vor ein Verbrecherstaat ist. Im Lichte der Entwicklung der letzten Monaten könnte man das fast vergessen.
Nur hat das mit der Problematik leider nichts zu tun. Im Gegenteil, Industrie liebt schon immer nach Verbrecherart gesteuerte Staaten und verlagert Arbeitsplätze dorthin, nicht zuletzt auch die unsrige praktiziert das aktuell so und kann gar nicht so schnell dort investieren wie sie möchten.
Tatsächlich gibt es in China "nur" eine Anweisung, US-Flugzeuge nicht anzunehmen. Man will über die vorerst ausbleibende Bezahlung Druck ausüben. Und Chinesen als geschäftstüchtige Menschen werden kaum überrascht sein, dass wenn Boeing ihr Fluggerät locker woanders zu Geld machen kann dies dann auch tut. Sie wissen, auch Amerikaner sind meist geschäftstüchtig, auch wenn sich manchmal einer davon nur dafür hält.
Es ist müssig darüber zu diskutieren, ob Boeing die Flugzeuge aus finanziellen oder politischen Gründen aus China herausholt. Vielleicht wissen sie auch nur, dass sonst noch weitere Repressionen drohen. Wenn in China gebaute Schiffe fürs Anlanden in US-Häfen zahlen sollen, warum dann nicht auch US-Flieger in China, beispielsweise.
Wenn man dabei noch berücksichtigt, wieviele Staaten weltweit (vor allem in Afrika und Südamerika) bei den Chinesen verschuldet sind. Das dürfte diese noch mehr in Schwierigkeiten bringen.
Die Verschuldung ist noch das kleinere Ã?bel, die zunehmende wirtschaftliche Abhängigkeit von China ist weit folgenreicher. In England bspw. wurde die letzte Stahlschmelze von Chinesen aufgekauft und alle Vorbereitungen zum Herunterfahren des Hochofens getroffen, einschliesslich des Verkaufs der zum zwingend nötigen Durchheizen erforderlichen Brennstoffe, auf dass dort künftig nur noch chinesischer Stahl zum Einsatz käme. Die Engländer konnten sich davor einfach nicht vorstellen, dass Geld verlieren für einen staatlichen Akteur manchmal durchaus sinnvoll sein kann.
Beitrag vom 23.04.2025 - 09:10 Uhr
Ich hatte letzten bereits daraufhin gewiesen das China nach wie vor ein Verbrecherstaat ist. Im Lichte der Entwicklung der letzten Monaten könnte man das fast vergessen.
Nur hat das mit der Problematik leider nichts zu tun. Im Gegenteil, Industrie liebt schon immer nach Verbrecherart gesteuerte Staaten und verlagert Arbeitsplätze dorthin, nicht zuletzt auch die unsrige praktiziert das aktuell so und kann gar nicht so schnell dort investieren wie sie möchten.
Tatsächlich gibt es in China "nur" eine Anweisung, US-Flugzeuge nicht anzunehmen. Man will über die vorerst ausbleibende Bezahlung Druck ausüben. Und Chinesen als geschäftstüchtige Menschen werden kaum überrascht sein, dass wenn Boeing ihr Fluggerät locker woanders zu Geld machen kann dies dann auch tut. Sie wissen, auch Amerikaner sind meist geschäftstüchtig, auch wenn sich manchmal einer davon nur dafür hält.
Es ist müssig darüber zu diskutieren, ob Boeing die Flugzeuge aus finanziellen oder politischen Gründen aus China herausholt. Vielleicht wissen sie auch nur, dass sonst noch weitere Repressionen drohen. Wenn in China gebaute Schiffe fürs Anlanden in US-Häfen zahlen sollen, warum dann nicht auch US-Flieger in China, beispielsweise.
Wenn man dabei noch berücksichtigt, wieviele Staaten weltweit (vor allem in Afrika und Südamerika) bei den Chinesen verschuldet sind. Das dürfte diese noch mehr in Schwierigkeiten bringen.
Die Verschuldung ist noch das kleinere Ã?bel, die zunehmende wirtschaftliche Abhängigkeit von China ist weit folgenreicher. In England bspw. wurde die letzte Stahlschmelze von Chinesen aufgekauft und alle Vorbereitungen zum Herunterfahren des Hochofens getroffen, einschliesslich des Verkaufs der zum zwingend nötigen Durchheizen erforderlichen Brennstoffe, auf dass dort künftig nur noch chinesischer Stahl zum Einsatz käme. Die Engländer konnten sich davor einfach nicht vorstellen, dass Geld verlieren für einen staatlichen Akteur manchmal durchaus sinnvoll sein kann.
Völlig einverstanden.
Ich wollte daraufhinweisen das die Staaten, die dieses Flieger (und andere US Produkte), abnehmen ziemliche Schwierigkeiten mit China (und wie die vorgehen werden kann man an Hongkong den militärischen muskelpielen im Pazifik, gegenüber Taiwan etc. sehen) bekommen können/werden. Und welches Land hat heute keine wirtschaftlichen und/oder politischen Verflechtungen mit China.
Wie Sie an dem Beispiel England darstellen, können die (Etiketten)Kommunisten, zur Durchsetzung Ihrer Interessen, sehr rücksichtslos und skrupellos vorgehen.
Es droht nicht nur aus den USA und Russland Gefahr für die Welt - auch China ist mächtig mit dabei.