Community / / Kanada will viele Gripen E/F und seh...

Beitrag 1 - 5 von 5
Beitrag vom 07.06.2026 - 08:36 Uhr
UserRalf Latinoe
User (24 Beiträge)
In vielen Ländern nimmt man die Realität der Weltordnung wahr, die Donald Trump geschaffen hat. Nicht so in Deutschland. Wir klammern uns verzweifelt an frühere Zeiten und hoffen auf Wiederkehr des vollumfänglichen Schutzes durch die USA.
Meines Erachtens ist der Grund für die Bestellung der F-35 faktisch weggefallen. Die nukleare Teilhabe existiert doch nur noch auf dem Papier. Die USA werden uns keine Atomwaffen mehr überlassen, die wir dann gegen Russland (gegen wen sonst) zu Einsatz bringen müssten. Dafür ist ist Trump viel zu Putin-freundlich.
Beitrag vom 07.06.2026 - 21:08 Uhr
UserFRAHAM
User (1284 Beiträge)
Das ist ja alles richtig, aber ist die Frage, wie lange dieser Herr noch im goldenen Haus wütet und wüten kann. Zum einen scheinte es immer mehr Gegenwind zu geben aus dem eigenen Lager, zum anderen scheinen seine Gesundheitswerte drastisch einzubrechen. Und dann ist die Frage, was danach passiert. Es kann so weiter gehen nur mit neuer Person im Amt, es kann aber auch genau zur Schadensminimierung auf 180-Grad Kehre kommen. Denn machen wir uns nichts vor - der Herr mit dem Abo auf die eigene Wahrheit hat nicht nur uns in eine größere Gefahr gebracht, sondern schwächt auch gerade militärisch sein eigenes Land.
Beitrag vom 08.06.2026 - 09:39 Uhr
UserTino Riva
User (136 Beiträge)
Das ist ja alles richtig, aber ist die Frage, wie lange dieser Herr noch im goldenen Haus wütet und wüten kann. Zum einen scheinte es immer mehr Gegenwind zu geben aus dem eigenen Lager, zum anderen scheinen seine Gesundheitswerte drastisch einzubrechen. Und dann ist die Frage, was danach passiert. Es kann so weiter gehen nur mit neuer Person im Amt, es kann aber auch genau zur Schadensminimierung auf 180-Grad Kehre kommen...

Daß die europäischen Verteidigungsaufwendungen defizitär sind, wird kontinuierlich seit der Clinton-Administration bemängelt, singulär auch schon vorher.
Spätestens seit der Obama-Administration werden die Schwerpunkte US-amerikanischer Außen-und Verteidigungspolitik in den Pazifikraum gelenkt.
Die strategischen Analysen dazu überdauern Amtsperioden . Wer hier auf eine 180-Grad-Kehre hofft, ist naiv, denn die wird gewiß nicht kommen, gleich wer die nächsten Präsidenten sein werden.

Beispielhaft sei angeführt, daß die USA während Trump I, namentlich die Minister Pompeo und Esper, ganz wesentlich dazu beigetragen haben, daß die Ukraine überhaupt verteidigungsfähig geworden ist - während die Europäer diesbezüglich genau gar nichts unternommen haben.
Daß sich während Trump II die Vorzeichen geändert haben, folgt bestimmt keiner Laune - wiederum naiv das zu glauben - sondern strategischem Kalkül.

Conclusio: Ja, ich sehe es auch so. Der Grund für die Bestellung der F-35 ist faktisch entfallen.

Beitrag vom 08.06.2026 - 19:48 Uhr
Usermuckster
User (587 Beiträge)
@Ralf Latinoe

In vielen Ländern nimmt man die Realität der Weltordnung wahr, die Donald Trump geschaffen hat. Nicht so in Deutschland. Wir klammern uns verzweifelt an frühere Zeiten und hoffen auf Wiederkehr des vollumfänglichen Schutzes durch die USA. Meines Erachtens ist der Grund für die Bestellung der F-35 faktisch weggefallen. Die nukleare Teilhabe existiert doch nur noch auf dem Papier. Die USA werden uns keine Atomwaffen mehr überlassen, die wir dann gegen Russland (gegen wen sonst) zu Einsatz bringen müssten. Dafür ist ist Trump viel zu Putin-freundlich.

@Tino Riva

Der Grund für die Bestellung der F-35 ist faktisch entfallen.

Die F-35 ersetzt in Deutschland den Tornado nicht nur als Nuklearwaffenträger, sondern auch als Jagdbomber. Dieser Bedarf besteht definitiv, und das Flugzeug hat in den letzten drei Jahren über dem Iran bewiesen, was es kann. Er wird sogar noch wachsen, da Deutschland beabsichtigt, eine konventionelle Abschreckungsfähigkeit mit Abstandswaffen aufzubauen.

Kanada wird ebenfalls an der F-35 festhalten, und das ist insgesamt auch sinnvoll, weil ein guter Kompromiss: Man deckt ein breites Fähigkeitsspektrum ab, ohne sich den Nachteilen einer Ein-Typen-Flotte auszusetzen. Nur einen einzigen Kampfflugzeugtyp zu betreiben, ist nämlich nicht nur politisch riskant, sondern auch technisch. Ein Grounding, und man steht nackt da.

Dieser Beitrag wurde am 08.06.2026 19:48 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 08.06.2026 - 23:26 Uhr
UserTino Riva
User (136 Beiträge)
Die Notwendigkeit, moderne und schlagkräftige Streitkräfte vorzuhalten, sehe ich auch. Dazu gehören auch Kampfflugzeuge - und vermutlich ist die F-35 ein gutes.
Wenn dieses Flugzeug Nuklearwaffen tragen soll, sollten diese jederzeit vollumfänglich zur Verfügung stehen.
Ob das derzeit gewährleistet ist, stellt diese Diskussion in Frage.
Kann man diese Frage nicht einhundertprozentig bejahen, muß man (- Mehrheitswille vorausgesetzt) Alternativen entwickeln - und ggf. eigene beschaffen.
Möglicherweise braucht man dann dieses Flugzeug nicht. Möglicherweise braucht man dann ein anderes. Vielleicht hat man sogar die Wahl, sich zwischen diesem und einem anderen Modell zu entscheiden.

Aber bevor man sich für ein Flugzeug entscheidet, muß die andere Frage zwingend abschließend geklärt sein - und das nicht nur auf dem Papier.