Beitrag vom 28.08.2025 - 09:47 Uhr
""Ich denke nicht, dass SAF eine gute Sache ist, das ist eher Unsinn", sagte O'Leary."
Ich denke das Fliegen mit Kerosin, so wie bisher, keine gute Sache ist, das ist eher ein Schritt zu noch mehr Klimakatastrophen.
https://aeroreport.de/de/people/nachhaltige-kraftstoffe-saf-als-hebel-fuer-sauberes-fliegen
Aber klar, was interessiert es einen Herrn O'Leary (und die gesamte Airlinebranche) das er sind Geld mit einem Produkt macht, welches Auswirkungen hat, die Menschen ungeheure Gefahren bescheren.
Beitrag vom 28.08.2025 - 10:42 Uhr
Beitrag vom 28.08.2025 - 12:01 Uhr
Moin,
na dann soll sich die Luftfahrt weiter zurücklegen und sich einfach nur im NICHTSMACHEN sonnen. Ein Transportsystem nach dem anderen (mittweilerweile neben Bus, LKW sogar Kreuzfahrt- und Containerschiffe) wird elektrisiert, aber in der Luftfahrt geht immer nichts. Ein bisschen E-Busse für die Ground Ops mehr geht halt nicht.
Das wird nicht aufgehen und in 5-10 Jahren wird der Aufschrei von MOL und co wieder laut sein, welche nach Steuergeldern rufen und sonst ihre Flugzeuge abzieht.
Die EU sollte bei so viel Verhinderungs-Wahn durchziehen...
Gruß,
Jochen
Beitrag vom 28.08.2025 - 12:53 Uhr
CO2 Capture: 1300-2000$ Kosten pro Tonne
CO2 Abgabe: 25€/Tonne
Finde den Fehler...
Mal abgesehen von der Tatsache, dass wir nicht mal theoretisch
- die Speicherkapazität für sequestiertes CO2
- die CO2-frei hergestellte Energie
haben, um die Unmengen aus dem Betrieb von Flugzeugen unterzubringen.
CO2 Speicherung mag eine sinnvolle Technik sein, aber allein aufgrund der Kosten und Kapazitäten nur für verhältnismäßig kleine Restmengen.
Rein von den Kosten her betrachtet, würde ein Flug FRA-PMI bei etwa 600€ Capture Kosten liegen.
Einfach.
Dieser Beitrag wurde am 28.08.2025 13:13 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 28.08.2025 - 13:49 Uhr
@Jochen Hansen,
bei den besagten Transportmitteln spielt aber die Masse keine so grosse Rolle wie in der Luftfahrt.
Was kann die EU tun - auser ein neues Antriebsmittel (und welches?) fördern?
Akkus Batterien - das hat sich wohl ausgeträumt. Ein qm Kerosin wird durch ein oder 2 qm Akkus ersetzt - wann?
Da fällt mir nur die Verhinderung von Flügen ein. Alles andere liegt z.Z. im Bereich von green washing!
Dieser Beitrag wurde am 28.08.2025 13:51 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 28.08.2025 - 15:44 Uhr
Das Verursacherprinzip ist halt ausgesetzt.
Normalerweise sollte der Verursacher eines Problems - hier weiteres Anheizen des Klimawandles - für die Beseitigung dieses Problems, zumindest für das Abstellen der Ursache, ergo u.a. Nullemmisionsantriebe in baldiger Zukunft, verantwortlich sein. Scheint in der Luftfahrt nicht zu gelten.
Krasse Beispiel:
wenn Firma xy ein super gut schmeckendes Lebensmittel auf dem Markt bringt, woran die Konsumenten aber erkranken/ sterben, wird der Produzent in Haftung genommen... .
Und ich weiß:
die Luftfahrt ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.
Was jedoch nicht rechtfertigt Produkte anzubieten/ zu verkaufen, die der gesamten Menschheit schaden.
Beitrag vom 28.08.2025 - 15:52 Uhr
Schon Jürgen Weber (ehemaliger LH CEO) wusste schon vor >30 Jahren, dass ein Kerosin freies Fliegen (und damit CO2 frei) gar nicht oder wirklich nur als wirklich allerletzte Technische Umstellung möglich ist.
Das Verbrennen einer Tonne Kerosin erzeugt rd. 2,3 t CO2. Und dieses Kerosin wollen wir durch Direkt Caputure zu 1.000 oder mehr Euro / t gewinnen um eSAF herzustellen? Gehts es noch?
Die beiden dicksten Sektoren Verkehr und Heizen stellen wir erst einmal komplett um und dann kommen die höher hängenden Früchte Industrie Handel usw.. Wenn die ganze Welt mit macht verbleibt die weltweite Flug Belastung bei weniger als 6 % Wirkung (da sind Wasserdampf und co drin) von heute und das kann die Natur locker selbst noch "entsorgen". Lt. IPCC Bericht ist die natürliche Kompensation aktuell bei 40% des jährlichen vom Menschen eingetragenem CO2.
Warum also immer nur das schwierigste wenn nicht das unmögliche schon heute angehen zu wollen wenn noch soviel Potential sehr leicht abgearbeitet werden kann.
btw: die ganzen Schlaumeier die immer "rufen Inlandsverkehr einstellen" vergessen oder (wollem es nicht) wissen, dass ca. 80% Umsteigeverkehre für FRA und MUC bedeuten. Allein aus Hamburg werden täglich mit 4 Dickschiffen von Emirates und Katar sowie weite 4 Flüge von Türkisch (A330) die Passagiere zu den Drehkreuzen in deren Ländern geschleppt. Was spart die Welt dadurch an CO2 und wie stark wird unsere deutsche Wirtschaft geschädigt? Leute das CO2 ist in weniger als 3 Woche gleichmäßig rund um den Erdball verteilt von wo auch immer ausgehend.
Selbst unsere Vorbildfunktion in der Welt wird aufgrund der höheren Energiepreis kritisch gesehen. Abwanderung der Industrie ist die Folge.
Beitrag vom 28.08.2025 - 16:14 Uhr
@FW190
Warum also immer nur das schwierigste wenn nicht das unmögliche schon heute angehen zu wollen wenn noch soviel Potential sehr leicht abgearbeitet werden kann.
Es soll ja nicht "nur" die Fliegerei heute angegangen werden (auch wenn wir hier im Forum primär den EnergieVerbrauch bzw. CO2 Ausstoß der Luftfahrt diskutieren), sondern alle Bereiche.
Andere Bereiche wie zB Energieversorgung und Heizen sind aber einfach schon viel weiter, während sich die Luftfahrt auf theoretischen Möglichkeiten des SAF/DAC ausruht und Subventionen fordert, während weltweit 99,99999% des Betriebs fossil abgewickelt werden und ihr Verbrauch weiter stark wächst.
Im Falle von notwendigen aber ungeliebten Änderung zeigt doch immer jeder auf jeden anderen: "Warum ich aber der nicht?"
Das passiert zwischen Nationen, Industriezweigen und direkten Konkurrenten.
Den weiter kontinuierlich wachsenden fossilen Verbrauch der Luftfahrt im Klimaschutz einfach auszuklammern gäbe daher allen anderen Industrien eine prima Ausrede auch nichts mehr zu tun.
Beitrag vom 28.08.2025 - 17:20 Uhr
Ich finde es immer wieder erstaunlich wie groß, im Kontext der schlimmen Katastrophen der letzten Jahre, immer noch eine gewisse Sorglosigkeit ('Et hät noch immer jutjejange' - sorry, bin kein 'Kölsche Jung') auf die Klimaentwicklungen der unmittelbaren Zukunft bei vielen Menschen vorherrscht.
Wenn es so weitergeht und alles sieht danach aus, dann kann die Wirtschaft sich weltweit (vielleicht) noch so toll entwickeln, am Ende wird das nix nutzen und alles 'den Bach runtergehen'.
Auf der ganzen Welt - save our souls!
Fatalistisch?
Eher die wahrscheinlichste Zukunfstprognose.
Natürlich ist nicht nur die Luftfahrt Teil dieses Szenarios, aber eben auch sehr stark involviert, siehe den vorherigen Post.
Beitrag vom 28.08.2025 - 18:41 Uhr
Aktuell aber jedes Jahr steigend 36 GT CO2 + Nebenprodukte also fast 50 GT Klimagase auf CO2 Level gerechnet.
Im Netz zu finden:
"Hauptverursacher von CO?-Emissionen nach Sektoren (Stand 2023)
Energieindustrie: Rund 38,24 % der weltweiten CO?-Emissionen.
Transport: Etwa 21,11 % der weltweiten CO?-Emissionen.
Industrielle Verbrennung: Ungefähr 16,42 % der weltweiten CO?-Emissionen.
Gebäude: Ungefähr 8,75 % der weltweiten CO?-Emissionen.
Der Luftverkehr ist eine bedeutende Quelle von Treibhausgasemissionen, wobei er im Jahr 2023 rund 882 Millionen Tonnen CO2 weltweit verursachte, was etwa 2 % der globalen Emissionen entspricht. Neben CO2 entstehen auch klimarelevante Nicht-CO2-Effekte wie Kondensstreifen, Stickoxide und Ruß, welche die Gesamtklimawirkung des Flugverkehrs auf etwa das Doppelte der CO2-Wirkung erhöhen können. Diese Effekte treten in großen Höhen auf und ihre genaue Wirkung ist komplex
Die Schifffahrt ist für etwa 3 % der globalen CO2-Emissionen verantwortlich, was rund einer Milliarde Tonnen pro Jahr entspricht."
Und ausgerechnet der aller schwierigste Sektor, die Luftfahrt, soll zur gleichen Zeit in gleichen Schritten reduziert werden. Erst mal die leichteren und größeren Brocken, dann das beste zuletzt - wenn es dann überhaupt gelingt.
Dieser Beitrag wurde am 28.08.2025 18:43 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 28.08.2025 - 22:58 Uhr
Wird die Luftfahrt nicht als einfaches Ziel erkoren, damit man in den anderen Bereichen nichts unternommen werden muss?
Beitrag vom 29.08.2025 - 08:47 Uhr
Wird die Luftfahrt nicht als einfaches Ziel erkoren, damit man in den anderen Bereichen nichts unternommen werden muss?
Na jetzt kommen Sie, das Thema "Energiewende" im Bereich Stromerzeugung, Heizen und Mobilität und was dort bereits unternommen wurde kann man die letzten Jahre einfach nicht überlesen/-hört haben, oder?
Dieser Beitrag wurde am 29.08.2025 08:50 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 29.08.2025 - 09:03 Uhr
Und ausgerechnet der aller schwierigste Sektor, die Luftfahrt, soll zur gleichen Zeit in gleichen Schritten reduziert werden.
Der Satz ist etwas schräg gebaut: Und ausgerechnet X soll wie alle anderen Y tun.
Ja, weil alle anderen auch Y tun sollen. Das "ausgerechnet" ist an der Stelle eher nicht angebracht, da die Luftfahrt ja gerade keine Sonderstellung bei den Anforderungen hat.
Gleiches Recht für alle.
Die Luftfahrt verweigert schlicht bisher die praktische Umsetzung der Vorgaben und beschränkt ihre Reaktionen stattdessen auf Greenwashing Aktionen und Forderungen an die Politik, ihr gefälligst eine fertige Lösung für CO2 Neutralität hinzustellen und ansonsten die Klappe zu halten und nicht länger beim (100% fossilen) Wachstum zu stören.
Hätten die Automobilindustrie und die Energiewirtschaft so reagiert, gäbe es hierzulande 2025 weder einen nennenswerten Ökostromanteil noch ein fertig entwickeltes E-Auto.
Beitrag vom 29.08.2025 - 09:10 Uhr
Wird die Luftfahrt nicht als einfaches Ziel erkoren, damit man in den anderen Bereichen nichts unternommen werden muss?
Na jetzt kommen Sie, das Thema "Energiewende" im Bereich Stromerzeugung, Heizen und Mobilität und was dort bereits unternommen wurde kann man die letzten Jahre einfach nicht überlesen/-hört haben, oder?
Schreiben Sie das jetzt wegen der staatlichen Subventionen in Milliardenhöhe bei Photovoltaik, E-Autozuschüssen, Wärmepumpen, Elektrifizierung der Bahn etc.? Wollen Sie, dass der Staat sich auch beim ‚grünen Kerosin‘ finanziell stark engagiert? So wie bei der Einspeisevergütung für Strom, die den Betreibern Renditen bis zu 10% beschert haben.
Beitrag vom 29.08.2025 - 10:19 Uhr
Da beisst die Maus keinen Faden ab: Die Luftfahrt ist am höchsten entwickelte Verkehrstechnik und dies dann auf das gleiche Niveau vom Pkw, Lkw und Schiffen zu stellen - geht nicht. Klar ist es machbar, dann kostet die Tonne eSAF eben mehrere tausend Euro und ein Flug nach Malle statt 60- 80 Euro 1000 bis 2000.
Gleichzeitig wird dann aber grüner Stahl der etwa das 3 fache kostet nicht in D hergestellt weil er zu teuer ist im Weltmarkt, den es bei Luftfahrt ja nicht gibt :D Und die Stahl Herstellung ist vergleichsweise profan.
@Eric M: Die Luftfahrt hat sehr wohl etwas getan. Vergleichen Sie mal die pro Kopf und 100 km Kerosin Verbräuche von heute und von vor 20 Jahren. (Ja die alten Bomber fliegen noch, aber es gibt auch genug alte Pkw, Lkw und Schiffe). Und ja, fliegen ist zu preiswert, aber es soll schließlich jeder einmal im Jahr nach Malle fliegen können - politisch gewollt.
Zu Stahl mal unsere Bedeutung im Weltmarkt:
https://www.dw.com/de/arcelormittal-stoppt-umbau-gruener-stahl-wasserstoff-treibhausgase-emission-industrie-subventionen/a-73217137