Beitrag vom 13.10.2024 - 18:53 Uhr
Das ist einfach so geil, der Musk ist einfach ein Genie, der denkt sich das zwar nicht selber aus und macht es auch nicht selber, aber er ist in der Lage Menschen zu finden und zu begeistern so etwas zu erschaffen.
Beitrag vom 13.10.2024 - 20:32 Uhr
Das ist einfach so geil, der Musk ist einfach ein Genie, der denkt sich das zwar nicht selber aus und macht es auch nicht selber, aber er ist in der Lage Menschen zu finden und zu begeistern so etwas zu erschaffen.
.....wenn er es sich nicht selber ausdenkt und auch nicht selber entwickelt, ist er dann ungefähr so ein "Genie" wie Thomas Edison? ;-) Oder ist er einfach nur gut in HR? ;-)
Die Sachen die er anstösst und entwickeln lässt, braucht halt nur niemand. Es gibt genug dringendere Probleme auf der Welt die zuerst gelöst werden müssten, als selbstfahrende Autos und selbstlandende Raketenstufen oder Menschen auf dem Mars.
Sorry dass ich jetzt die Spassbremse bin, aber als Spross einer Familie die mit Schürfrechten in SA groß geworden ist und mit Unterstützung von Peter Thiel war wesentlich mehr Glück als Verstand dabei.
Sowieso ist Personenkult eine sehr schwierige Angelegenheit.
Beitrag vom 13.10.2024 - 20:37 Uhr
Musk ist menschlich ziemlich grenzwertig und hat sich mittlerweile von seinen Ansichten her in eine Richtung bewegt, die Demokratie, Meinungsfreiheit und globale Stabilität bedrohen. ABER was er da erreicht hat ist einfach gigantisch. Schon die Falcon 9 ist ein Meilenstein, das Starship eröffnet - wenn serienreif - ganz neue Möglichkeiten die nen riesen Sprung für uns alle bedeuten können. Dabei denke ich nicht primär an ne Mars-Mission - das is ne coole Idee aber eher fürs Prestige ;) Aber die Nutzlasten die damit ins All transportiert würden können - man könnte mittelfristig im Raketenstufen ins All bringen, dort erst montieren und dadurch massiv höhere Geschwindigkeiten erreichen, Rohstoffabbau auf Asteroiden könnte irgendwann wirtschaftlich werden, auf dem Mond wird dadurch sicherlich einiges an Infrastruktur aufgebaut werden... Das is einfach spannend.
Bevor Musk das einfach versucht hat waren sowohl Nasa als auch EASA der Meinung dass vertikale Landungen und Wiederverwendbarkeit nicht möglich oder erst in sehr ferner Zukunft liegen.
Beitrag vom 13.10.2024 - 21:15 Uhr
Menschlich Grenzwertig ist eine drastische Untertreibung. Meine gute Kinderstube verbietet es mir zu sagen was ich von ihm halte. Und bei Tesla sehe ich auch mehr Marketing als echte Innovation.
Aber das was be8 Space X geschaffen wird ist in der Tat beeindruckend- Respekt.
Ich hoffe nur dass er damit lange kein Geld verdient welche für seine fragwürdigen persönlichen Ziele und Wertvorstellungen investiert werden könnte.
Alleine wegen Musk würde ich keinen Tesla fahren. Und frage mittlerweile jeden aus dem Bekanntenkreis der einen gekauft hat â??Oh, ich wusste nicht dass Du Trump Unterstützer bistâ??â?¦..
Beitrag vom 13.10.2024 - 21:37 Uhr
Die menschliche Grenzwertigkeit von Herrn Musk hin oder her ...
Was SpaceX da heute abgeliefert hat, ist technisch gesehen absolut faszinierend.
Hätte nicht gedacht, dass das beim ersten Versuch so perfekt klappt.
Beitrag vom 13.10.2024 - 23:26 Uhr
Ich finde den Hype um Tesla und Musk grotesk. Mag sein, dass die grundlegenden Ideen gut sind, aber die Serienreife ist doch ein großes Problem. Fragt mal Tesla Besitzer - die Software mag gut sein, die Qualität des "Rests" aber nicht. Wenn die Serienreife der Raketenstufen dann genauso sind, dann viel Spaß...
Beitrag vom 14.10.2024 - 02:05 Uhr
@EricM
Es ist unbestritten eine Meisterleistung; aber eine der Ingenieure, nicht eine von Herrn Musk. Er hat diese Rakete finanziert, nicht gebaut. Dass man dennoch ihn in den Mittelpunkt stellt, zeigt nur, was er wirklich ist: ein Verkäufer, ein PR-Spezialist, ein Salesman. Ein neuer Steve Jobs, nur noch verquerer im Kopf.
Ich weiß, Eigenlob stinkt, aber ich habe schon vor etlichen Jahren, als Tesla gerade zum Vorreiter in Sachen E-Auto avancierte und Musk von den Vertretern des Green New Deal zum Weltenretter hochstilisiert wurde, gesagt: Das fällt denen noch mal auf die Füße.
Anzeichen für seinen unguten Charakter gab es genug â?" schon so um 2015 herum kam heraus, dass seine halbe Familie nichts mit ihm zu tun haben will. Es gab immer wieder Skandale in seinen Firmen, z.B. wie der Tesla-Kundenservice in den USA mit Käuferbeschwerden umging; es gab Skandale in seinem Umgang mit Mitarbeitern, v.a. Mitarbeiterinnen (schwängern -> feuern -> per Abfindung ruhig stellen).
Insofern amüsiert es mich, wie der Green New Deal jetzt aus allen Wolken gefallen ist, weil dieser Zampano plötzlich Applaus klatscht, während sein neuer Guru Trump auf der Bühne neben ihm über die schlechten Gene der katzenfressenden Migranten referiert.
Musk hat ein Händchen dafür, Leute für Projekte zu begeistern, er ist aber vor allem (in den Worten von John Tuld ;-)) einfach gerissener als jeder andere darin, Gelegenheiten zu erkennen und auszunutzen. Er ist kein Genie.
Als Unternehmer ist er sogar ziemlich unterdurchschnittlich. Twitter hat er für 44 Mrd. USD gekauft, es ist jetzt keine 10 Mrd. USD mehr wert, ein Verlust von 80%.
Tesla wäre ohne die Anschubfinanzierung, die in Europa und in Kalifornien in Form von E-Auto-Subventionen v.a. an Reiche (!) gezahlt wurden, niemals rentabel geworden.
Im Raumfahrtsektor macht Musk eigentlich nur, was private Unternehmen schon immer hätten machen können, aber lange nicht gemacht haben, weil eine Art abergläubische Nostalgie sie davon abhielt. Staatliche Organisationen wie NASA und ESA, die früher als Gralshüter der Raumfahrt galten, können mit Unternehmen SpaceX aus wirtschaftlichen Gründen nicht konkurrieren. Da brauchte nicht Elon Musk daherzukommen, die Gelegenheit war dermaßen "ripe for the picking", dass schon in den 2000ern Romane mit diesem Thema erschienen.
Welcher Physiker oder IT-Spezialist der Spitzenklasse will schon für 100.000â?¬ im Jahr für die NASA arbeiten, wenn er bei SpaceX das Zehnfache als Einstiegsgehalt einstreichen kann?
Oder die Finanzierung. Hätte sich die NASA ein Projekt wie Starship alleine ausgedacht, hätte sie zum US-Kongress rennen und die Gelder dafür beantragen müssen.
Die Parlamentarier hätten sich das Projekt gut angesehen, wären wahrscheinlich zu dem Schluss gekommen, dass es zu technisch ambitioniert ist, als dass nicht mit vielen Fehlschlägen zu rechnen wäre, und dass sie in Zeiten der Inflation keine Steuermilliarden für eine Rakete freigeben können, die wahrscheinlich sowieso nur explodieren wird.
Musk hingegen bezahlt das aus eigener Tasche oder mit dem Geld von Investoren, die es gewohnt sind, das in einer High Risk-High Reward-Situation auch mal was schiefgeht.
Oder die Bürokratie. Die NASA als Bundesbehörde muss jede Klofrau nach Mindestlohn bezahlen. Kurz: Sehr viele Wettbewerbsvorteile für ein privatwirtschaftliches Unternehmen.
Dieser Beitrag wurde am 14.10.2024 07:50 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 14.10.2024 - 07:38 Uhr
@EricM
Es ist unbestritten eine Meisterleistung; aber eine der Ingenieure, nicht eine von Herrn Musk. Er hat diese Rakete finanziert, nicht gebaut. Dass man dennoch ihn in den Mittelpunkt stellt, zeigt nur, was er wirklich ist: ein Verkäufer, ein PR-Spezialist, ein Salesman. Ein neuer Steve Jobs, nur noch verquerer im Kopf.
Ja, deutlich verquerer.
Ich finde aber zum einen nicht, dass der Artikel (im Gegensatz zu den Kommentaren) Herrn Musk in den Mittelpunkt stellt, zum anderen habe ich genau deswegen geschrieben, "was SpaceX abgeliefert hat".
Es ist schade, dass sich die meisten Kommentare hier auf den mittlerweile ziemlich nach rechtsaußen abgetickerten Eigentümer der Firma beziehen.
Ich stimme ja zu, dass es bei der Person Musk jede Menge Grund für Kritik gibt, die ich selbst hier im Forum ja schon oft geäußert habe.
Man muss diese Leistung der beteiligten Ingenieure aber denke ich unabhängig davon würdigen können:
Diese Landung beim ersten realen Versuch erfolgreich hinzulegen war eine Spitzenleistung in angewandter Simulations- und Regelungstechnik.
Dieser Beitrag wurde am 14.10.2024 07:39 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 14.10.2024 - 10:30 Uhr
Musk ist Physiker, natürlich coded und zeichnet er nicht mehr selbst, obgleich er es sicher könnte. Aber eindeutig ist der Mastermind hinter seinen Konzepten in seinen von ihm selbst gegründeten Unternehmen, Wenn man das Hirn mal bei der Arbeit sehen will:
https://youtube.com/shorts/WY73exaVpyw?si=q_ZmJNYqj1Bug1DS
Und wenn er eines nicht kann, und vermutlich auch gar nicht will, ist es Marketing. Die Vorwürfe gegen seine Person hier finde ich ziemlich absurd. Es gibt anscheinend einen tiefen Groll gegen diesen Typen, der einfach nicht nur sagt was er denkt, sondern auch noch extrem erfolgreich ist und nebenbei das Industrieestablishment in US und EU auf die Knochen blamiert.
Beitrag vom 14.10.2024 - 10:34 Uhr
@OuterMarker schrieb,
Die Sachen die er anstösst und entwickeln lässt, braucht halt nur niemand. Es gibt genug dringendere Probleme auf der Welt die zuerst gelöst werden müssten, als selbstfahrende Autos und selbstlandende Raketenstufen oder Menschen auf dem Mars.
Na dann kannst du es doch Musk nachmachen und eben die Probleme lösen, wenn es so einfach wäre. Es fängt ja schon an, dass du für deine Träumereien nicht man Geld zusammenkratzen kannst. Was macht eigentlich die UNO?
So hat PayPal die internationalen Zahlungen vereinfacht. Selbstfahrende Autos sind doch für die Gleichstellung gut. Da kann auch der Blinde oder gebrechliche individuell von A nach B. Starlink und Internet braucht wohl auch keiner? Oder wer hat letzte Woche den HERA Satellit der Europäer ins All geschossen?
Dieser Beitrag wurde am 14.10.2024 10:35 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 14.10.2024 - 11:18 Uhr
Musk ist Physiker, natürlich coded und zeichnet er nicht mehr selbst, obgleich er es sicher könnte.
Dieses grundlegende Verständnis unterscheidet ihn von den Chefs bei Boeing.
Beitrag vom 14.10.2024 - 12:36 Uhr
Hallo Luftfahrtbegeisterte.
In dem Artikel stand ja nicht die Frage, ob wir Musk seine Ansichten gut oder schlecht finden, ob wir ihn persönlich hassen oder mögen. Es stand drinnen, was seine Mitarbeiter, sicher auch Fremdfirmen unter der Regie seiner leitenden Mitarbeiter und auch er mit seinen Visionen geschafft hat. Und rein technisch ist es schon spektakulär, sollte das serienreif werden, ist es sicher nachhaltiger, Lasten ins All zu bringen.
Aber bei manchen Foristen kommt halt der typische deutsche Neid durch, wenn jemand Erfolg hat. VG
Beitrag vom 14.10.2024 - 12:56 Uhr
Als Unternehmer ist er sogar ziemlich unterdurchschnittlich. Twitter hat er für 44 Mrd. USD gekauft, es ist jetzt keine 10 Mrd. USD mehr wert, ein Verlust von 80%.
Tesla wäre ohne die Anschubfinanzierung, die in Europa und in Kalifornien in Form von E-Auto-Subventionen v.a. an Reiche (!) gezahlt wurden, niemals rentabel geworden.
Das möchte ich so nicht unwiedersprochen stehen lassen.
Ja das mit Twitter ist ein EGo-Trip der rein wirtschaftlich betrachtet ein absolutes Desaster ist. Das dürfte ihn aber überhaupt nicht mehr interessieren da andere Interessen welcher Art auch immer vordringlich dahinter stecken.
Groß geworden ist er aber mit Tesla. Dabei hat er das Elektroauto ja vom Prinzip her nicht mal erfunden. Das Prinzip Batterie und Elektromotor fahrbar gab es schon über 100 Jahren. In fast jedem produzierendem Betrieb laufen seitdem Gabelstapler und Flurförderfahrzeuge mit Batterieantrieb. Was er aber erkannt hat war das die Entwicklung der Batterietechnik im Laufe der Zeit sehr große Fortschritte gemacht hat. Vordringlich durch die Entwicklung bei Smartphones in Fernost. Für jeden versierten Techniker dürfte es eigentlich ein kleines 1 x 1 gewesen sein nachzurechnem das soundsoviele Lithium-Ionenbatterien genug Speicherkapazität haben um auch einen PKW eine deutliche Strecke elektrisch fahren zu lassen. Noch nicht so viel wie gewünscht aber doch in der absehbaren Zukunft realisierbar.
Und warum hat das keiner bei Mercedes, Volkswagen, GM, BMW,Ford, Honda und Toyota und vielen anderen erkannt? Die ganze weltweite Autoelite hat da kollektiv geschlafen oder war zumindest mutlos und hat den Wald vor lauter (Verbrenner-) Bäumen nicht mehr gesehen. Da musste erste einer kommen der keine Fabrik hat, noch nie ein Auto kontruiert hat und selbst zudem kaum eigenes Geld hat. Musk hat als Umternehmer mit seiner Ã?berzeugungskraft und seinen Ideen dann sehr viele Geldgeber mit hohen Beträgen überzeugt. Wenn das keine großartige Unternehmerische Leistung ist was dann?
Das mit seiner landenden Rakete ist zumindest technisch eindrucksvoll. Was immer auch daraus resultieren wird. Was Elon Musk als Mensch wert ist steht auf einem anderen Blatt.
Dieser Beitrag wurde am 14.10.2024 12:58 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 14.10.2024 - 12:58 Uhr
Musk kann genau genommen garnichts.
Weder hat der was neues erfunden (weder Tesla noch SpaceX wurden von ihm gegründet) noch kann der Programmieren (sein Teil vom "Zip2" Code musste neu geschrieben werden weil er viel zu ineffizient und instabil war) oder gut managen (ganz so schlimm wie bei Boeing gings/ gehts in seinen Firmen wohl nicht zu aber die Beispiele für Managementfehler sind auch bei ihm zahlreich).
Der Typ hat mit der Brechstange ohne jegliche Rafinesse und natürlich ohne jeden Scham die Lücke welche Steve Jobs medial hinterlassen hat gefüllt und da Journalisten nunmal sehr anspruchslose Menschen sind welche schon die größten Idioten hochgeschrieben haben hat das funktioniert. Dass der "Privatunternehmer" dabei auch riesige Mengen an Steuergeld aus aller Herren Länder abgegriffen hat ist auch kein Geheimnis.
SpaceX ist noch erfolgreich weil die keine Konkurrenten haben aber beim Rest ist die Luft im Grunde raus und mehr als Luft war in Tesla und co. nie drin.
Eine typische amerikanische "Erfolgsgeschichte" halt.
Finanziert von Steuergeld und Kleinanlegern.
Beitrag vom 14.10.2024 - 13:04 Uhr
Ich denke, Musks Fanboys und -Gegner haben beide echte Punkte, blenden aber auch einige Fakten aus, die der jeweiligen Positionierung zuwiderlaufen. Einige seiner unzähligen disruptiven Ideen hat Musk in die Realität umgesetzt bzw. umsetzen lassen, die in Ihrer Industrie jeweils für signifikante Umbrüche gesorgt haben (Paypal, Tesla, SpaceX). Und das ist anzuerkennen, auch wenn die große Mehrheit seiner Ankündigungen am Ende Ankündigungen geblieben sind bzw. bleiben werden.
Auf der anderen Seite muss man seine Leistung von der teilweise unkritisch, gott-ähnlichen Verehrung etwas herunterholen: Musk ist ein begnadeter Unternehmer, der risikoaffin ist, und genau davon lebt Unternehmertum schlechthin. Risikoscheue Unternehmer sind am Ende immer die erfolglosesten Unternehmer. Und genau seine Breitschaft, ins Risiko zu gehen, und Investments zu tätigen für vollelektrische Fahrzeuge mit großer Reichweite (s.o die â??mutlosenâ?? deutschen Autobauer) und landefähige Raketen ermöglichen erst diese aus Ingenieurssicht herausragende Leistungen.
Was Musk aber definitiv nicht ist, ist ein Wissenschaftler und Ingenieur. Er hat zwar mal Physik studiert und danach kurz als Softwareentwickler gearbeitet, er hat aber weder sein studiertes Wissen angewendet noch sonst sich in den Bereichen praktische Erfahrung aufgebaut. Das oben verlinkte Video zeigt Musk als Ideengeber für seine Unternehmungen, aber mit Engineering hat das rein gar nichts zu tun. Und das sage ich als jahrzehntelange erfahrener Ingenieur. Musk kann daher nicht der â??Mastermindâ?? bezeichnet werden, der die Ideen in die Technik umsetzt, aber er ist derjenige, der das Umfeld (Das Unternehmen mitsamt finanzieller Ausstattung) besorgt, in dem Kreativität und Leistungsfähigkeit offensichtlich ihren Platz gefunden haben.
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Und damit möchte ich gerne die Diskussion von Musk weg hier in Richtung der Ursprungsnachricht, also des erfolgreichen Starshipflugs, lenken. Diese ist höchst anerkennenswert, denn die Leistung dahinter ist zweifellos herausragend. Allerdings muss das ebenfalls etwas eingeordnet werden: gute Ingenieursleistung bemisst sich daran, unter Nutzung der vorhandenen Ressourcen (Budget) ein Stück Technik zu erzeugen, welches die Anforderungen der Menschen erfüllt und einen Mehrwert darstellt.
Dabei ist die technische Herausforderung der Landung einer Großrakete unbestritten und dessen Realisierung höchst anerkennenswert. Aber der Mehrwert der Wiederverwendung aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist nicht belegt im Vergleich zu einer Wegwerfrakete, auch nicht bei der Falcon. Denn Entwicklung, Produktion, Betrieb und Wartung müssen und sind de facto aufwendiger und damit teurer. Das SpaceShuttle war gerade das Negativbeispiel für das potentielle Kostengrab wiederverwendbarer Systeme. Beim SpaceShuttle lag das aber nicht (nur) per se in Ihrer Wiederverwendung, sondern auch in ihrer Konstruktion. SpaceX hat diese Fehler der NASA bei der Falcon zwar nicht wiederholt, aber dennoch fehlt der Nachweis, dass das Gesamtkonzept günstiger ist als eine einfache Wegwerfrakete und damit der eigentliche Mehrwert dieser technischen Entwicklung.
Davon abgesehen beinhaltet jedes neuentwickelte Stück Technik Fehler, angefangen von Basisfehlern bei Anforderungsfestlegung, Konstruktion, Test und Betrieb durch die vielen unerfahrenen Ingenieure über mehrere Stufen bis hin zu Detailfehlern bei der Einführung neuer Technologie, wo schlicht ingesamt noch die Erfahrung fehlt. In den Ingenieurwissenschaften lernt man die Methoden zum Ausmerzen der ersten Fehlerstufen über detaillierte Test- und Validierungsmethoden, so dass man sich ab der Inbetriebnahme des Gesamtsystems auf die obersten Fehlerstufen konzentrieren kann. Dieses systematische Vorgehen ist zwingend erforderlich für alle sicherheitskritischen Systeme, und dazu gehören alle Systeme für den menschlichen Transport, wozu auch das Starship gehört.
Alle Fehler, die wir in den ersten 4 Flügen gesehen haben, gehören zur untersten Fehlerkategorie. Da man aus Erfahrung die Fehlerverteilung neuentwickelter Technik kennt, ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit anzunehmen, das das Starship noch dutzende Fehler der oberen Kategorien enthält - sprich: das Starship ist mit 5 Flügen noch weit weg von der Reife des SLS-Systems, welches in Großteilen auf alter SpaceShuttle-Technik mit Flugerfahrung aus 136 Missionen beruht. Zudem wären die Fehler der ersten 4 Missionen alle vermeidbar gewesen, wenn man die bekannten Ingenieursmethoden auch einsetzt, wie z.B. das Testen von Subsystemen wie Testläufe von ganzen Raketenstufen. Aber Musk denkt, hier Abkürzungen gehen und damit Geld sparen zu können, indem er solche Subsystem-Testphasen einfach weglässt. Genau deswegen haben wir die Triebswerksausfälle und Abtrennungsprobleme der Raketenstufen zu Anfang erlebt. Natürlich kann man sich das als iteratives Vorgehen schönmalen, aber letztendlich holen einen diese Fehler doch ein und man spart in Summe gar nichts. Im Gegenteil verzögert dieses Vorgehen die Konzentration auf das Ausmerzen der Fehler in den oberen Fehlerkategorien, so dass man am Ende die Reife für den menschlichen Transport noch weiter zeitlich verzögert. Auch das Space Shuttle war von solchen Fehlern der oberen Kategorie betroffen (nicht aber der untersten), die noch in den späteren Flügen auftraten (Columbia-Unglück durch Beschädigung der Hitzeschutzkacheln durch abgeplatzte Tank-Isolierung). Durch SpaceX Vorgehen steigt die Gefahr, dass wir später (vermeidbare) tödliche Unglücke mit Astronauten erleben werden.
Im Ingenieurswesen gilt daher: MGR - machâ??s gleich richtig, was immer am kostengünstigsten ist. Und das gegt mit dem Rückgriff auf bereits vorhandenen Erfahrung und testen, testen, testen. Und SpaceX macht das Gegenteil davon, was u.a. auch zeigt, dass Musk kein Ingenieur und kein Wissenschaftler ist und seine disruptive Art auch elementare Nachteile mit sich bringt.
Dieser Beitrag wurde am 14.10.2024 13:16 Uhr bearbeitet.