Community / / Wie das FCAS-Projekt noch gerettet w...

Beitrag 1 - 6 von 6
Beitrag vom 08.12.2025 - 07:14 Uhr
UserGB
User (1073 Beiträge)
Mir ist sowieso unerklärlich, warum es immer nur eine einzige Lösung geben müsse. Der alte Satz, Konkurrenz belebt das Geschäft, gilt noch immer. Auch in den USA verlässt man sich nicht auf einen einzigen Hoflieferanten, denn jeder weiß, dass sowas die Kosten treibt.

Dass es nicht hauptsächlich auf die Größe eines Projekts ankommt sieht man übrigens sehr gut am Beispiel Israel - die große EU-Macht Deutschland kauft dort in großem Stil das ein, was sie selbst nicht zustande bringt.

Nur am Rande: Israel hat, bei allen Problemen, die so ein Vergleich bringt, etwas weniger Wirtschaftskraft als Baden-Württemberg.
Beitrag vom 08.12.2025 - 07:29 Uhr
UserBlauvogel
User (2 Beiträge)
Äpfel und Birnen, hinkende Vergleich und so weiter und so fort .... ich vermute, dass Baden-Württemberg auch deutlich weniger Militärhilfe aus den USA bekommt ...

wobei GB mit dem Monopol und der Konkurrenz schon einen gewissen Punkt hat ...
Beitrag vom 08.12.2025 - 07:57 Uhr
UserEricM
User (7195 Beiträge)
FCAS könnte aus jetztiger Form in eine gemeinsame "Combat Cloud" - das digitale Nervenzentrum hinter FCAS - und die dafür notwendige Software und Sensorik eingedampft werden.

Mal ganz generell gedacht: Ein selbst entwickeltes Europäisches Nervenzentrum (das nicht als der Kadaver einer Eier legenden Wollmilchsau endet) , also ein gemeinsamer Stack aus Kommunikations-Hardware, Software und Protokollen hinter allen Gefechtsplattformen mit Adaptern für alle im Einsatz oder in Planung befindlichen Systeme wie Eurofighter, F35 und die zukünftigen Systeme von Dassault und Airbus wäre ein gutes Ergebnis für den Projekt-GAU den FCAS aktuell darstellt.

Dieser Beitrag wurde am 08.12.2025 08:08 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 08.12.2025 - 08:30 Uhr
UserEricM
User (7195 Beiträge)
Dass es nicht hauptsächlich auf die Größe eines Projekts ankommt sieht man übrigens sehr gut am Beispiel Israel - die große EU-Macht Deutschland kauft dort in großem Stil das ein, was sie selbst nicht zustande bringt.

Stimmt, dabei muss man aber mMn mehrere Aspekte beachten.

1) Bürokratie: Wer in Deutschland/EU Waffensysteme entwickeln will, braucht eine Rechtsabteilung die doppelt so groß ist wie die Entwicklungsabteilung, selbst für mögliche Dual-Use Systeme.
Und selbst dann wird eine Genehmigung oft schlicht nicht erteilt.
So etwas leisten sich große, etablierte Firmen, wenn man sie mit genug staatlichem Geld dazu überredet.
Innovative Startups wird man deswegen hierzulande nicht in diesem Bereich finden.

2) Daraus ergibt sich ein wesentlicher Unterschied in der Größe der beteiligten Firmen. In Israel findet man oftmals kleinere, jüngere und innovative Unternehmen in diesem Bereich, während in der EU eher etablierte Großunternehmen dominieren.

3) Großunternehmen können öffentliche Aufträge in Berlin, Paris und Brüssel deutlich besser beeinflussen als kleine Unternehmen oder Startups. Daher dominieren in der EU große, weitgehend schlecht definierte Worthülsen (wie die nebulöse FCAS Systembeschreibung), deren einzige wirklich konkrete Vorgabe "100 Mrd €, Einsatz in 20 Jahren" lautet.
In Israel dagegen gibt es sehr konkrete Anforderungen, die auf einer kurzen Zeitschiene umgesetzt sein müssen. Das führt zu kleineren, weniger komplexen und damit kostengünstigeren Lösungen - die aber gerade in Bezug auf Kampfjets auch nur Umbauten und keine Eigenentwicklungen umfassen.

4) Die Prozesse, die Entscheidungsfindung und die akzeptierten langfristigen Abhängigkeiten von manchen Herstellern in der deutschen Wehrbeschaffung ist ein Trauerspiel für sich.
Beitrag vom 08.12.2025 - 11:15 Uhr
Userthebaze
User (49 Beiträge)
Naja. Die Franzosen waren ja immer schon ein wenig Eigenbrötler, was ihr Militär angeht. Und im Konfliktfall heben sie die weisse Fahne unmittelbar nach dem ersten Schuss.

Wer vorwärts machen will, kann sich dem GCAP-Projekt der Engländer und Italiener anschliessen. Zusammen mit Japan könnte daraus eine Plattform werden, welche der amerikanischen Technologie ebenbürtig ist.
Beitrag vom 08.12.2025 - 12:30 Uhr
UserIRIS
User (128 Beiträge)
Wenn Merz seinen inneren Reformer nicht völlig unterdrücken und zur Merkel werden will killt er dieses bzw. ihr Projekt ohne mit der Wimper zu zucken.

Grundsätzlich sei noch gesagt dass man ein Projekt von der Größe und Qualität natürlich nicht als oder wie ein StartUp entwickeln kann aber man braucht auch keine riesige Arge sondern könnte z.B. für die wichtigsten Subsysteme wie Triebwerk, Radar usw. mit Partnernation(en) eine Platformlösung entwickeln oder diese Systeme auch ganz flexibel und völlig frei von einem Anwendungsfall entwickeln d.h. z.B. mit Israel ein Radar/EW System, mit Großbritannien ein Triebwerk, mit Schweden neue Bewaffnung etc.
Nicht in dem Sinne dass man sich zu hochriskantem Projektmanagement hinreißen lässt und dann z.B. anfängt zu bauen bevor man fertig konstruiert hat sondern nur soweit dass man dass Projekt nicht von Anfang an in Beton gießt so wie das für Regierungsprojekte leider typisch ist und zu oft zu Problemen führt.

Nachdem die Tempest anscheinend garnicht mal so gut finanziert ist wie man es erwarten würde und wie es wohl auch nötig wäre tun sich somit auch in der Richtung sicher Möglichkeiten auf.
Deutschland wäre es Großbritannien auch schuldig nachdem die beim Eurofighter unter Einsatz signifikanter finanzieller und politischer Mittel dafür gesorgt haben dass die damaligen Deutschen Sparorgien dieses Flugzeug nicht ruinieren konnten.
Hätte sich Deutschland durchgesetzt wäre der Eurofighter eine Art Rafale geworden aber UK ging damals sogar so weit direkt die Deutsche Rüstungsforschung zu finanzieren.



Dass das FCAS als einzig wirklich konkrete Vorgabe "100 Mrd € Einsatz in 20 Jahren" hat ist leider wahr und geht zumindest auf Deutscher Seite (!) tatsächlich nicht auf die Industrie welche von Merkel&Company mit Tatsachen konfrontiert wurde zurück.
Airbus hat öffentlich bestätigt dass es so war.

Ob in dem Projekt schon irgendwas nennenswertes erarbeitet wurde würde ich auch bezweifeln.

Es gibt aus Deutscher Sicht wirklich keinen einzigen Grund dafür das FCAS fortzuführen.