Beitrag vom 09.01.2026 - 18:00 Uhr
Typisch deutscher "Bild-Zeitung Journalismus:
Mit: "Das ist passiert" wird Interesse geweckt.
Alles was berichtet wird: "ES kam zu technischen Unregelmäßigkeiten"
Auch wird im Artikel nicht über einen "medizinischen Notfall" berichtet.
Der Autor sollte seinen Lesern durchaus "zumuten" dass sie aus eigenem Verständnis davon ausgehen, dass der Grund für die Umkehr nach Frankfurt nicht die vergessene Zahnbürste eines Crew-Mitglieds war.
Beitrag vom 09.01.2026 - 22:17 Uhr
Typisch deutscher "Bild-Zeitung Journalismus:
Mit: "Das ist passiert" wird Interesse geweckt.
Alles was berichtet wird: "ES kam zu technischen Unregelmäßigkeiten"
Auch wird im Artikel nicht über einen "medizinischen Notfall" berichtet.
Der Autor sollte seinen Lesern durchaus "zumuten" dass sie aus eigenem Verständnis davon ausgehen, dass der Grund für die Umkehr nach Frankfurt nicht die vergessene Zahnbürste eines Crew-Mitglieds war.
Also, dieser Bericht ist überhaupt nicht Bild-Zeitungs-Journalismus, ganz im Gegenteil: Es wird zunächst kurz der Bericht des Aviation Herald über das Vorgefallene wiedergegeben. Der Aviation Herald gilt bekanntlich als einschlägiges Fachmagazin bei solchen Vorfällen. Dann wird eine Presseerklärung der Condor zu dem Vorfall zitiert. Das ist alles. Der Artikel enthält sich jeder Vermischung von Bericht und Meinungsäußerung, aller emotionalisierender Halbsätze, aller Clickbait-Hyperbeln, jeden "Ausrufezeichen-Lautsprechs" und aller Off-Topics - mithin aller typischen Bestandteile des Bildzeitungs-Stils.
Wäre der Vorfall im Bildzeitungs-Stil geschrieben worden, dann würde man hier in etwa Folgendes zu lesen bekommen:
"ENTSETZLICH!!! GRAUENVOLL!!! FURCHTBAR!!!
Condor-Passagiere wieder in Frankfurt gelandet: Todesangst!!! Deutsche Mutter (38): Panik an Bord!!! Piloten dem Erstickungstod nah!!! Mussten Sauerstoffmasken aufsetzen!!! Experte (53): Terroranschlag kann sein!!! Wurde möglicher Condor-Terror von SPD-Bürgergeld finanziert??? Alice Weidel fordert sofortigen Merz-Rücktritt!!!"
So liest sich dieser Text nun aber gerade nicht.
Dieser Beitrag wurde am 09.01.2026 22:32 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 10.01.2026 - 09:11 Uhr
Typisch deutscher "Bild-Zeitung Journalismus:
Mit: "Das ist passiert" wird Interesse geweckt.
Alles was berichtet wird: "ES kam zu technischen Unregelmäßigkeiten"
Auch wird im Artikel nicht über einen "medizinischen Notfall" berichtet.
Der Autor sollte seinen Lesern durchaus "zumuten" dass sie aus eigenem Verständnis davon ausgehen, dass der Grund für die Umkehr nach Frankfurt nicht die vergessene Zahnbürste eines Crew-Mitglieds war.
Also, dieser Bericht ist überhaupt nicht Bild-Zeitungs-Journalismus, ganz im Gegenteil: Es wird zunächst kurz der Bericht des Aviation Herald über das Vorgefallene wiedergegeben. Der Aviation Herald gilt bekanntlich als einschlägiges Fachmagazin bei solchen Vorfällen. Dann wird eine Presseerklärung der Condor zu dem Vorfall zitiert. Das ist alles. Der Artikel enthält sich jeder Vermischung von Bericht und Meinungsäußerung, aller emotionalisierender Halbsätze, aller Clickbait-Hyperbeln, jeden "Ausrufezeichen-Lautsprechs" und aller Off-Topics - mithin aller typischen Bestandteile des Bildzeitungs-Stils.
Wäre der Vorfall im Bildzeitungs-Stil geschrieben worden, dann würde man hier in etwa Folgendes zu lesen bekommen:
"ENTSETZLICH!!! GRAUENVOLL!!! FURCHTBAR!!!
Condor-Passagiere wieder in Frankfurt gelandet: Todesangst!!! Deutsche Mutter (38): Panik an Bord!!! Piloten dem Erstickungstod nah!!! Mussten Sauerstoffmasken aufsetzen!!! Experte (53): Terroranschlag kann sein!!! Wurde möglicher Condor-Terror von SPD-Bürgergeld finanziert??? Alice Weidel fordert sofortigen Merz-Rücktritt!!!"
So liest sich dieser Text nun aber gerade nicht.
Es lebe das Klischee
https://m.bild.de/regional/frankfurt/probleme-nach-dem-abflug-condor-crew-fliegt-mit-sauerstoffmasken-zurueck-6960a95efa56382de1f64140?t_ref=https%3A%2F%2Fhey.bild.de%2F Beitrag vom 10.01.2026 - 21:14 Uhr
Typisch deutscher "Bild-Zeitung Journalismus:
Mit: "Das ist passiert" wird Interesse geweckt.
Alles was berichtet wird: "ES kam zu technischen Unregelmäßigkeiten"
Auch wird im Artikel nicht über einen "medizinischen Notfall" berichtet.
Der Autor sollte seinen Lesern durchaus "zumuten" dass sie aus eigenem Verständnis davon ausgehen, dass der Grund für die Umkehr nach Frankfurt nicht die vergessene Zahnbürste eines Crew-Mitglieds war.
Also, dieser Bericht ist überhaupt nicht Bild-Zeitungs-Journalismus, ganz im Gegenteil: Es wird zunächst kurz der Bericht des Aviation Herald über das Vorgefallene wiedergegeben. Der Aviation Herald gilt bekanntlich als einschlägiges Fachmagazin bei solchen Vorfällen. Dann wird eine Presseerklärung der Condor zu dem Vorfall zitiert. Das ist alles. Der Artikel enthält sich jeder Vermischung von Bericht und Meinungsäußerung, aller emotionalisierender Halbsätze, aller Clickbait-Hyperbeln, jeden "Ausrufezeichen-Lautsprechs" und aller Off-Topics - mithin aller typischen Bestandteile des Bildzeitungs-Stils.
Wäre der Vorfall im Bildzeitungs-Stil geschrieben worden, dann würde man hier in etwa Folgendes zu lesen bekommen:
"ENTSETZLICH!!! GRAUENVOLL!!! FURCHTBAR!!!
Condor-Passagiere wieder in Frankfurt gelandet: Todesangst!!! Deutsche Mutter (38): Panik an Bord!!! Piloten dem Erstickungstod nah!!! Mussten Sauerstoffmasken aufsetzen!!! Experte (53): Terroranschlag kann sein!!! Wurde möglicher Condor-Terror von SPD-Bürgergeld finanziert??? Alice Weidel fordert sofortigen Merz-Rücktritt!!!"
So liest sich dieser Text nun aber gerade nicht.
Es lebe das Klischee
https://m.bild.de/regional/frankfurt/probleme-nach-dem-abflug-condor-crew-fliegt-mit-sauerstoffmasken-zurueck-6960a95efa56382de1f64140?t_ref=https%3A%2F%2Fhey.bild.de%2F
Ja, wenn nicht einmal mehr die Bildzeitung im Bildzeitungs-Stil schreibt, worauf soll man sich dann noch verlassen? - Danke für den Link! - Es gibt ein paar sehr gute neuere linguistische Studien zum Bildzeitungs-Stil. Zwei einschlägige fachwissenschaftliche Literaturverweise:
- Philipp Rohde: Eine Analyse der Techniken der Bild-Zeitung. München 2012.
- Tina Heppenstiel: Textgestaltung in der "Bild"-Zeitung. Textaufbau, Satzbau und Darstellungsformen. Saarbrücken 2012.
Daneben gibt es auch noch neuere politikwissenschaftliche und mediengeschichtliche Studien zur "Bild"-Zeitung, die ich jetzt aber mal draußen vor lasse.
Dieser Beitrag wurde am 10.01.2026 21:14 Uhr bearbeitet. Beitrag vom 11.01.2026 - 21:20 Uhr
Ja, wenn nicht einmal mehr die Bildzeitung im Bildzeitungs-Stil schreibt, worauf soll man sich dann noch verlassen? - Danke für den Link! - Es gibt ein paar sehr gute neuere linguistische Studien zum Bildzeitungs-Stil. Zwei einschlägige fachwissenschaftliche Literaturverweise:
- Philipp Rohde: Eine Analyse der Techniken der Bild-Zeitung. München 2012.
- Tina Heppenstiel: Textgestaltung in der "Bild"-Zeitung. Textaufbau, Satzbau und Darstellungsformen. Saarbrücken 2012.
Daneben gibt es auch noch neuere politikwissenschaftliche und mediengeschichtliche Studien zur "Bild"-Zeitung, die ich jetzt aber mal draußen vor lasse.
Gehört das zu einem Test, 15 Jahre alte Studien als "neuere" zu titulieren?