Beitrag vom 26.09.2008 - 19:32 Uhr
So verlockend auch die wirtschaftlichen Aussichten sein mögen: Solange nicht alle beteiligten Gewerkschaften vorhaltlos einem guten realistischen Restrukturierungsplan zustimmen, wird der CEO der LH kein Angebot abgeben können ohne nicht das Risiko zu laufen nachträglich unter das Messer des LH-AR zu geraten.
Es ist etwas anderes eine Tochtergesellschaft mit Eidgenossen zu führen als mit einer Minderheitsbeteiligung an dieser italienischen Veranstaltung teilzunehmen.
Beitrag vom 26.09.2008 - 19:49 Uhr
:D
Gut ausgedrückt, mir würden da andere Worte dazu einfallen.
Gruß
Beitrag vom 26.09.2008 - 20:28 Uhr
@Oldfly1 : Ich wollte sachlich bleiben; man könnte auch sagen, daß man immer darauf achten sollte, daß nach dem Händeschütteln über dem Tisch noch beide Arme am Körper geblieben sind.
Beitrag vom 26.09.2008 - 20:35 Uhr
LH. wird sich an Alitalia nicht oder aus politisch (abge-
sprochenen) Gründen minimal beteiligen. Sonst käme
vielleicht bald auch die LH. in Schwierigkeiten..!
Alitalia ist ein heissen Eisen.
Beitrag vom 26.09.2008 - 20:42 Uhr
Moin,
dass währe doch mal ein richtig schöner Aufmacher in der Bildzeitung..... :D
[b]Die Mafia pflückt sich die Lufthansa[/b]
Gruß :lol:
P.S. Mal was anderes als nur der Schrott den die immer machen, und in 2 Jahren ist die Bildzeitung auch in der Mafia, na wer sagt es denn "geht doch" auch mit dem Nachbarn. :wink:
Beitrag vom 26.09.2008 - 20:58 Uhr
@fg : Ich kann beim besten Willen keine politischen Gründe erkennen. Ganz Europa hat bisher mit grösstmöglicher Rücksicht die Politik von Berlusvconi begleitet: Ein Beispiel ist die bisher lange Verzögerung der Einleitung eines Strafverfahrens durch die EU-Kommission wegen unerlaubter Subventionierung der Alitalia durch den italienischen Staat. Die Geschichte lehrt daß zu groß gewordene nationale Fluggesellschaften kleiner Länder es sehr schwer haben ( Sabena, KLM, SAS, Swissair, AUA, Olympic, ......) zu überleben. Bei Alitalia kommt erschwerend hinzu, daß es eine italienische Fluggesellschaft ist. Ohne politisch motivierte Subventionen würde es in Kerneuropa nur 3-4 supranationale Carrier geben; die USA hat aktuell auch nicht viel mehr.
Beitrag vom 26.09.2008 - 21:48 Uhr
@oldfly1: Würde diese Variante des "MultiKulti"-Ansatzes langfristig tatsächlich die Grundfesten unseres wirtschaftlichen Potentiales erschüttern ? Fakt ist daß die italienische Mafia seit Jahrzehnten zunehmend und diskret in D investiert um "sichere" Anlagen zu haben; solange es Ihnen möglich ist halten sie sich dabei an unsere "Spielregeln"; Ausnahmen bestätigen die Regel. Alitalia jedoch wird sich nach wie vor in Italien und vornehmlich unter Italienern abspielen. Ich möchte nicht in Meirhofers Haut stecken.
Auf der anderen Seite gibt es in der Geschichte auch positive Beispiele : Jahrhunderte nach der endgültigen Zerstörung der Reste des Imperium Romanum" durch Alarich's Ostgoten gab es eine glückliche Episode Siziliens unter ihrem deutschen König Friedrich II? ! . Viele blonde süditalienische Mafiosi mit Sommersprossen zeugen noch heute von der einstigen innigen Harmonie des Zusammenlebens mit den Wikingern. Vielleicht wird ja Benedikt neuer AR-Vorsitzender der Nachfolgegesellschaft ?
Beitrag vom 26.09.2008 - 22:11 Uhr
[quote]Vielleicht wird ja Benedikt neuer AR-Vorsitzender der Nachfolgegesellschaft ? [/quote]
Warum auch nicht... von mafia'len Potential ausgehend spielen die Alitalia und Benedikts Verein ja in etwa in der selben Liga. Aber dann dauert es auch nicht mehr lange, bis der Ayatollah CEO beim Nachfolger von Lehmann Bros. wird.
Ernst beiseite... es kann eigentlich nur einen Grund geben, dass Maierheber und Konsorten sich das antun wollen würden: die AF/KLM da unten rauszuhalten. Der Markt ist ein interessanter, nicht von ungefähr gibt es sowohl bei LH Passage als auch bei LH Cargo Verbindungen mit der Air One. Dazu kommt der Junior-Partner Air Dolomiti und die Neustationierungen in MIL. Und sofern tatsächlich ein ordentlicher Plan auf dem Tisch liegt und die Gewerkschaften in Gänze den Schwanzvergleich einstellen, könnten marktstrategische Ã?berlegungen durchaus dazu führen, sich minderheitszubeteiligen.
Beitrag vom 27.09.2008 - 01:21 Uhr
[quote]die AF/KLM da unten rauszuhalten[/quote]
TakeoFFM77 hat Recht; dies ist wohl die Motivation; die Slots in MIL dürften für LH auch interessant sein, wenn sie mit Interkontinentalgeschäft in D verbunden werden.
Aber erst einmal wird die Pilotengewerkschaft den ganz ganz langen Schwanz zeigen und sich besonders teuer verkaufen. Und selbst wenn das gelöst sein sollte werden die Flugbegleiter und/oder Monteure sich wieder anders besinnen und danach die "Maierheber und Konsorten" derart geschwitzt und in Trance sein daß sie dann in den weiteren Verhandlungen wie reife Trauben am finalen Verhandlungstisch hängen als finales Desert für die avvocatos von Signore Berlusconi:
Spiele beherrschen die Lateiner besser als wir Barbaren; das hat sich nach Jahrtausenden nie geändert.
Beitrag vom 27.09.2008 - 10:29 Uhr
Nur zur Erinnerung, die Swiss ist definitiv Pleite gegangen. Die Flieger standen echt am Boden. Danach wurde eine neue Swiss unter Verwendung und auf Basis einer anderen Schweizer Fluggesellschaft gegründet. Erst als die (anderen) Besitzer dieser neuen Swiss die fortlaufenden Verluste nicht mehr tragen wollten war generell bei Besitzern und Personal das Verständnis für eine rein wirtschaftlich vernünftige Lösung gegeben. Das ganze zudem noch im Land der vernunftgeleiteten Eidgenossen war für LH schon eine solide Grundlage.
Was ist mit Alitalia? Nicht annähernd ein Vergleich. Selbst wenn auch die Piloten mitmachen (???), erst einmal sollte vor jeglicher Ã?berlegung die Umstrukturierung definitiv erfolgt sein. Erst wenn das reibungslos über die Bühne gegangen ist (woran ich Zweifel habe) sollte ein Investor (egal wer) sich einen Einstieg überlegen.
Dann meine ich auch nur unter der Bedingung einer Mehrheit oder zumindest der operativen Führung. Alles andere ist Selbstmord. Eine Minderheitsbeteiligung, die Berlosconi nur dazu dient weiter Geld zu verpulvern, wenn vielleicht etwas weniger als bisher, macht weder strategisch noch Ertragsmässig einen Sinn. Ich denke, Mayrhuber hört sich zunächst erst mal alles an und wartet dann ab.
Beitrag vom 27.09.2008 - 22:23 Uhr
Ich teile die Einschätzung von Runway. Vor zwei Tagen waren es noch die Pilotengewerkschaft welche die Zustimmung verweigerte, jetzt ist angeblich die Gewerkschaft der Flugbegleiter noch nicht bereit. Berlusconis Einladung an den LH-CEO und AF/KLM diente auch dazu den Widerstandsgeist der Belegschaft zu wecken : "Wir können es auch ohne die ... ". Nun gönnt man sich noch einmal 15 Tage Zeit. Auch frage ich mich, woher in diesem internationalen Finanzdesaster derzeit die angeblichen Investoren das Geld herbeischafffen wollen ? Hat schon mal jemand seriös die Finanzierungszusagen auf Substanz hin geprüft ?
In diesem Umfeld will man doch in Zukunft nachhaltig weit über den Durchschnitt liegende Gewinne sicher erzielen können bevor man sich auf ein solches Abenteuer einlässt. Wie sollen diese Gewinne bei der "neuen Alitalia" mit 2 ansonsten konkurrierenden Minderheitsaktionären erzielt werden, wenn doch die ganze Branche seit Jahrzehnten im Durchschnitt nur 0,35 % Gewinn vom Umsatz erzielt ? Haben da alle etwas übersehen ?
LH ist gut beraten in der jetzigen Situation davon die Finger zu lassen. Die Air Swiss- Ã?bernahme damals hatte ganz andere Voraussetzungen und ein geeignetes Umfeld. Auch die LH hatte in der Vergangenheit schon mit Ã?bernahmen Geld der Aktionäre verbrannt ( SkyChefs ).
Beitrag vom 30.09.2008 - 10:21 Uhr
Seit Tagen berichten die Zeitungen, daß die LH bis zu 49% der Alitalia übernehmen will; die einzigen die nichts dazu sagen ist die LH selbst. Diese Gerüchte werden gezielt von Berlusconi's Leuten geschürt, um Stimung zu machen und den Druck auf die LH zu erhöhen. Die Anwendung solcher Taktiken in diesem Stadium ist ein erneuter Beleg dafür, in welchem Umfeld sich die LH hier bewegt. Wie soll da selbst der beste Restrukturierungsplan gelingen ?