Community / Kommentare zu aktuellen Nachrichten / Amerikanische Airlinebranche in schw...

Beitrag 1 - 12 von 12
Beitrag vom 04.07.2008 - 16:14 Uhr
UserFlyAirbus
User (87 Beiträge)
Tja, das ist halt das Problem der Amis, man lebt einfach zum nächsten Tag. Sie haben es einfach versäumt die Flotten zu modernisieren als der Laden noch boomte. Jetzt haben sie die Quittung, und das zurecht.
Beitrag vom 04.07.2008 - 16:17 Uhr
UserAirTommy
User (804 Beiträge)
Das Problem greift weitaus tiefer. In Europa stehen den Airlines noch Währungseffekte zur Seite, ansonsten würde auch hier weitaus mehr Geld verbrannt.
Beitrag vom 04.07.2008 - 21:02 Uhr
UserClemi
Elektroniker
User (1111 Beiträge)
Schon vor 9/11 sah es nicht sehr roßig aus im US Airlinergeschäft! Es gibt einfach noch viel zu viele Ã?berkapizitäten. Die Flotte haben sie moderniesiert bloß nicht schnell genug.
Beitrag vom 04.07.2008 - 21:41 Uhr
Usernighthawk
EDDF
User (379 Beiträge)
Die Luftfahrtbranche wird sich darauf einstellen müssen, daß die Ã?lpreise sogar weiter steigen werden, und sogar innerhalb kürzester Zeit. Ende 2008 könnte der Rohölpreis locker bei 170 USD je Barrel liegen.

Neben dem längst überfälligen Abbau der Ã?berkapazitäten (für die die US-Airlines jetzt die Rechnung bekommen) müssen die US-Gesellschaften die Preise drastisch erhöhen, um profitabel zu fliegen und überhaupt überleben zu können. Das wird dazu führen, daß die Zeiten, in denen jedermann fliegen konnte, der Vergangenheit angehören. Das wiederum wird die Gesellschaften dazu zwingen, ihre Flotten weiter zu verkleinern und der Nachfrage anzupassen.

Man sollte diese Krise nicht auf die leichte Schulter nehmen, denn unter hohen Flugpreisen leiden alle -- Verbraucher (Gütertransport), die Tourismusbranche, die L&R-Industrie. Einzig die Umwelt profitiert von sinkenden Flugzahlen bzw. effizienter genutzten Flugzeugen, und die arabischen Fluggesellschaften -- denn hier muß nur für Flüge in einer Richtung Jet A1 teuer gekauft werden; in Dubai, Doha usw. wird Kerosin so günstig sein wie nirgendwo sonst auf der Welt. Damit haben Emirates & Co, sowieso auf dem Weg zur Marktführerschaft, einen unschlagbaren Standort- und Wettbewerbsvorteil.
Beitrag vom 04.07.2008 - 21:47 Uhr
UserGast
User (-4 Beiträge)
Frage: Und warum ist das Ã?l so teuer? Meines Wissens
kriegen die Förderländer kaum viel mehr als sonst.
Das sind wohl Spekulanten am Werk, die unseres
Basis zerstören. Oder?
Beitrag vom 04.07.2008 - 21:57 Uhr
Usernighthawk
EDDF
User (379 Beiträge)
@fg: Daß die Förderländer ihren Schnitt machen, darauf kannst Du wetten. Wenn das Ã?l 150 Dollar je Faß kostet, bekommt die Kohle nin erster Linie diejenigen, die an der Ã?lförderkette beteiligt sind (natürlich auch am Ende anteilig irgendwann Rohstofffondsinhaber, Aktionäre, etc.).

Das Witzige an der Sache ist: Die Verfechter des absoluten Kapitalismus bekommen einen richtig schönen Tritt in den Hintern, weil sich der Preis nunmal nach Angebot und Nachfrage richtet (so eine Ã?berraschung! ;), und bekommen plötzlich das große Heulen und Zähneklappern. *g*

Der Verbrauch übersteigt derzeit die Produktionskapazität. Ob die Ã?lförderländer ihre Quoten nicht erhöhen können oder wollen, darüber streiten die Experten. So lange die Nachfrage anhaltend hoch ist, wird der Preis steigen, so funktioniert Marktwirtschaft nunmal (und das ist ja auch in Ordnung so).

Das hat nebenbei auch positive Effekte: Größere Sparsamkeit/mehr Effizienz von Verbrennungsmotoren, Hinwendung zu alternativen Energien, mehr Ausgaben für Forschung in diesem Bereich, mehr Nachfrage nach Alternativen (siehe Erdgasantrieb, Wasserstoff, etc.)
Beitrag vom 04.07.2008 - 23:28 Uhr
UserGast
User (-4 Beiträge)
Stimmt. Ich glaube aber, dass Massentourismus und Billigairlines
bald der Vergangenheit angehören werden. Langsam ist Schluss
mit lustig, es wird nun viel zu teuer - der Luxus Fliegen scheint
für die Menge langsam wegzubrechen. Nun fahren sie vielleicht
wieder mehr zur Nordsee oder in den Schwarzwald.
So wird es wohl bald kommen.
Denn Hunold geht pleite, legt er weiter drauf.
Der kann nicht billiger fliegen, als alles zusammen kostet.
Beitrag vom 05.07.2008 - 04:27 Uhr
UserBlablupp
User (141 Beiträge)
@nighthawk: wenn freie marktwirtschaft wäre, hätte ich nicht so sorgen um den ölpreis ;)

das problem ist halt, das das meiste öl in staaten mit regulierten märkten liegt.
d.h. die jeweiligen regierungen bzw. alle zusammen, beschließen, wieviel öl sie produzieren wollen.
d.h. sie können das angebot recht stark regeln, natürlich können sie nicht unbegrenzt produzieren, aber sie könnten zT mehr investieren um die produktion langfristig zu erhöhen.

leider ist das interesse daran nicht besonders groß, denn für sie hat der hohe ölpreis ja auch eine menge vorteile! Er spühlt ihnen unmengen an geld in die kassen :D
aber die interessen sind auch sehr unterschiedlich, zB Saudi-Arabien ist immoment sehr stark dafür zumindest in symbolisch akten seine produktion auszuweiten..


2. problem für den ölpreis ist der schwache dollar, dadurch, dass der dollar so stark gefallen ist, musste der ölpreis steigen, weil der niedrigere preis mehr nachfrage im nicht dollar raum erzeugte. Naja haupt profiteur davon sind die energiekonzerne, die ihre preise mit den unterschieden in den weltmarktpreisen zum großteil anpassen, d.h. sie berücksichtigen kaum die währungseffekte. Ein grund für die hohe profit margin ;)

insgesamt gibts halt viele gründe, noch die steigende nachfrage aus den schwellen ländern, zu wenig investitionen,

alles zusammen hat dann halt den effekt, dass der preis steigt. und das ist gefährlich für die gesamtwirtschaft, denn es ist ein inflation auf kostenbasis und nicht aufgrund höherer nachfrage. Die 2. art kann man recht effektiv bekämpfen, aber die erste kann halt stagflation auslösen....

naja mal schauen wie es sich entwickelt. hoffe für die gesamtwirtschaft, das die real löhne gleich bleiben oder nur leicht steigen.

lg Lars

PS: Ist schon recht eigtl um über sowas nachzudenken ^^ wenn nen paar fehler drin sind, wisst ihr worans gelegen hat :D
Beitrag vom 05.07.2008 - 23:37 Uhr
UserGast
User (-4 Beiträge)
Wie auch immer: Die goldenen Zeiten scheinen
vorbei zu gehen. Irgendwann wird aus einem
Engpass ein Treibstoffmangel. Und dann ist
alles zu spät, wenn nicht endlich alternative
ernstzunehmende Antriebsalternativen kommen.
Dann können wir wieder nur noch mit dem Radl fahren.
Keine Angst, passiert nicht: Alternativen sind schon
ziemlich kurzfristig möglich.
Beitrag vom 08.07.2008 - 10:39 Uhr
UserInside Man
Moderator
Welche Ursache steht dem hohen Rohölpreis gegenüber?

a) der schwache Dollar
b) die OPEC mit ihren restriktiven Fördermengen
c) Exxon, Shell, Chevron etc.
d) Spekulationen an Rohstoffmärkten
e) der Irak-Krieg
f) die Iran-Krise
g) die weltweite hohe Nachfrage
h) all of the above

Nur (h) ist richtig.

Der Ã?lpreis wird fallen wenn
a) ein Demokrat Präsident der USA wird
b) sich die Lage im Nahen Osten entspannt
c) der Irak Ã?l in ausreichender Menge fördern und verschiffen kann
d) die Weltwirtschaft in eine Rezession rutscht und die Nachfrage einbricht

(a) ist wohl sehr sicher, (b) wird wohl nie geschehen, aber zumindest vielleicht im Irak und Iran in ein paar Jahren, (c) hat wohl gerade angefangen und (d) lässt bestimmt nicht mehr lange auf sich warten.

Meine ganz persönliche und subjektive Meinung ist, daß wir bis Ende des Jahres noch bis an die $200 / Barrel sehen könnten und sich in 2009 der Preis bei knapp unter $100 einpendeln wird, bis denn dann tatsächlich irgendwann die Ã?lreserven zur Neige gehen...
Beitrag vom 08.07.2008 - 11:15 Uhr
UserOldfly1
*
User (1570 Beiträge)
Moin,

@Runway, so oder so ähnlich sehe ich das auch.

Aber zwei Punkte hast Du vergessen.

Die Spekulanten und China, später kommen vielleicht auch noch die Neu dazu gekommen Asiatischen Staaten dazu.

Ich könnte mir Vorstellen das der  >Ã?lpreis< durchaus auch bis auf die 250iger oder gar 300 Marke hochschießen könnte, kommt ganz drauf an wie aggressive wir in die Rezession verfallen werden an.

Die Regierungen werden auch den Verbrauch Rationieren bzw begrenzen müssen, wie mir aus verlässlicher Quelle mitgeteilt wurde wird daran schon gearbeitet, diese meine Info gilt aber nur für Europa.

Vom derzeitigen G8 Gipfel ist glaube ich nicht mehr viel zu erwarten, dort wird nur die heiße Luft produziert die uns alle ins Schwitzen bringt.

Das USA jetzt eingelenkt hat ist ein Skandal eigentlich, beim Schachspiel würde man sagen Er hat sich aus der Matt Zone gezogen, aber der Hammer kommt ja erst noch.

Gruß

Edit: Spekulanten hattest Du in deinem Punkt d. erwähnt aber als falsch befunden, ich finde das die unmittelbar dazu zählen müssen.
Beitrag vom 08.07.2008 - 14:04 Uhr
UserRunway
User (2975 Beiträge)
Es gibt mehrere Ursachen für die besondere Krise des US-Marktes. Es liegt aber nicht vornehmlich daran das die Flotten nicht modernisiert wurden. Auch dort gibt es viele moderne Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge. Vielmehr gibt es zu viele Flugzeuge auf einem sehr wettbewerbsintensiven Markt.

Warum gibt es zu viele Flieger?. Viele alte Flieger benötigen zwar mehr Sprit, waren aber oft abgeschrieben und haben damit keine Kapitalkosten verursacht. Man konnte sie also auf Verschleiß fliegen und damit konnten sie (zumindest bis zur nächsten Generalüberholung) mit modernen Maschinen bei den Gesamtkosten noch mithalten.

Eine Beispielsrechnung: Ein alter Flieger benötigt pro Flugstunde 800 Liter mehr als neue Flieger. Bei angenommenen 10 Flugstunden also 8000 L. Diese Menge hat bis vor wenigen Jahren vielleicht Zusatzkosten von Euro 1500,- gekostet, also relativ wenig. Heute kostet der gleiche Mehrverbrauch plötzlich Euro 5500,- und das täglich. Wenn die Ticketerlöse ohnehin schon kaum kostendeckend sind kann man sich ausmalen was das bedeutet.

Wenn es jetzt heißt es würden alte Flieger stillgelegt weiß man bei dieser Sachlage auch warum. Es bleibt nur zu hoffen, dass die Gesellschaften diese Dinger wirklich verschrotten und nicht wieder nur in der Wüste abstellen um dann bei zeitweise sinkendem Ã?lpreis das gleiche Spiel zu praktizieren.

Noch etwas zum Ã?lpreis. Jawohl, Mineralölfirmen und Spekulanten verdienen prächtig. Das ist bei jedem mangelhaft verfügbaren Produkt so. Trotzdem sind diese Gruppen anders als früher nicht mehr die wirklichen Hauptakteure und auch nicht die Hauptschuldigen. Das sind inzwischen die ölförnderten Staaten oder halbstaatlich gegängelte Firmen. In Zeiten überreichen Angebots konnten Mineralölfirmen die Förderländer gegeneinander ausspielen. Das ist aber für alle Zeiten vorbei.