Community / Kommentare zu aktuellen Nachrichten / Boeing akzeptiert Milliardenstrafe

Beitrag 1 - 10 von 10
Beitrag vom 08.01.2021 - 08:47 Uhr
UserGroße Krügerkl..
User (229 Beiträge)
Es war klar das Boeing als nationales Dekmal mit milden Strafen davon kommt.
2,5 Mrd.$?

Das ist ein Witz gegen Deepwater Horizon oder VW.


Bei den USA bleibt auch in hinblick auf die Zölle und auf Nord Stream 2 zu sagen: Wer als Deutschland solche Freunde hat, brauhct wirklich keine Feinde mehr. Das wäre zuviel.
Beitrag vom 08.01.2021 - 09:34 Uhr
UserVJ 101
User (724 Beiträge)
Eine hohe Strafzahlung wäre kaum möglich, da sie Boeing im bereits sehr schwierigen Umfeld so schwächen würde, dass es existenzgefährdend würde.
Beitrag vom 08.01.2021 - 09:52 Uhr
UserEricM
User (2612 Beiträge)
Ich reg mich ja nicht mal über die Höhe der Summe auf. Das ist nur Geld.
Mich ärgert mehr dass hier Personen, die persönlich mit Schuld am Tod hunderter Menschen sind, durch modernen Ablasshandel ein Strafverfahren umgehen können.
Nicht nur dass sie straffrei davonkommen, sie werden nicht mal angeklagt.

Und was lernen wir daraus?
Menschen durch bewusste Entscheidungen für fehlerhafte Produkte umzubringen ist offenbar akzepzabel - wenn man wie Boeing die richtigen Freunde in der Politik und das notwendige Kleingeld hat.

Wo ist der Korrekturfaktor, der solche - bewussten - Entscheidungen in Zukunft unterbindet?
Viel Spass in allen zukünftigen Boeing Produkten...
Beitrag vom 08.01.2021 - 09:56 Uhr
Usercontrail55
User (2282 Beiträge)
Es war klar das Boeing als nationales Dekmal mit milden Strafen davon kommt.
2,5 Mrd.$?

Das ist ein Witz gegen Deepwater Horizon oder VW.
Das sind aber auch Äpfel und Birnen.
Nur ein Bruchteil war damals die Strafe, der Rest ging an die 5 betroffenen Bundestaaten für Aufräumarbeiten und Kompensation der Fischer als Kompensation zur Vermeidung von Einzelklagen. Das ist hier anders. Alle Zahlungen dieses Abkommens an die Airlines und Angehörigen kommen on Top zu den individuellen Klagen oder Vereinbarungen.

Der entschsidende Punkt der Vereinbarung ist, dass eine Verurteilung vermieden werden sollte. Wenn eine Firma schuldig gesprochen wird, dann ist sie aus allen militärischen Aufträgen raus. Das galt es zu vermeiden und war bei BP kein Thema.

Daher lässt sich da nur sehr bedingt vergleichen.
Beitrag vom 08.01.2021 - 10:12 Uhr
Usercontrail55
User (2282 Beiträge)
Ich reg mich ja nicht mal über die Höhe der Summe auf. Das ist nur Geld.
Mich ärgert mehr dass hier Personen, die persönlich mit Schuld am Tod hunderter Menschen sind, durch modernen Ablasshandel ein Strafverfahren umgehen können.
Nicht nur dass sie straffrei davonkommen, sie werden nicht mal angeklagt.
Das ist falsch. Das Urteil spricht ausdrücklich davon, dass durch die Einigung nur die Firma für ihr Verhalten und Organnisation bestraft wird. Individuelle Klagen gegen einzelne Beteiligte, zB wegen Justizbehinderung oder Falschaussagen, sind hiervon nicht betroffen.

Und was lernen wir daraus?
Nicht aus einer zusammenfassenden dpa Meldung ein Urteil bilden ;-)
Beitrag vom 08.01.2021 - 10:12 Uhr
UserViri
User (800 Beiträge)
Und währenddessen muss VW bis zu 11Mrd $ Strafe befürchten, weil deren Diesel zu viele Abgase in die Luft pusten. Merke: finanzieller Schaden wiegt einfach höher als Menschenleben.
Beitrag vom 08.01.2021 - 10:14 Uhr
UserKate Austen
User (515 Beiträge)
Man kann sich in den USA also außergerichtlich einigen, wenn 346 Leute getötet werden. Quantifiziert wird der Wert eines jeden Toten dann mit ca. 1.4 Mio USD.

Und Boeing entblödet sich in der Stellungnahme nicht das auch noch nur 2 (in Worten: zwei!) Mitarbeitern umzuhängen, "...dass es bei den Strafen um das Verhalten zweier Ex-Mitarbeiter gehe. Diese hätten ein für das Piloten-Training zuständiges FAA-Gremium absichtlich über Änderungen am MCAS genannten Steuersystem der 737 Max getäuscht."

Dieser Beitrag wurde am 08.01.2021 10:16 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 08.01.2021 - 10:49 Uhr
UserEricM
User (2612 Beiträge)
Das ist falsch. Das Urteil spricht ausdrücklich davon, dass durch die Einigung nur die Firma für ihr Verhalten und Organnisation bestraft wird. Individuelle Klagen gegen einzelne Beteiligte, zB wegen Justizbehinderung oder Falschaussagen, sind hiervon nicht betroffen.

Das wäre zwar zu wünschen, aber strafrechtlich hat die Firma damit die Verantwortung übernommen und per Vergleich die Klage ohne Verurteilung oder Schuldeingeständnis beigelegt.
Was noch kommen kann/wird für Boeing oder die Mitarbeiter sind Zivilklagen um Schadenersatz.
Aber strafrechtlich sollte diese Sache damit tatsächlich gelaufen sein.
Beitrag vom 08.01.2021 - 11:05 Uhr
UserViri
User (800 Beiträge)
Man kann sich in den USA also außergerichtlich einigen, wenn 346 Leute getötet werden. Quantifiziert wird der Wert eines jeden Toten dann mit ca. 1.4 Mio USD.

Und Boeing entblödet sich in der Stellungnahme nicht das auch noch nur 2 (in Worten: zwei!) Mitarbeitern umzuhängen, "...dass es bei den Strafen um das Verhalten zweier Ex-Mitarbeiter gehe. Diese hätten ein für das Piloten-Training zuständiges FAA-Gremium absichtlich über Änderungen am MCAS genannten Steuersystem der 737 Max getäuscht."

So sieht es wohl aus. Wohlgemerkt geht der Löwenanteil der Strafen an die Airline-Kunden als Entschädigung. Lediglich 500mio sind für die Familien der Hinterbliebenen und nur ein kleiner Teil eine tatsächliche Strafzahlung.
Beitrag vom 08.01.2021 - 12:55 Uhr
Usercontrail55
User (2282 Beiträge)
Man kann sich in den USA also außergerichtlich einigen, wenn 346 Leute getötet werden. Quantifiziert wird der Wert eines jeden Toten dann mit ca. 1.4 Mio USD.
Das ist keine außergerichtliche Einigung. Boeing gebommt einen Strafzettel und zahlt den. Wenn Sie einen Strafzettel bekommen, den zahlen und nicht dagegen klagen, dann ist das ja auch keine außergerichtliche Einigung.
Die Höhe des Strafzettels wird gemäß einer Formel ermittelt, den US Sentencing Guidelines, und ja, daraus ergibt sich auch der Wert eines Menschlebens. Der Wert liegt in etwa im globalen Mittel der Kompensationen. Das ist aber nur der Strafzettel. Das ist ähnlich dem Straßenverkehr. Da bekommen Sie eine Strafe, laut Katalog, wenn Sie bei rot über die Ampel fahren. Die Kompensation für entstanden Schäden klären Sie mit dem Geschädigten.
Die individualrechtlichen Ansprüche sind davon unberührt. Wichtig ist jedoch, dass es ein Schuldeingeständnis gibt. Das macht es für die Hinterbleibenen jetzt einfacher.


Dieser Beitrag wurde am 08.01.2021 14:09 Uhr bearbeitet.