Community / Kommentare zu aktuellen Nachrichten / Boeing gesteht Betrug von US-Regieru...

Beitrag 1 - 11 von 11
Beitrag vom 08.07.2024 - 10:16 Uhr
UserGaidi
User (66 Beiträge)
Solange die Leute an der Spitze eines Konzerns nicht direkt belangt werden können und sie weiter ihre Boni bekommen, wird sich nichts ändern.
Und weil die Politik diese Leute verschonen wird, sowohl, weil sie der Politik zu wichtig sind, weil direkt oder indirekt Geldgeber, und sie ihnen zu nahe stehen, auch auf "Verantwortungsebene", wird sich auch die Politik weigern, entsprechende Regelungen einzuführen, die solche Konzernleiter*innen entsprechend verantwortlich machen können.
Der einzige Grund, warum sich Boeing (und andere Konzerne in anderen Industriezweigen ja auch) evtl. ändern wird, ist die Angst, dass sie schlichtweg pleite gehen.
Das ist gar nicht so abwegig, ich mache jede Wette, dass man dort schon länger darüber nachdenkt, die Sparten Zivil, Space und Militär zu trennen und dann die zivile Sparte einfach eingehen lässt. Man kann ja dann ein neues Unternehmen aufmachen, dass dann einen anderen Namen trägt und die gesamten Verantwortlichkeiten und Belastungen nicht mehr hat.
Unter einer zukünftigen Trump Regierung würde ich mich auch nicht wundern, wenn viele der jetzt bestehenden Probleme für Boeing auch einfach kassiert werden, damit ein solch wichtiger Konzern für MAGA wieder zum Atmen kommt... Immunität für entsprechende Präsidenten-Erlasse hat er sich ja schon zusichern lassen.
Es ist echt ein Jammerspiel und eine Farce, was sich da abspielt. So schlimm war es selbst bei Airbus in ihren üblen Zeiten nicht.
Beitrag vom 08.07.2024 - 11:29 Uhr
Userleonpd
User (75 Beiträge)
Na da bin ich ja froh dass die Lufthansa Group 40+40 dieser wunderbaren fliegenden Särge bestellt hat. Das schafft Vertrauen.
Beitrag vom 08.07.2024 - 14:33 Uhr
UserFRAHAM
User (693 Beiträge)
Lufthansa galt bei Boeing schon zu Zeiten der guten alten 727/737/747 Reihen als kritischer Kunde, der alle Produktionsschritte mal mehr und mal weniger stark mit eigenem Personal begleitet und Qualitäts-/Produktionsmängel intensiv bereits im Bau versucht zu finden.

Wenn sie das hier genauso gründlich treiben, habe ich da keine Bedenken.
Und das eine Maschine am Ende nicht so schlimm ist wie ihr Ruf, kennt man auch schon von der guten alten DC-10.
Beitrag vom 08.07.2024 - 16:44 Uhr
UserF11
einfach nur interessierter Pax
User (380 Beiträge)
Lufthansa galt bei Boeing schon zu Zeiten der guten alten 727/737/747 Reihen als kritischer Kunde, der alle Produktionsschritte mal mehr und mal weniger stark mit eigenem Personal begleitet und Qualitäts-/Produktionsmängel intensiv bereits im Bau versucht zu finden.
Na, aber das waren andere Zeiten, da standen Sicherheit und Qualität bei Boeing noch hoch im Kurs. jetzt zählt nur noch der Profit.

Wenn sie das hier genauso gründlich treiben, habe ich da keine Bedenken.
Und das eine Maschine am Ende nicht so schlimm ist wie ihr Ruf, kennt man auch schon von der guten alten DC-10.
Auch hier gilt: auch bei der DC10 waren Ingenieure und Arbeiter noch um gute Arbeit bemüht, bei den Ingenieuren heute weiß man es nicht so genau, aber bei der Produktion ist "Mitdenken", "Qualitätsdenken" und "Sicherheitsdenken" augenscheinlich zur Zeit nicht oder nur wenig erwünscht. Ob daran die LH was ändern kann ?
Beitrag vom 09.07.2024 - 07:18 Uhr
Usermuckster
User (438 Beiträge)
Und sie haben Boeing wieder davonkommen lassen mit einer Geldstrafe und einem Plea Deal. Unfassbar.

 https://apnews.com/article/boeing-guilty-plea-crashes-245a38dc6d3082f4ddff1f6f74f274f2

Man vergleiche mal, wie die US-Justiz auf den Abgasskandal bei VW reagiert hat. Ein Betrug, natürlich, aber zumindest ohne dass Leib und Leben in Gefahr waren.

Einfach unfassbar.
Beitrag vom 10.07.2024 - 11:15 Uhr
Userskybar
User (6 Beiträge)
@muckster: da muss ich zustimmen.

unglaublich wie unfair Prozesse in den USA laufen. Klar hat VW gemogelt und es gehört bestraft, aber setzt man den Betrug von Boing dazu ins Verhältnis und betrachtet die Strafen, kann man nur noch den Kopf schütteln...
Beitrag vom 10.07.2024 - 17:29 Uhr
Userfbwlaie
User (4955 Beiträge)
Boeing hat dazu gelernt:
"Boeing-Chefingenieur Howard McKenzie hatte bei einer Anhörung im US-Senat ausgeschlossen, dass Southwest 746 in einem Zusammenhang mit der Konstruktion der 737 MAX stehen könnte - und den Ermittlungen des NTSB nach Einschätzung der Behörde mit dieser Äu...".
Also lag es entweder am Wetter oder an den Piloten - wie bei den Abstürzen.
Beitrag vom 10.07.2024 - 17:59 Uhr
UserKosmopolit
User (254 Beiträge)
Und sie haben Boeing wieder davonkommen lassen mit einer Geldstrafe und einem Plea Deal. Unfassbar.

 https://apnews.com/article/boeing-guilty-plea-crashes-245a38dc6d3082f4ddff1f6f74f274f2

Man vergleiche mal, wie die US-Justiz auf den Abgasskandal bei VW reagiert hat. Ein Betrug, natürlich, aber zumindest ohne dass Leib und Leben in Gefahr waren.

Einfach unfassbar.

Die Summen sind unglaublich - 250 Mio. $. für Boeing.

"In April 2017, a US federal judge ordered Volkswagen to pay a $2.8 billion criminal fine for "rigging diesel-powered vehicles to cheat on government emissions tests"

"As of 1 June 2020, the scandal had cost VW $33.3 billion in fines, penalties, financial settlements and buyback costs"

BP bei Deepwater Horizon:
" BP and the Department of Justice agreed to a record-setting $4.525 billion in fines and other payments. As of 2018, cleanup costs, charges and penalties had cost the company more than $65 billion"


In April 2016, BP agreed to pay $20.8 billion in fines, the largest environmental damage settlement in United States history.

Es ist Industriepolitik.....

Boeing zahlt eine Millionensumme, weil sie die Behörden angelogen haben, was 350 Menschen das leben gekostet hat.
In meinen Augen war das Mord.

Die nicht US Unternehmen, haben Mrd. gezahlt - das 10 Fache an Strafen, aber VW hat man über die Buybacks total zerlegt. Die Autos waren fahrtüchtig, aber sie mussten die alle zurückkaufen.

BP hat einfach das 100 fache bezahlt.

Wenn man die USA als Freund hat, braucht man keine Feinde mehr.
Beitrag vom 10.07.2024 - 19:06 Uhr
UserNiedersachsenHans
User (216 Beiträge)
Und sie haben Boeing wieder davonkommen lassen mit einer Geldstrafe und einem Plea Deal. Unfassbar.

 https://apnews.com/article/boeing-guilty-plea-crashes-245a38dc6d3082f4ddff1f6f74f274f2

Man vergleiche mal, wie die US-Justiz auf den Abgasskandal bei VW reagiert hat. Ein Betrug, natürlich, aber zumindest ohne dass Leib und Leben in Gefahr waren.

Einfach unfassbar.

Die Summen sind unglaublich - 250 Mio. $. für Boeing.

"In April 2017, a US federal judge ordered Volkswagen to pay a $2.8 billion criminal fine for "rigging diesel-powered vehicles to cheat on government emissions tests"

"As of 1 June 2020, the scandal had cost VW $33.3 billion in fines, penalties, financial settlements and buyback costs"

BP bei Deepwater Horizon:
" BP and the Department of Justice agreed to a record-setting $4.525 billion in fines and other payments. As of 2018, cleanup costs, charges and penalties had cost the company more than $65 billion"


In April 2016, BP agreed to pay $20.8 billion in fines, the largest environmental damage settlement in United States history.

Es ist Industriepolitik.....

Boeing zahlt eine Millionensumme, weil sie die Behörden angelogen haben, was 350 Menschen das leben gekostet hat.
In meinen Augen war das Mord.

Die nicht US Unternehmen, haben Mrd. gezahlt - das 10 Fache an Strafen, aber VW hat man über die Buybacks total zerlegt. Die Autos waren fahrtüchtig, aber sie mussten die alle zurückkaufen.

BP hat einfach das 100 fache bezahlt.

Wenn man die USA als Freund hat, braucht man keine Feinde mehr.


Leider haben Sie damit Recht!
Auf der anderen Seite muss man das als Subvention für Boeing betrachten, denn hätte man solche Strafen wie bei den genannten Fällen verhängt, könnte Boeing angesichts ohnehin schwieriger finanziellen Situation gleich Konkurs anmelden müssen.
Beitrag vom 11.07.2024 - 09:58 Uhr
Usertriangolum
User (278 Beiträge)
Boeings neue Geldstrafe beträgt durchschnittlich 222.000 US-Dollar pro Tag über drei Jahre

Im Jahr 2006 zahlte Boeing 615 Millionen Dollar Strafe für den Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen und den Tanker-Leasingskandal der Air Force im Jahr 2001. Heute entspricht das mehr als 958 Millionen Dollar. Es war bis dahin die höchste Geldstrafe für einen Rüstungskonzern.

Boeing werde "ein effektives Ethik- und Compliance-Programm aufrechterhalten und dabei ein besonderes Augenmerk auf die Einstellung ehemaliger Regierungsbeamter und den Umgang mit Informationen über Wettbewerber legen", hieß es in der Erklärung des Justizministeriums. ( LA Times , 16. Mai 2006). Kommt Ihnen das bekannt vor?

Im Jahr 2020 zahlte Airbus dem Justizministerium Bußgelder in Höhe von 527 Millionen US-Dollar (heutiger Gegenwert: 620 Millionen US-Dollar) wegen Verstößen gegen Bestechungsgesetze und US-amerikanische ITAR-Vorschriften. ITAR schränkt Technologietransfers ein.

Bei keinem dieser Vorfälle kam jemand ums Leben, und auch die Sicherheit war nicht gefährdet. Boeing hat nun in zwei Tranchen 487,2 Millionen Dollar Strafe gezahlt (inflationsbereinigt 539,2 Millionen Dollar).

Würde Boeings neue Strafe auf drei Jahre verteilt, läge sie bei 222.465 Dollar pro Tag. In den täglichen Ausgaben von Boeing würde sie kaum ins Gewicht fallen.

Würde Boeing 38 MAX-Flugzeuge pro Monat produzieren, beläuft sich die Strafe auf 185.387 Dollar pro Flugzeug.
 https://leehamnews.com/2024/07/08/boeing-to-plead-guilty-to-new-criminal-charges-related-to-max-crisis/

Airbus wurde härter Bestraft für "Korruption". Hier jedoch gab es für Boeing erst eine Strafe, sie verstießen innerhalb der Bewährung wieder dagegen, sogar mehrfach, eigentlich in jedem Punkt, und es gibt wieder nur eine Geldstrafe.
Der Richter muss dem Deal jedoch noch zustimmen. Ich hoffe, er macht es nicht und bringt Boeing damit vor Gericht wo alles, wirklich alles auf den Tisch kommt.
Beitrag vom 11.07.2024 - 10:19 Uhr
UserDaemotron
User (127 Beiträge)
Airbus hat deutlich mehr bezahlt; die Strafe belief sich auf insgesamt 3,9 Milliarden Dollar - nur ging die nicht komplett an die US Justiz, sondern auch an die französische AFA und das britische SFO.

Siehe  https://www.justice.gov/opa/pr/airbus-agrees-pay-over-39-billion-global-penalties-resolve-foreign-bribery-and-itar-case

Dass die USA ihre extraterritorialen Gesetze als Wirtschaftswaffe einsetzen, war damals schon kein Geheimnis. Die EU tut das auch, nur eben nicht mit Exportkontrolle oder Antikorruption, sondern mittels Wetteberbsrecht und Datenschutz (frag mal Apple, Google oder Amazon...).

Trotzdem ein extrem schlechtes Zeichen, dass Boeing quasi wieder auf Bewährung davonkommt, wo sie doch gerade gegen Bewährungsauflagen verstoßen haben. Mich würde nicht wundern, wenn bei einem erneuten Vorfall außerhalb der USA sich die Justiz des betroffenen Landes schnell für zuständig erklärt und selbst ein Verfahren durchführt, dann ggf. mit ganz anderem Ausgang.

Dieser Beitrag wurde am 11.07.2024 10:24 Uhr bearbeitet.