Community / Kommentare zu aktuellen Nachrichten / Boeing rechnet mit weiterem Gegenwind

Beitrag 1 - 14 von 14
Beitrag vom 24.05.2024 - 07:15 Uhr
UserEricM
User (5596 Beiträge)
Im zweiten Quartal dürfte wie bereits in den ersten drei Monaten des Jahres Milliarden an Dollar für die Sanierung des Flugzeugbauers vonnöten sein, sagte Finanzchef Brian West am Donnerstag.
Damals hatte Boeing knapp vier Milliarden Euro an Barmitteln für die Restrukturierung aufgewendet - im laufenden Quartal könnten es sogar mehr sein, sagte West.

Boeing hat noch nicht mal richtig angefangen, seinen Laden in Ordnung zu bringen. Sie müssen knapp ein Virteljahrhundert an Know-How Verlust, Verlust von Führungskultur, Verlust von Selbst-Anspruch der Mitarbeiter umdrehen. Sie müssen diejenigen Führungskräfte finden und entfernen, die dieses System mit getragen haben.
Zusätzlich müssen sie Engineering Fehlentscheidungen dieses Zeitraums in allen noch aktiven Linien finden, korrigieren, nachzertifizieren und gefähliche Defekte in in diesem Zeitraum ausgelieferten Maschinen im Feld korrigieren.

Alleine was man als externer über dieses "technical debt" von Boeing in Entwicklung und Produktion weiß, läßt diese 4 Milliarden des ersten Quartals eher wie eine Beruhigungspille aussehen.

Das ist kein "Gegenwind" ... das sind die Ziegelsteine der Wand, an die Boeing gefahren wurde.

Dieser Beitrag wurde am 24.05.2024 07:25 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 24.05.2024 - 08:46 Uhr
UserAndreas2024
User (7 Beiträge)
Sehe ich auch so. Man sieht wie wichtig es ist bei HighTec Produkten keine Entwicklungsleeräume entstehen zu lassen und Wissen auf die Strasse zu setzen. Hoffentlich erkennt das die Regierung auch bald bzgl. des Eurofighters denn sonst heisst es so schön wie in einer Sendung; "Dann ist es halt Mal weg!"
Beitrag vom 24.05.2024 - 10:09 Uhr
UserMHalblaub
User (786 Beiträge)
Sehe ich auch so. Man sieht wie wichtig es ist bei HighTec Produkten keine Entwicklungsleeräume entstehen zu lassen und Wissen auf die Strasse zu setzen. Hoffentlich erkennt das die Regierung auch bald bzgl. des Eurofighters denn sonst heisst es so schön wie in einer Sendung; "Dann ist es halt Mal weg!"

Erinnert mich stark an die verfehlte Industriepolitik der letzten Kanzlerin in Bezug auf Solarzellen und Windkraftanlagen. Da wurde vermeintlich wirtschaftsliberale Flagge hochgehalten und nicht gemerkt, die anderen Gelben subventionieren wie blöde. Jeder subventioniert aktuell nur die gelben Nullen hängen an der schwarzen Null. Der sichtbare Erfolg: Deutschland ist das Schlusslicht.
Beitrag vom 24.05.2024 - 12:21 Uhr
UserEricM
User (5596 Beiträge)
Sehe ich auch so. Man sieht wie wichtig es ist bei HighTec Produkten keine Entwicklungsleeräume entstehen zu lassen und Wissen auf die Strasse zu setzen. Hoffentlich erkennt das die Regierung auch bald bzgl. des Eurofighters denn sonst heisst es so schön wie in einer Sendung; "Dann ist es halt Mal weg!"

Erinnert mich stark an die verfehlte Industriepolitik der letzten Kanzlerin in Bezug auf Solarzellen und Windkraftanlagen. Da wurde vermeintlich wirtschaftsliberale Flagge hochgehalten und nicht gemerkt, die anderen Gelben subventionieren wie blöde. Jeder subventioniert aktuell nur die gelben Nullen hängen an der schwarzen Null. Der sichtbare Erfolg: Deutschland ist das Schlusslicht.

Sehe ich auch so. Und auch die Gründe für dieses "Schlusslicht" und die Boeing Probleme sind denke ich ähnlich.

Deutschland schützte 2005-2020 seine vermeintlich wertvolle Alt-Industrie: Automobil allgemein, Verbrenner-Zulieferer im Besonderen, Fossile Stromkonzerne, ... vor Konkurrenz und vor Konsequenzen aus globalen Veränderungen.
Methoden waren uA kafkaeske Vorschriften für Erneuerbare (Förderung & Genehmigungen) so dass die ursprüngliche Idee der Energiewende immer weiter ausgehöhlt wurde.
Oder denkt hier jemand 10 Jahre Genehmigungszeitraum für eine WKA oder eine Stromtrasse wäre "normal" oder "notwendig"?
Die Eigner der geschützen Konzerne haben in der damaligen Zeit profitiert, da weniger F&E Aufwand getrieben werden musste, um mit globalen neuen Entwicklungen Schritt zu halten oder Emissionen zu senken oder Kosten zu reduzieren, was heute zur "Schlusslicht" Position geführt hat.
D.h. das ist nicht einfach passiert. Das ist passiert, damit da in der Zwischenzeit jemand ordentlich dran verdienen konnte.

In etwa das Gleiche ist bei Boeing passiert. Auch da hat die Regierung Boeing vor Konsequenzen geschützt (mit zB kafkaesken juristischen Bedingungen für Whistleblower Schutz in den USA) und mit Staatsaufträgen und fragwürdigen Ausschreibungen gestützt. Mit dem Effekt, dass Boeing jetzt Schlusslicht in Sachen Qualität, dafür aber Spitzenreiter in Sachen Murks ist.
Und auch hier haben die damaligen Eigner durch die Reduktion von R&D sowie der Qualität profitiert.

In beiden Fällen besteht in 2024 das Problem, dass die geschützen Industrien vor die Wand gefahren wurden, da sie heute ohne dauerhaften weiteren Schutz nur noch eingeschränkt konkurrenzfähig sind.
Die deutsche Energeiewnde hat zusätzlich das Problem, das viele ehemalige Produzenten im Beeich Erneuerbare mittlerweile pleite sind oder abwandern mussten.
Beitrag vom 24.05.2024 - 13:09 Uhr
Userfbwlaie
User (4918 Beiträge)
Hier geht es "nur" um Batterien...
Das sollte auch ein dezenter Hinweis auf die Chhina-Company sein. Diese wird immer mächtiger.
Staatsprotektionismus ist gar nicht so einfach zu steuern.
Viele Produkte sind bei uns dank öko- und sozial-dumping in den Ursprungslädern so konkurrenzfähig.
Die hiesigen Konsumenten sind die Gewinner, die hiesigen Produzenten die Verlierer.
Boeings Probleme sind aber extrem hausgemacht. Hier geht es nur um kurzfristige Gewinne - auch die der CxOs.
Seit nmehr als vier Jahren sucht Boeing einen neuen CEO - der nicht aus dem eigenen Aufsichtsrat kommen sollte.

Dieser Beitrag wurde am 24.05.2024 13:12 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 24.05.2024 - 13:57 Uhr
UserAndreas2024
User (7 Beiträge)
Letztlich geht es um den aufkeimenden Handelskrieg zwischen USA und China. Die Lümmel wissen genau das sie damit der amerikanischen Wirtschaft Schaden in Milliardenhöhe verursachen und gleichzeitig Zeit gewinnen für ihr eigenes Programm. Vor einigen Jahrzehnten lachten wir (ich bin schon etwas Älter) als Japaner kamen und Fotos von Autos machten. Ja, China kaufte Airbus und Boeing und ich bin mir sicher das nicht alle nur für Flüge vorgesehen waren. Wie gesagt, es sollten in Zukunft keine Entwicklungsleerräume entstehen, mehr auf die europäische Wirtschaft und Technologie setzen,
vertrauen und vorallem amerikanische Standards (zähle mal Kanada dazu) auf B- setzen. Letztes Beispiel; Triebwerke von Pratt & Wittney. Sollte es im November in Amerika zu einem Regierungswechsel kommen wird sich genanntes sichlich noch verschlechtern.
Beitrag vom 24.05.2024 - 14:26 Uhr
UserDiode
User (132 Beiträge)
Jaja ...

die berühmte deutsche Solar-/ Halbleiterindustrie ...

die war und ist sooo innovativ und wettbewerbsfähig ...

dass sie erstmal pleite gegangen ist als die blöde Politik ihr die Förderungen gestrichen hat.


Was war/ ist eigentlich deren industrielles Ökosystem? Silicium-Wafer von Wacker oder was?
Durchaus beachtenswert aber eine Pflanze und noch eine Pflanze (Infineon) machen noch kein Ökosystem.


Also manchmal hat unser "Ingenieur aus Hessen" seltsame Ideen.
Beitrag vom 24.05.2024 - 14:47 Uhr
UserDiode
User (132 Beiträge)
Hier geht es "nur" um Batterien...
Das sollte auch ein dezenter Hinweis auf die Chhina-Company sein. Diese wird immer mächtiger.
Staatsprotektionismus ist gar nicht so einfach zu steuern.
Viele Produkte sind bei uns dank öko- und sozial-dumping in den Ursprungslädern so konkurrenzfähig.
Die hiesigen Konsumenten sind die Gewinner, die hiesigen Produzenten die Verlierer.
Boeings Probleme sind aber extrem hausgemacht. Hier geht es nur um kurzfristige Gewinne - auch die der CxOs.
Seit nmehr als vier Jahren sucht Boeing einen neuen CEO - der nicht aus dem eigenen Aufsichtsrat kommen sollte.

Öko- und Sozialdumping spielen eine Rolle aber was bei einer hochautomatisierten Produktion mit geringer Wertschöpfung entscheidend ist sind die Preise der Ausgangsmaterialien/ -chemiekalien und die sind dank wesentlich geringerer Energiekosten (!) und direkter Subventionen in China eben geringer als bei uns.

Das mag hier und da für unsere Volkswirtschaft problematisch sein aber im Fall von Lowtech Produkten wie Stahl, Zement oder 0815 Solarmodulen und 0815 Akkus überwiegt ganz klar der Vorteil des Imports chinesischer Steuergelder da sich auch ohne "Klimaschutz" Maßnahmen alleine durch die geographischen Gegebenheiten und im Lauf der Zeit natürlich entwickelten Umweltschutzauflagen eine Produktion dieser Güter in Deutschland wie in den meisten entwickelten Industrienationen nicht lohnen würde.


Übrigens ist China vorallem dank solcher Direktsubventionen (und sinnloser Bauprojekte) hochverschuldet also lohnt sich ein Import für uns gleich doppelt.

Solange unsere Maschinenbauer gut und stabil dastehen und das Wissen für eine Produktion grundsätzlich noch vorhanden ist hällt sich das geopolitische Risiko in Grenzen.
Beitrag vom 24.05.2024 - 17:11 Uhr
UserAndreas2024
User (7 Beiträge)
Also dein Beitrag zur Halbleiterindustrie hat mir gefallen. Ich schaetze Mal so um 1975 habe ich dieses Wort zum ersten Mal gehoert. Aufgewachsen im Umfeld einer Firma die damals Dornier hies waren ich und Freunde sicherlich schon etwas geeicht. Heutzutage würde man vielleicht Nerds sagen. Aber damals herrschte noch eine Vision. Ohne diese waere EADS oder heute, AIRBUS vermutlich nie enstanden. Diese Vision damals wurde unterstuetzt und entwickelte sich. Politiker heute pofitieren dieser inovativen Zeit. Man spendet fürsorglich für den Hunger in Afrika, lehnt aber Immigranten gleichzeitig ab. Man betreibt Handel mit Russland und begibt sich aber gleichzeitig in eine Abhängigkeit. Letztes war nunmal so und mache niemandem einen Vorwurf aber wieder fehlte es an einer Vision. Handel mit Südamerika, unglaublich das es dazu einer ´Grünen´ Politikerin Bedarf
Aber zurück zu Boeing. Die damalige Trump-Regierung forderte Arbeitsplaetze und Gewinne. Das haben sie gemacht zum Nachteil der Sicherheit und jetzt kommt die Rechnung. Aibus in der Pandemie hat versucht Arbeitsplaetze und Wissen zu erhalten und daraus resultiert der derzeitige Erfolg.Wenn der A350F rechtzeitig kommt wird dieser noch vervielfacht.
Beitrag vom 24.05.2024 - 19:01 Uhr
UserFW 190
User (2124 Beiträge)
Als der Gegenwind ist wohl unterwegs:
Hier auf Aero um 16:40 Uhr

Sicherheit
Boeing muss FAA Sofortplan vorlegen.
"Die Beschäftigten des Flugzeugbauers Boeing haben nach dem Beinahe-Unglück eines Jets im Januar viel mehr Sicherheitsbedenken gemeldet als ein Jahr zuvor. Im Januar und Februar seien intern sechsmal so viele Meldungen dieser Art eingegangen wie ein Jahr zuvor, teilte Boeing am Freitag in Seattle mit."

Jetzt muss hoffentlich niemand mehr Angst haben plötzlich zu sterben wenn er als wisle blower in Aktion tritt.
Beitrag vom 24.05.2024 - 19:15 Uhr
UserFW 190
User (2124 Beiträge)

Aber zurück zu Boeing. Die damalige Trump-Regierung forderte Arbeitsplaetze und Gewinne. Das haben sie gemacht zum Nachteil der Sicherheit und jetzt kommt die Rechnung. Aibus in der Pandemie hat versucht Arbeitsplaetze und Wissen zu erhalten und daraus resultiert der derzeitige Erfolg.Wenn der A350F rechtzeitig kommt wird dieser noch vervielfacht.

So kurzfristig ist das nicht gewesen. Auch wenn man den Trump nicht mag (verständlich) aber für das Desaster bei Boeing ist er nicht verantwortlich, auch nicht die Pandemie. Das haben die Erbsenzähler schon allein hinbekommen und dafür 25 Jahre (wie Eric M richtig geschrieben hat) gebraucht.
Beitrag vom 24.05.2024 - 19:51 Uhr
Userfbwlaie
User (4918 Beiträge)
Trump hat die FAA angewiesen, die 737 MAX endlich mit einem Startverbot zu versehen.
Das HaNDELSBLATT 06.01.2024:
"Zwischen 2013 und 2019 hat Boeing insgesamt eine Rekordsumme von 43 Milliarden Dollar dafür ausgegeben, eigene Aktien zurückzukaufen und damit den Aktienkurs künstlich zu erhöhen. Geld, das nicht in Ingenieure, neue Modelle oder Sicherheit geflossen ist."
Beitrag vom 25.05.2024 - 04:11 Uhr
UserNiedersachsenHans
User (208 Beiträge)
Der weitere Gegenwind für Boeing kommt jetzt auch aus dem Finanzsektor, denn Moody‘s hat die Kreditwürdigkeit weiter herabgesetzt, nahe Junk!
Damit werden sich weitere Finanzierungen für den Konzern noch mal verteuern
Beitrag vom 29.05.2024 - 15:42 Uhr
UserDaniel Boone
User (18 Beiträge)
Oder denkt hier jemand 10 Jahre Genehmigungszeitraum für eine WKA oder eine Stromtrasse wäre "normal" oder "notwendig"?

Große Bauvorhaben in Deutschland dauern oft sehr lange. Durchschnittlich 20 Jahre beträgt die Zeit vom Planungsbeginn bis zur Inbetriebnahme von Neu- und Ausbauprojekten auf der Schiene.

oder

Ausbau- und Neubaustrecke Karlsruhe-Basel seit 1980 geplant und fertig soll alles Ende 2042 sein. In Grunde bleibt es immer das gleiche jeder will Grün und ökologischer werden aber nur nicht vor der eignen Haustür.