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Beitrag 1 - 12 von 12
Beitrag vom 06.06.2019 - 08:08 Uhr
UserWMJH
User (12 Beiträge)
Es stellt sich die Frage, wer angesichts des Handelsstreites zwischen den USA und China diese Meldung in die Medien brachte; entweder es ist was dran und China hat ein tatsächliches Interesse an Großraumflugzeugen. Oder Boeing bringt sich wieder ins Gespräch um am Markt in China weiter teilhaben zu können.
Sicherlich werden die Streitigkeiten USA/China mögliche Entscheidungen bei beiden Szenarien beeinflussen....
Beitrag vom 06.06.2019 - 09:08 Uhr
UserRunway
User (2590 Beiträge)
Grundsätzlich kann man in China einen solchen Bedarf mittelfristig sehen. Die Gespräche sind im Moment allerdings nur ein Lockmittel der Chin. Führung im Zollstreit. Bevor eine Einigung kommt wird da nichts definitiv unterschrieben.

Außer Flugzeugen und etwas High Tech haben die USA ja nicht so viel was China von denen wirklich braucht. Umgekehrt sind die Importe der USA aus China ja gigantisch und selbst 25% Zoll werden die nicht langfristig einbrechen lassen. Selbst damit sind die Chinawaren ja noch sehr günstig und zudem gibt es in vielen Bereichen gar keine US-Unternehmen die kurzfristig einspringen können. Zum günstigeren Preis erst recht nicht.

Da kann sich der Handelsstreit gerade bei Widebodys auf Sicht sehr negativ für Airbus auswirken denn jede bestellte B787/B777X ist potenziell eine A350XWB weniger denn in China bestimmt der Staat weitgehend in solchen Fragen und nicht die Airlines die zum Teil ohnehin staatlich sind.
Beitrag vom 06.06.2019 - 12:35 Uhr
UserVJ 101
User (546 Beiträge)
Da kann sich der Handelsstreit gerade bei Widebodys auf Sicht sehr negativ für Airbus auswirken denn jede bestellte B787/B777X ist potenziell eine A350XWB weniger denn in China bestimmt der Staat weitgehend in solchen Fragen und nicht die Airlines die zum Teil ohnehin staatlich sind.


Es kann auch wiederum in die positive Richtung für Airbus gehen, wenn China die USA mit einer A350/ A330 Bestellung disziplinieren wollen - alles ist möglich.
Beitrag vom 06.06.2019 - 13:58 Uhr
UserMHalblaub
User (474 Beiträge)

Es kann auch wiederum in die positive Richtung für Airbus gehen, wenn China die USA mit einer A350/ A330 Bestellung disziplinieren wollen - alles ist möglich.

Ich denke, die Chinesen haben da eine sehr eigene Art. Die Verhandlungen werden sich auf jeden Fall lange hinziehen. Vor einem Ende des Handelskonfliktes wird es keinen Abschluss geben. Danach kauft China dann trotzdem Airbus einfach als Belehrung.
Beitrag vom 06.06.2019 - 14:09 Uhr
UserVJ 101
User (546 Beiträge)

Es kann auch wiederum in die positive Richtung für Airbus gehen, wenn China die USA mit einer A350/ A330 Bestellung disziplinieren wollen - alles ist möglich.

Ich denke, die Chinesen haben da eine sehr eigene Art. Die Verhandlungen werden sich auf jeden Fall lange hinziehen. Vor einem Ende des Handelskonfliktes wird es keinen Abschluss geben. Danach kauft China dann trotzdem Airbus einfach als Belehrung.

:-)
Beitrag vom 06.06.2019 - 20:00 Uhr
UserNeilArmstrong
User (263 Beiträge)
Was für ein Augurentum von dpa. Sie hätten lieber geschwiegen statt solchen Schmarren zu schreiben. Aber so ist das in Berlin: Dampfblasenplauderei und der BER ist mittendrin dabei. (lol)
Beitrag vom 06.06.2019 - 22:34 Uhr
UserEin Leser dieser..
... Seite
User (63 Beiträge)
Versteh ich nicht. Wo ist der Zusammenhang zum BER?

Grüße aus Berlin
Beitrag vom 09.06.2019 - 01:14 Uhr
UserWeideblitz
Moderator
Da kann sich der Handelsstreit gerade bei Widebodys auf Sicht sehr negativ für Airbus auswirken denn jede bestellte B787/B777X ist potenziell eine A350XWB weniger denn in China bestimmt der Staat weitgehend in solchen Fragen und nicht die Airlines die zum Teil ohnehin staatlich sind.

Mir ist jetzt etwas schleierhaft, auf welche Weise der Handelsstreit USA-China Airbus schaden könnte.

Die jetzigen Gespräche sind schon unabhängig von dem Konflikt begonnen worden. Wenn diese Großbestellung nach der Lösung des Handelskonflikts abgeschlossen wird, so kann man auch dann von keiner zusätzlichen negativen Auswirkungen auf Airbus sprechen.

Real könnte dieser Konflikt also wenn dann nur Boeing treffen. Das halte ich aber für unrealistisch. Den geplanten chinesischen Flottenzuwachs wird China nur zusammen mit Airbus und Boeing realisieren können - und dann später auch mit Comac.

Beitrag vom 09.06.2019 - 07:47 Uhr
UserAlfred
User (234 Beiträge)
Den Gedanken kann ich schon nachvollziehen. Beim Versuch die Handelsstreitigkeiten zu beruhigen könnte China das Handelsdefizit mit den USA dadurch verringern, indem sie verstärkt bei Boeing kaufen. Da ist man dann schnell im Milliardenbereich. Das ginge dann zu Lasten von Airbus.
Beitrag vom 09.06.2019 - 09:00 Uhr
UserRunway
User (2590 Beiträge)
Den Gedanken kann ich schon nachvollziehen. Beim Versuch die Handelsstreitigkeiten zu beruhigen könnte China das Handelsdefizit mit den USA dadurch verringern, indem sie verstärkt bei Boeing kaufen. Da ist man dann schnell im Milliardenbereich. Das ginge dann zu Lasten von Airbus.

Bingo !
Beitrag vom 10.06.2019 - 20:15 Uhr
UserWeideblitz
Moderator
Den Gedanken kann ich schon nachvollziehen. Beim Versuch die Handelsstreitigkeiten zu beruhigen könnte China das Handelsdefizit mit den USA dadurch verringern, indem sie verstärkt bei Boeing kaufen. Da ist man dann schnell im Milliardenbereich. Das ginge dann zu Lasten von Airbus.

Das hatte ich für deswegen realitätsfern, da dies dem in der Vergangenheit gezeigten grundsätzlichen Verhalten und Entscheidungspraktiken der chinesischen Regierung absolut widersprechen würde.

Am ehesten wäre noch denkbar, das China die Eskalation begrenzt, indem denkbare eigene Sanktionen gegen US-Unternehmen ausbleiben, was im Falle von Apple anscheinend der Fall ist.

Für Trump würde solch ein Deal ja gerade eine weitere Einladung bedeuten, dieses Spiel später weiter zu spielen. Und das ist durchaus denkbar, da Trump nicht als verlässlicher, sprich vertragstreuer Verhandlungspartner bekannt ist (siehe Abkommen Paris/Klima und Iran/Nuklear). Dies würde die eh schon große chinesische Abhängigkeit von der US-Wirtschaft noch aktiv befeuern mit für China in Zukunft umkalkulierbaren Risiken. Dieser Nachteil wiegt schwerer als die jetzige theoretische Möglichkeit, sich die Vermeidung höherer Zölle durch Flugzeugbestellungen im 2-stelligen Mrd.-Bereich zu "erkaufen".

Ferner ist die Fertigungstiefe, Umfang des Technologietransfers und der Footprint von Airbus in China deutlich größer als der von Boeing, was zusätzlich dagegen spricht, dass China irgendetwas in diesem Zusammenhang unternimmt, was Airbus als Nichtbeteiligter an dieser Auseinandersetzung schaden könnte. Im Flugzeugbau ist China von externen Knowhow-Zufluss immer noch abhängig und braucht das für die Durchführung ihrer eigenen Programme (C919, C929).

Dieser Beitrag wurde am 10.06.2019 20:30 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 10.06.2019 - 20:41 Uhr
Userbevol
User (136 Beiträge)
Für Trump würde solch ein Deal ja gerade eine weitere Einladung bedeuten, dieses Spiel später weiter zu spielen.

Das ist mMn der wichtigste Punkt. Ein paar Dutzend Flugzeuge im Wert von einigen Milliarden (noch dazu über viele Jahre verteilt) sind bei den Handelsvolumen zwischen den USA und China ein Tropfen auf den heißen Stein. Aber für Trump wäre es erstens ein innenpolitisch wichtiger Erfolg und zweitens der Beweis, dass seine Erpressungstaktik funktioniert. Beides wird die chinesische Führung vermeiden wollen.